Perthshire ist eine grüne Region in der Mitte Schottlands und wird als „Tor zu den Highlands“ und „Big Tree Country“ bezeichnet: sanfte Hügel, uralte Wälder mit Riesenbäumen, glitzernde Lochs und Flüsse. Höhepunkte sind das viktorianische Pitlochry, das weiße Blair Castle, der Aussichtspunkt Queen’s View und die berühmten Herbstfarben.
Wer von Edinburgh oder Glasgow nach Norden reist, betritt in Perthshire zum ersten Mal echtes Highland-Gebiet – nicht umsonst heißt die Region „Tor zu den Highlands“. Perthshire ist sanfter und grüner als der wilde Nordwesten, geprägt von majestätischen Wäldern, dem längsten Fluss Schottlands und einer Kette hübscher Städtchen. Als landschaftliches Bindeglied zwischen Tiefland und Bergen ist die Region ein idealer Auftakt oder Zwischenstopp jeder Highlands-Rundreise. Dieser Steckbrief zeigt dir die schönsten Orte, Wälder und Aussichten Perthshires und verrät, warum die Region besonders im Herbst zu Schottlands Farbenwundern zählt.
| Lage | Zentralschottland, zwischen Tiefland und Highlands |
|---|---|
| Beiname | Gateway to the Highlands / Big Tree Country |
| Highlights | Pitlochry, Blair Castle, Queen’s View, Scone Palace |
| Natur | Riesenbäume, Loch Tay, Schiehallion, Herbstlaub |
| Orte | Perth, Pitlochry, Dunkeld, Aberfeldy, Killin |
| Anreise | Bahn/Auto ab Edinburgh/Glasgow (ca. 1–1,5 Std.), A9 |
Fragen, die wir beantworten
Warum gilt Perthshire als Tor zu den Highlands?
Perthshire liegt genau an der geologischen und landschaftlichen Nahtstelle Schottlands: Hier verläuft die Highland Boundary Fault, die das flache, fruchtbare Tiefland vom bergigen Hochland trennt. Wer von Süden kommt, erlebt in Perthshire den Übergang hautnah – aus sanften Ackerlandschaften werden bewaldete Hügel, tiefe Täler und die ersten echten Berge. Die zentrale Lage machte die Region schon immer bedeutend: Die Stadt Perth, die „Fair City“ am Fluss Tay, war einst Hauptstadt Schottlands, und im nahen Scone Palace wurden die schottischen Könige über Jahrhunderte gekrönt. Die Hauptverkehrsader A9 und die Bahnlinie nach Inverness führen mitten durch Perthshire, sodass fast jede Highland-Reise die Region streift. Damit ist Perthshire der perfekte erste Stopp: nah genug an Edinburgh und Glasgow für einen bequemen Start, aber schon voller Highland-Atmosphäre. Viele Reisende nutzen die Region als Basis, um von hier aus Tagesausflüge tiefer in die Berge zu unternehmen.
Was steckt hinter dem „Big Tree Country“?
Perthshire trägt stolz den Beinamen „Big Tree Country“ – und das zu Recht, denn hier stehen einige der ältesten, höchsten und dicksten Bäume Europas. In Fortingall wächst eine Eibe, die auf ein Alter von mehreren Tausend Jahren geschätzt wird und damit zu den ältesten Lebewesen Europas zählt – sie stand hier schon lange vor den Römern. Bei Meikleour säumt die höchste Hecke der Welt die Straße: eine über 30 Meter hohe Buchenhecke aus dem 18. Jahrhundert. In den Wäldern des Hermitage bei Dunkeld ragen gewaltige Douglasien in den Himmel, während sich der Fluss Braan tosend über die Black-Linn-Fälle stürzt. Diese Fülle an majestätischen Wäldern verdankt Perthshire seinem milden, feuchten Klima und einer langen Tradition der Baumpflanzung durch die Gutsbesitzer. Für Naturliebhaber sind die Wälder ein Paradies: Im Unterholz leben scheue rote Eichhörnchen, und mit Glück entdeckt man einen Fischadler. Mehr über die schottische Tierwelt liest du in unserem Ratgeber zu den Wildtieren Schottlands.
Was macht Pitlochry so beliebt?
Das viktorianische Kurstädtchen Pitlochry ist das touristische Herz Highland-Perthshires und ein beliebter Ferienort. Berühmt wurde es im 19. Jahrhundert als heilklimatischer Ort, und noch heute prägen elegante Steinhäuser, Hotels und Geschäfte die belebte Hauptstraße. Ein Wahrzeichen ist der Staudamm am Loch Faskally mit seiner gläsernen Lachstreppe, durch die man im Frühsommer die aufsteigenden Lachse beobachten kann. Kulturell glänzt der Ort mit dem renommierten Pitlochry Festival Theatre. In der Umgebung locken zwei besondere Brennereien: Blair Athol am Ortsrand und die winzige Edradour, lange als eine der kleinsten Destillerien Schottlands vermarktet – beide bieten Führungen und passen bestens in unseren Überblick zu den Destillerien und Touren. Wenige Kilometer entfernt öffnet sich am Loch Tummel der berühmte Aussichtspunkt Queen’s View mit einem der meistfotografierten Panoramen Schottlands, das angeblich schon Königin Victoria begeisterte. Im Herbst verwandelt das Lichtfestival „Enchanted Forest“ die Wälder bei Pitlochry in ein Farbenmeer.
Welche Schlösser und Sehenswürdigkeiten lohnen sich?
