Highland Games

Highland Games

Die Highland Games sind traditionsreiche Sommerfeste, bei denen kraftvolle Wettkämpfe wie das Baumstammwerfen (Caber Toss), Dudelsack- und Trommelwettbewerbe sowie Highland Dancing zusammenkommen. Sie finden von Mai bis September in Dörfern und Städten überall in Schottland statt – das berühmteste ist das Braemar Gathering im September, das traditionell die königliche Familie besucht.

Wenn im Sommer Dudelsackklänge über eine grüne Wiese wehen, Männer in Kilts baumstammgroße Stämme schleudern und Kinder in bunten Kostümen Highland-Tänze aufführen, dann ist Zeit für die Highland Games. Diese Feste sind gelebte schottische Kultur in Reinform – ein farbenfrohes Zusammentreffen von Sport, Musik, Tanz und Gemeinschaft, das seine Wurzeln tief in der Geschichte der Clans hat. Für Besucher sind sie eines der authentischsten und unterhaltsamsten Erlebnisse einer Sommerreise. Dieser Ratgeber erklärt, was die Highland Games ausmacht, welche Disziplinen es gibt, wo und wann sie stattfinden und wie du am besten einen Besuch in deine Reise durch die Highlands einplanst.

Wastraditionelle Sommer-Sport- und Kulturfeste
SaisonMai bis September, überall in Schottland
Kern-DisziplinCaber Toss (Baumstammwerfen)
WeitereSteinstoßen, Hammerwurf, Tauziehen, Laufen
KulturPipe Bands, Highland Dancing, Tracht
BerühmtestesBraemar Gathering (September, royaler Besuch)

Was sind die Highland Games?

Die Highland Games (auf Gälisch oft „Gathering“, also Zusammenkunft) sind eintägige Feste, die Kraftsport, traditionelle Musik, Tanz und Geselligkeit vereinen. Auf einer meist eingezäunten Wiese finden gleichzeitig mehrere Wettbewerbe statt: In der Mitte messen sich muskulöse Athleten in den „Heavy Events“, am Rand treten Pipe Bands und Highland-Tänzer an, dazwischen laufen Bergläufe, Radrennen und Kinderspiele. Es herrscht Volksfeststimmung mit Ständen, Essen und Familienprogramm. Die Games sind zutiefst mit der schottischen Identität verbunden: Hier werden Tracht, Dudelsack, Sprache und Gemeinschaft sichtbar gefeiert. Fast jede Region, jedes größere Dorf richtet seine eigenen Games aus – von kleinen, intimen Dorf-Veranstaltungen bis zu großen, international bekannten Events mit tausenden Zuschauern. Für Reisende sind sie ein Fenster in die lebendige Kultur des Landes, wie sie kein Museum bieten kann, und ein Erlebnis für die ganze Familie.

Woher stammt die Tradition?

Die Ursprünge der Highland Games reichen weit zurück und verlieren sich teils in der Legende. Einer verbreiteten Überlieferung nach ließ König Malcolm III. im 11. Jahrhundert einen Berglauf am Craig Choinnich bei Braemar veranstalten, um den schnellsten Boten für seine Dienste zu finden. Über die Jahrhunderte dienten solche Zusammenkünfte den Clan-Häuptlingen dazu, die stärksten und geschicktesten Männer für ihre Gefolgschaft zu rekrutieren – die Kraftwettbewerbe waren also praktische Eignungstests. Nach der Niederschlagung der Clan-Kultur infolge von Culloden 1746 gerieten die Games ins Stocken, erlebten aber im 19. Jahrhundert im Zuge der romantischen Highland-Begeisterung eine Blütezeit. Königin Victorias Liebe zu Schottland und ihr regelmäßiger Besuch des Braemar Gathering verliehen den Games königlichen Glanz, den sie bis heute genießen. So verbinden die modernen Highland Games uralte Wurzeln mit viktorianischer Tradition zu einem lebendigen Fest.

Welche Disziplinen gibt es?

Das Herzstück der Games sind die „Heavy Events“, die Kraftdisziplinen. Die berühmteste ist der Caber Toss: Ein Athlet balanciert einen mehrere Meter langen, schweren Baumstamm senkrecht, rennt an und schleudert ihn so, dass er sich einmal überschlägt und möglichst gerade („zwölf Uhr“) landet – es kommt dabei nicht auf Weite, sondern auf Präzision an. Hinzu kommen das Steinstoßen (Stone Put, ähnlich dem Kugelstoßen, aber mit einem Naturstein), der Hammerwurf mit einem an einem Holzstiel befestigten Gewicht, das Gewichthochwerfen über eine Latte und das Tauziehen zwischen Mannschaften. Daneben gibt es klassische Leichtathletik wie Sprints und die anspruchsvollen Hill Races (Bergläufe) hinauf und hinunter über steile Hänge. Viele Athleten treten in traditionellem Kilt an, was den Wettkämpfen ihr unverwechselbares Bild gibt. Die schiere Kraft der „Heavies“ beim Caber Toss ist der publikumswirksame Höhepunkt und sorgt jedes Mal für Staunen und Applaus.

