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Aberdeenshire

Aberdeenshire

Aberdeenshire ist das Burgenland im Nordosten Schottlands rund um Aberdeen. Hier liegen Royal Deeside mit Balmoral, märchenhafte Schlösser wie Crathes, Craigievar und Fyvie, rätselhafte Steinkreise und eine wilde Küste mit Fischerdörfern wie Pennan und Felsschluchten wie den Bullers of Buchan – ideal für eine Rundreise abseits der Massen.

Der Nordosten ist die „Schulter Schottlands“: Wie ein Dreieck ragt das Land zwischen Moray Firth und Nordsee hinaus, im Hinterland steigen die Grampians bis zu den Cairngorms an. Aberdeenshire ist die traditionelle Grafschaft dieser Region und umschließt die Granitstadt Aberdeen, die als Tor in den Nordosten dient. Nirgendwo sonst in Schottland stehen so viele Burgen und Schlösser auf so engem Raum, und nirgendwo sonst so viele prähistorische Steinkreise. Dazu kommen das königliche Dee-Tal, kleine Whisky-Brennereien und Fischerdörfer, die sich unter steile Klippen ducken. Dieser Ratgeber zeigt dir die Höhepunkte, sagt dir ehrlich, was derzeit geschlossen ist, und hilft dir bei der Planung.

LageNordosten Schottlands, zwischen Cairngorms, Moray Firth und Nordsee
ZentrumAberdeen (eigene Stadt, nicht Teil der Grafschaft Aberdeenshire)
TeilregionenRoyal Deeside, Castle Country, Buchan- und Banff-Küste, Garioch
HöhepunkteBalmoral, Crathes, Craigievar, Fyvie, Dunnottar, Bullers of Buchan, Pennan
AnreiseFlughafen Aberdeen; Zug ab Edinburgh ca. 2 Std. 20 Min. bis 3 Std.
Zeitbedarf3–5 Tage für Deeside, Burgen und Küste

Was macht Aberdeenshire und den Nordosten aus?

Aberdeenshire vereint auf kleinem Raum Burgen, Berge, Küste und Whisky – und bleibt dabei erstaunlich ruhig. Die Region gliedert sich grob in drei Landschaften: Im Südwesten zieht sich das bewaldete Tal des River Dee als Royal Deeside bis in die Cairngorms hinauf. In der Mitte liegt fruchtbares Bauernland mit Hügeln wie dem Bennachie, gespickt mit Schlössern und Steinkreisen. Im Norden und Osten folgt eine lange Küste mit Sandstränden, Klippen und Fischerhäfen. Historisch gehörte das Gebiet zur Region Grampian, ein Name, den du auf Karten und Schildern noch oft findest. Westlich grenzt Moray mit dem Spey-Tal an: Dort, in Speyside, liegt die größte Dichte an Whisky-Brennereien des Landes, die du auf dem Whisky-Trail durch Speyside erkundest. Wer Schottland jenseits von Skye und Loch Ness sucht, findet im Nordosten genau das: wenig Verkehr, kaum Reisebusse und Sehenswürdigkeiten, die du oft fast für dich allein hast. Das Wetter ist an der Ostküste meist trockener als im Westen, die Sommertage sind lang.

Was erlebst du in Royal Deeside und Balmoral?

In Royal Deeside erlebst du Schottlands königliche Landschaft: Birkenwälder, Lachsfluss, Heidehügel und mittendrin Balmoral Castle. Die königliche Familie besitzt das Anwesen seit 1852, das heutige Schloss wurde 1856 fertiggestellt und ist bis heute ihr Zuhause in den Highlands. Besucher sehen Gärten, Park und den Ballsaal; zusätzlich gibt es geführte Innenrundgänge und Land-Rover-Touren mit einem Ranger, die du vorab buchen solltest. Die Öffnungszeiten wechseln saisonal (im Oktober 2026 etwa dienstags bis samstags von 10 bis 16 Uhr) – aktuelle Infos findest du auf der offiziellen Website von Balmoral. Gleich nebenan liegt die Brennerei Royal Lochnagar, gegründet 1845. Nach einem Besuch von Prinz Albert und Königin Victoria erhielt sie 1848 ihren ersten königlichen Hoflieferantentitel. Heute gehört sie zu den kleinsten traditionellen Brennereien Schottlands und bietet Besichtigungen mit Verkostung an. Die Orte Ballater und Banchory eignen sich als Standquartier; weiter flussaufwärts liegt Braemar am Rand des Cairngorms-Nationalparks. Dort findet Anfang September das Braemar Gathering statt, die wohl bekanntesten Highland Games des Landes, die von der Royal Family besucht werden. Wanderer zieht es auf den Lochnagar, den markanten Berg südlich des Dee, den schon Lord Byron in einem Gedicht besang.