Perthshire ist reich an Geschichte und prächtigen Bauten. Herausragend ist das strahlend weiße Blair Castle bei Blair Atholl, Sitz der Herzöge von Atholl und Heimat der Atholl Highlanders – der einzigen legalen Privatarmee Europas. Die prunkvollen Räume und die weitläufigen Gärten lassen sich hervorragend besichtigen. Bei Perth liegt Scone Palace, der historische Krönungsort der schottischen Könige, wo einst der legendäre Stein von Scone (Stone of Destiny) stand; heute begeistern das elegante Herrenhaus, die Sammlungen und die stolzen Pfauen im Park. Das malerische Städtchen Dunkeld mit seiner halb verfallenen mittelalterlichen Kathedrale am Ufer des Tay ist ein Kleinod, ebenso das benachbarte Birnam, das mit Shakespeares „Macbeth“ und der Autorin Beatrix Potter verbunden ist. In Aberfeldy lohnen die von Robert Burns besungenen „Birks“ (Birkenwälder) und die Wade’s Bridge einen Halt. Weitere Ideen für schottische Burgen und Schlösser findest du auf unserer Übersicht der Sehenswürdigkeiten.
Welche Naturziele und Berge gibt es?
Neben Wäldern und Schlössern bietet Perthshire großartige Bergnatur. Der langgestreckte Loch Tay im Herzen der Region wird vom mächtigen Ben Lawers überragt, mit über 1.200 Metern einer der höchsten Berge Schottlands und berühmt für seine seltene alpine Pflanzenwelt. Am Westende des Sees liegt das hübsche Dorf Killin mit den fotogenen Falls of Dochart, die mitten durch den Ort tosen. Im Norden reicht Perthshire bis an den Rand des Cairngorms-Nationalparks, wo bei Glenshee im Winter Schottlands größtes Skigebiet lockt. Wanderer finden hier eine Fülle an Touren, von gemütlichen Waldpfaden bis zu anspruchsvollen Munro-Besteigungen wie dem Schiehallion oder Ben Lawers. Der Fluss Tay, Schottlands längster und wasserreichster, ist zudem ein legendäres Revier für die Lachsangelei. Diese Mischung aus zugänglicher, lieblicher Natur und ernsthaften Bergen macht Perthshire zu einem vielseitigen Ziel für Aktivurlauber jeden Niveaus – ideal, um erste Highland-Luft zu schnuppern, ohne gleich in die entlegensten Winkel des Landes fahren zu müssen.
Wann ist die beste Reisezeit für Perthshire?
Perthshire ist ein Ganzjahresziel, doch eine Jahreszeit sticht heraus: der Herbst. Wenn sich im Oktober die ausgedehnten Laubwälder in leuchtendes Gold, Kupfer und Rot färben, gehört „Big Tree Country“ zu den schönsten Regionen Schottlands – das Farbenspiel um Dunkeld, Pitlochry und den Loch Tay ist berühmt und lockt viele Fotografen an. Der Frühling besticht mit frischem Grün, blühenden Rhododendren und den aufsteigenden Lachsen, der Sommer mit langen Tagen, idealen Wanderbedingungen und lebhaften Festivals; allerdings ist er auch am vollsten und mückenreichsten. Selbst der Winter hat seinen Reiz, wenn die Berge schneebedeckt sind und Glenshee zum Skifahren einlädt. Dank der zentralen Lage und der guten Verkehrsanbindung über die A9 und die Bahn ist Perthshire zu jeder Jahreszeit bequem erreichbar. Eine genauere Orientierung, wann sich welche Region Schottlands am meisten lohnt, gibt unser Ratgeber zur besten Reisezeit für Schottland. Für die Anfahrt in die verstreuten Ziele empfiehlt sich ein Mietwagen.
Warum heißt Perthshire „Big Tree Country“?
Weil in der Region einige der ältesten, höchsten und dicksten Bäume Europas stehen – darunter die mehrere Tausend Jahre alte Eibe von Fortingall, die höchste Hecke der Welt bei Meikleour und die gewaltigen Douglasien im Hermitage bei Dunkeld.
Was kann man in Pitlochry unternehmen?
Pitlochry bietet die gläserne Lachstreppe am Staudamm, das Festival Theatre, die Brennereien Blair Athol und Edradour, den nahen Aussichtspunkt Queen’s View und im Herbst das Lichtfestival Enchanted Forest. Der Ort ist ein idealer Ferienstützpunkt.
Ist Perthshire ein guter Ausgangspunkt für die Highlands?
Ja, Perthshire gilt als „Tor zu den Highlands“. Dank der zentralen Lage an der A9 und der Bahnstrecke erreicht man es schnell von Edinburgh und Glasgow und kann von hier tiefer in die Berge vordringen – ein idealer Auftakt jeder Rundreise.
Wann sind die Herbstfarben in Perthshire am schönsten?
Meist im Oktober. Dann färben sich die ausgedehnten Laubwälder um Dunkeld, Pitlochry und den Loch Tay in leuchtendes Gold, Kupfer und Rot – eines der berühmtesten Herbstpanoramen Schottlands.
Welche Berge kann man in Perthshire besteigen?
Beliebt sind der markant kegelförmige Schiehallion, einer der einfachsten Munros, sowie der hohe Ben Lawers am Loch Tay mit seiner seltenen alpinen Flora. Dazu gibt es zahllose einfachere Wald- und Hügelwanderungen.
Perthshire als Auftakt der Highlands
Riesenbäume, weiße Schlösser und leuchtende Herbstwälder: Perthshire ist das grüne Tor zu den schottischen Highlands. Plane deinen Zwischenstopp.
Von Perthshire aus geht es weiter in den Cairngorms-Nationalpark oder nach Inverness. Wer den Whisky liebt, folgt dem Highland-Malt durch die Whisky-Regionen.