Welche Rolle spielen Musik und Tanz?

Die Highland Games sind ebenso ein Kultur- wie ein Sportfest. Über das ganze Gelände verteilt treten Pipe Bands an – Formationen aus Dudelsackspielern und Trommlern, die in voller Tracht marschieren und in Wettbewerben gegeneinander antreten; der massierte Klang mehrerer Bands beim Abschlussmarsch ist ein Gänsehautmoment. Ein weiterer Höhepunkt ist das Highland Dancing: In kunstvollen, athletischen Solotänzen wie dem Highland Fling oder dem Schwerttanz (Sword Dance) messen sich oft junge Tänzerinnen und Tänzer in glitzernden Kostümen, bewertet nach Präzision und Ausdauer. Auch Solo-Piping-Wettbewerbe, bei denen einzelne Musiker den kunstvollen Pibroch vortragen, gehören dazu. Mehr zu diesen Traditionen erklärt unser Ratgeber zu Dudelsack & Musik. Diese Verbindung aus roher Kraft, feiner Musik und tänzerischer Eleganz macht den besonderen Reiz der Games aus – für jeden Geschmack ist etwas dabei, und die Atmosphäre ist durchweg fröhlich und einladend.

Wo und wann finden sie statt?

Die Saison der Highland Games läuft von Mai bis September, mit dem Höhepunkt in den Sommermonaten. In diesen Wochen gibt es fast jedes Wochenende irgendwo in Schottland Games – von den Highlands über die Inseln bis in die Lowlands. Das berühmteste ist das Braemar Gathering Anfang September in den Cairngorms, das traditionell von Mitgliedern der königlichen Familie besucht wird und daher besonders viel Aufmerksamkeit genießt. Weitere große Veranstaltungen sind die Cowal Highland Gathering in Dunoon (die größten Games der Welt) und die Braemar-, Lonach– und Inveraray-Games. Daneben gibt es unzählige kleinere Dorf-Games mit ganz eigenem Charme. Da die Termine jährlich variieren, lohnt sich vor der Reise ein Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender. Wer im Sommer unterwegs ist, sollte die Route so legen, dass ein Games-Termin dabei ist – die beste Reisezeit dafür erläutert unser Ratgeber zur besten Reisezeit.

Wie plane ich einen Besuch?

Ein Besuch der Highland Games ist unkompliziert und lohnend. Prüfe zunächst den Veranstaltungskalender für deinen Reisezeitraum und wähle Games in der Nähe deiner Route. Für kleine Dorf-Games brauchst du meist kein Ticket im Voraus – der Eintritt wird günstig an der Kasse bezahlt. Beim Braemar Gathering hingegen sind Tickets wegen des royalen Besuchs früh ausverkauft und teurer, hier musst du vorab buchen. Nimm wetterfeste Kleidung mit (siehe unsere Packliste), denn die Games finden bei Wind und Wetter unter freiem Himmel statt, sowie eine Sitzunterlage oder einen Klappstuhl, da die Wiesen selten Sitzplätze bieten. Vor Ort gibt es Essensstände mit schottischen Spezialitäten. Plane einen halben bis ganzen Tag ein, komm früh für einen guten Platz und genieße die einzigartige Mischung aus Sport, Musik und Volksfest. Für Familien mit Kindern sind die Games ein besonders schönes Erlebnis mit eigenem Kinderprogramm.

Was ist der Caber Toss?

Die berühmteste Disziplin der Highland Games: Ein Athlet balanciert einen langen, schweren Baumstamm senkrecht und schleudert ihn so, dass er sich überschlägt und möglichst gerade landet. Es zählt die Präzision, nicht die Weite.

Wann ist die Highland-Games-Saison?

Von Mai bis September, mit Höhepunkt im Sommer. In diesen Wochen finden fast jedes Wochenende irgendwo in Schottland Games statt. Das berühmte Braemar Gathering ist Anfang September.

Muss ich Tickets im Voraus kaufen?

Für kleine Dorf-Games meist nicht – der Eintritt wird günstig an der Kasse bezahlt. Für das royale Braemar Gathering hingegen sind Tickets früh ausverkauft und sollten vorab gebucht werden.

Sind die Highland Games für Kinder geeignet?

Ja, sehr. Es herrscht Volksfeststimmung mit Ständen, Musik und oft eigenem Kinderprogramm. Die Kraftwettbewerbe, Pipe Bands und Tänze begeistern Groß und Klein gleichermaßen.

Welche Games sind die berühmtesten?

Das Braemar Gathering (mit royalem Besuch) und die Cowal Highland Gathering in Dunoon, die größten Games der Welt. Daneben gibt es unzählige kleinere Dorf-Games mit besonders herzlichem, authentischem Charme.

Kraft, Kilts und Dudelsack

Erlebe die Highland Games als Höhepunkt deiner Sommerreise – und entdecke die Kultur, Traditionen und Feste Schottlands.

Zu Whisky & Kultur

Weiter mit Dudelsack & Musik und den Clans & Tartans. Für die Sommerplanung hilft die beste Reisezeit.