Welche Burgen gehören zum Castle Country?

Zum Castle Country gehören Dutzende Burgen; die schönsten bewohnbaren Schlösser sind Crathes, Craigievar und Fyvie, die eindrucksvollste Ruine ist Dunnottar. Der offizielle Castle Trail verbindet 19 ausgewählte Stätten – Route und Etappen beschreiben wir ausführlich auf unserer Seite zum Castle Trail in Aberdeenshire. Hier die wichtigsten Kurzporträts:

  • Crathes Castle bei Banchory: Turmhaus der Familie Burnett of Leys, die das Land 1323 erhielt. Baubeginn 1553, fertig 1596. Bemalte Holzdecken, berühmter Walled Garden mit Eibenhecken von 1702. National Trust for Scotland seit 1951.
  • Craigievar Castle südlich von Alford: rosa verputztes Turmhaus, um 1626 von dem Aberdeener Kaufmann William Forbes vollendet. Es soll Walt Disney zu seinen Märchenschlössern inspiriert haben. Nach neuem Kalkanstrich seit Mai 2024 wieder geöffnet.
  • Fyvie Castle bei Turriff: älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert, fünf Türme, die fünf Familien nacheinander anbauten. Große Wendeltreppe, Waffensammlung und Porträts von Henry Raeburn. Der Legende nach geht hier die „Green Lady“ um.
  • Castle Fraser bei Kemnay: mächtiges Z-förmiges Turmhaus im Besitz des National Trust for Scotland, mit Park und Garten.
  • Kildrummy Castle westlich von Alford: Ruine einer großen Burg aus dem 13. Jahrhundert, betreut von Historic Environment Scotland.

Ganz anders wirkt die Klippenruine Dunnottar Castle südlich von Stonehaven: Sie thront auf einem Felsen über der Nordsee und gehört zu den meistfotografierten Burgen Schottlands. Öffnungszeiten der Trust-Schlösser sind saisonal; Innenräume sind oft nur von Frühjahr bis Herbst zugänglich, Gärten und Parks meist länger.

Wo findest du die Steinkreise von Aberdeenshire?

Die meisten Steinkreise findest du im Garioch rund um Inverurie und den Bennachie sowie westlich von Aberdeen. Aberdeenshire besitzt eine Besonderheit, die es fast nur hier gibt: Recumbent Stone Circles, Kreise mit einem großen liegenden Stein zwischen zwei aufrechten Flankensteinen, meist im Südwesten des Kreises ausgerichtet. Der bekannteste ist Easter Aquhorthies wenige Kilometer westlich von Inverurie: Die Steine wurden sorgfältig nach Farbe ausgewählt, der liegende Block aus rotem Granit wird von zwei grauen Steinen eingerahmt. Ebenfalls lohnend sind Loanhead of Daviot bei Inverurie, Cullerlie südwestlich von Westhill mit acht Granitblöcken um kleine Steinhügel, sowie Midmar und Sunhoney nahe Echt. Viele dieser Stätten betreut Historic Environment Scotland; sie sind frei zugänglich und meist nur einen kurzen Fußweg vom Parkplatz entfernt. Ein Hinweis für alle, die alte Reiseführer nutzen: Der frühere Prähistorie-Erlebnispark Archaeolink bei Oyne am Fuß des Bennachie ist seit 2011 geschlossen und kein Ausflugsziel mehr. Die echten Monumente in der Landschaft sind ohnehin eindrucksvoller – und kosten keinen Eintritt.

Was bietet die Küste von Aberdeenshire?

Die Küste bietet Klippen, Seevogelkolonien, leere Strände und winzige Fischerdörfer – oft ohne andere Besucher. Rund zehn Kilometer südlich von Peterhead liegen die Bullers of Buchan, eine eingestürzte Meereshöhle: eine fast kreisrunde, rund 30 Meter tiefe Schlucht, in die das Meer durch einen Felsbogen strömt. Im Frühjahr und Sommer brüten an den Klippen Dreizehenmöwen, Papageitaucher, Eissturmvögel, Tordalke und Trottellummen. Ein Küstenpfad führt weiter zur Ruine von Slains Castle bei Cruden Bay, die Bram Stoker zu „Dracula“ inspiriert haben soll. An der Nordküste zwischen Fraserburgh und Banff ducken sich Pennan, Crovie und Gardenstown unter steile Hänge. Pennan wurde 1983 als Drehort des Films „Local Hero“ bekannt; die rote Telefonzelle des Dorfes steht seit 1989 unter Denkmalschutz und zieht bis heute Filmfans an. Weiter westlich bei Cullen thront die Ruine von Findlater Castle auf einer Klippe über dem Moray Firth. Lange Sandstrände findest du bei Balmedie nördlich von Aberdeen mit seinen hohen Dünen und bei St Cyrus im Süden. Das Hafenstädtchen Stonehaven lockt mit Hafenpromenade, beheiztem Freibad und dem Klippenweg nach Dunnottar. Die Strände sind sauber und selbst im Hochsommer selten voll.

Ist das Macduff Marine Aquarium geöffnet?

Nein, das Macduff Marine Aquarium ist derzeit wegen einer Erweiterung geschlossen (Stand Oktober 2026), ein Termin für die Wiedereröffnung ist noch nicht bekannt. Das Aquarium im Fischerstädtchen Macduff an der Banff-Küste wurde 1997 eröffnet und zeigt das Meeresleben des Moray Firth – vom Felsufer bis in tiefere Zonen, die sonst nur Taucher sehen. Laut der offiziellen Website wird das Haus derzeit vergrößert und modernisiert; im Januar 2026 hieß es, der Anbau mit einem neuen Café und Restaurant mit Meerblick mache gute Fortschritte. Prüfe vor einer Reise die Website oder die Social-Media-Kanäle des Aquariums. Bis zur Wiedereröffnung kannst du das Meeresleben der Region direkt erleben: Die Betreiber haben den Moray Firth Snorkel Trail beschrieben, und an der Küste lassen sich bei ruhiger See Robben und mit etwas Glück Delfine beobachten. Das benachbarte Banff mit dem georgianischen Herrenhaus Duff House liegt nur eine Brücke entfernt.

Wie kommst du hin und wie lange solltest du bleiben?

Am schnellsten erreichst du die Region über den Flughafen Aberdeen oder mit dem Zug ab Edinburgh, der je nach Verbindung rund zwei Stunden 20 Minuten bis drei Stunden braucht. Für Burgen, Steinkreise und Küstendörfer brauchst du aber ein Auto, denn viele Ziele liegen abseits der Buslinien. Die A93 führt von Aberdeen durch Royal Deeside über Banchory und Ballater nach Braemar und weiter über den Cairnwell-Pass nach Perthshire. Die Küste erschließen die A90 nach Peterhead und Fraserburgh sowie die A98 entlang der Banff-Küste bis Cullen. Plane mindestens drei Tage: einen für Deeside und Balmoral, einen für die Schlösser rund um Alford und Inverurie und einen für die Küste. Mit fünf Tagen kannst du Speyside und einen Abstecher in die Cairngorms anhängen. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn die Schlösser geöffnet sind, die Seevögel brüten und die Highland Games stattfinden. Im Winter sind viele Trust-Häuser geschlossen, Ruinen und Steinkreise aber weiter zugänglich. Weitere Ideen für die Region liefert dir VisitScotland zu Aberdeenshire.

Was ist der Unterschied zwischen Aberdeen und Aberdeenshire?

Aberdeen ist eine eigenständige Stadt mit eigener Verwaltung, Aberdeenshire die umliegende Grafschaft. Für Reisende ist Aberdeen das Tor in die Region: Von hier erreichst du Royal Deeside, das Castle Country und die Küste in kurzer Fahrzeit.

Kann man Balmoral Castle besichtigen?

Ja, Gärten, Park und Ballsaal sind saisonal zugänglich, zusätzlich werden geführte Innenrundgänge angeboten. Die Zeiten ändern sich je nach Jahreszeit und Aufenthalt der Royal Family, deshalb vorab auf der offiziellen Website prüfen und Touren buchen.

Welche Burg in Aberdeenshire ist die schönste?

Das hängt vom Geschmack ab: Craigievar ist das märchenhafteste Schloss, Crathes überzeugt mit seinem Garten, Fyvie mit Kunst und Legenden. Die spektakulärste Kulisse bietet die Klippenruine Dunnottar Castle bei Stonehaven.

Hat das Macduff Marine Aquarium wieder geöffnet?

Nein, laut offizieller Website ist das Aquarium wegen einer Erweiterung vorübergehend geschlossen (Stand Oktober 2026). Ein Eröffnungstermin wurde noch nicht genannt.

Gibt es Archaeolink noch?

Nein, der Prähistorie-Park Archaeolink bei Oyne wurde 2011 geschlossen. Die Steinkreise der Umgebung wie Easter Aquhorthies und Loanhead of Daviot sind dagegen frei zugänglich.

Aberdeenshire – Schottlands Burgenland

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