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Wideford Hill Chambered Cairn: Grab mit Kraggewölbe über der Bucht von Firth

Wideford Hill Chambered Cairn: Grab mit Kraggewölbe über der Bucht von Firth

Wideford Hill Chambered Cairn liegt am Westhang des Wideford Hill auf der Orkney-Hauptinsel und ist ein jungsteinzeitliches Kammergrab des Maeshowe-Typs aus der Zeit zwischen 3500 und 2400 v. Chr. Ein langer Gang führt in eine Kammer mit drei Nebenzellen. Ein Teil des ursprünglichen Kraggewölbes ist erhalten, die Kammer wurde in der Vorzeit mit Steinen verfüllt.

Wideford Hill Chambered Cairn ist das Grab, an dem man auf Orkney am deutlichsten sieht, wie ein solcher Hügel von innen aufgebaut ist. Das liegt an einem Verlust: Der obere Teil des Hügels fehlt, und so lassen sich die ringförmigen Mauern, die den Kern des Baus umgeben, ohne Mühe ablesen. Hinzu kommt ein seltenes Detail, ein Stück des ursprünglichen Kraggewölbes ist noch vorhanden.

Der Bau liegt auf einer künstlichen Terrasse am steilen Westhang des Hügels und hat einen weiten Blick über die Bucht von Firth. Diese Seite erzählt, wie das Grab aufgebaut ist, was die Forscher des 19. und 20. Jahrhunderts fanden, was es mit dem Loch im Dach und der Verfüllung auf sich hat und welche Siedlungen am Fuß des Hügels ausgegraben wurden. Als Nachbar auf dem Gegenhang bietet sich das Grab von Cuween Hill an.

LageWesthang des Wideford Hill, Blick über die Bucht von Firth, Orkney-Hauptinsel
ZeitJungsteinzeit, etwa 3500 bis 2400 v. Chr.
TypKammergrab des Maeshowe-Typs
Aufbaulanger Gang, Mittelkammer, drei Nebenzellen
BesonderheitTeil des ursprünglichen Kraggewölbes erhalten
Erforschung1849 erste Untersuchung, 1935 weitere Räumung

Wo liegt das Grab und was sieht man im Gelände?

Der Wideford Hill ist ein Hügel auf der Orkney-Hauptinsel. Das Grab liegt an seinem steilen, nach Westen gerichteten Hang auf einer künstlich geschaffenen Terrasse. Von dort geht der Blick über die Bucht von Firth. Ein Zaun trennt die Anlage vom umgebenden Weideland.

Die Erbauer wählten den Platz mit Bedacht. Ursprünglich war das Grab weithin sichtbar und stand in Sichtverbindung zu anderen Monumenten, vor allem zum Grab auf dem Cuween Hill. In seinem heutigen Zustand ist das Grab keine auffällige Erscheinung mehr. Aus der Ferne erkennt man es kaum, höchstens an dem anderen Bewuchs innerhalb der Einzäunung.

Dafür belohnt der Hang mit rauem Weideland und ausgezeichneten Ausblicken über den Wide Firth zu den anderen Inseln der Gruppe. Das ist der Gewinn des Orts: weniger spektakuläres Bauwerk als stille Landschaft mit einem Grab darin.

Wie ist der Hügel von innen aufgebaut?

Ein langer Gang führt von außen in eine zentrale Kammer. Von der Kammer gehen drei Zellen ab, deren Decken als Kraggewölbe gebaut sind. Das heißt, die Steinplatten ragen Lage um Lage nach innen, bis sich der Raum oben schließt. Die Wände bestehen aus fein gesetztem Trockenmauerwerk, die Gewölbe enthalten einige außergewöhnlich große Steine.

Der Boden des Grabs wurde in den Felsen eingetieft und mit einer Schicht aus Erde und Lehm bedeckt. Die Kammer gehört zu den kleinsten ihres Typs. Das Besondere ist, dass ein Teil des ursprünglichen Dachs erhalten blieb. Das ist selten.

Grasbewachsene Terrasse mit niedrigem Steinhügel eines jungsteinzeitlichen Grabes an einem Hang über einer Bucht

Die Erbauer arbeiteten mit dem plattigen Sandstein der Gegend, der sich ohne Mörtel sauber verlegen lässt.

Was zeigen die ringförmigen Mauern im Hügel?

Weil der obere Teil des Hügels verloren ist, sind die Mauerringe sichtbar, die den Kern des Baus umschließen. Fachleute nennen sie konzentrische Stützmauern. Die Mauern liegen wie Schalen umeinander, ein Aufbau, den man an einem vollständig erhaltenen Hügel nie zu sehen bekäme.

Die heutige Stufenform ist ein Ergebnis von Sicherungsarbeiten im 20. Jahrhundert. Sie zeigt nicht das Aussehen des Bauwerks zur Zeit der Erbauer, sondern macht den inneren Aufbau lesbar. Wer den Hügel sieht, sieht deshalb eine Art Schnitt durch ein Grab. Das ist ähnlich beim Grab von Quoyness auf der Insel Sanday, dessen Hügel ebenfalls im 20. Jahrhundert gesichert wurde.

Wer die Stufen mit dem hohen, geschlossenen Hügel von Maeshowe vergleicht, erkennt, wie viel Arbeit unter dem Gras steckt. Das Grab hier ist ein Lehrstück in Bauweise.

Was hat es mit dem Loch im Dach auf sich?

Der Antiquar George Petrie erforschte das Grab 1849 als Erster und hielt fest, dass im Dach der Kammer ein Loch war. Durch dieses Loch wurde die Kammer in der Vorzeit mit Steinschutt gefüllt. Warum man das tat, ist offen.

Interessant ist das Loch auch, weil in anderen Ganggräbern ausgerichtete Öffnungen und sogenannte Lichtkästen vorkommen. Ob die Öffnung in Wideford schon vor der Verfüllung eine Aufgabe hatte, lässt sich nicht sagen.

Was fanden Petrie und die späteren Ausgräber?

Bei den Untersuchungen im 19. Jahrhundert wurden keine Spuren menschlicher Bestattungen gefunden, nur Tierknochen. Dass das Grab Toten diente, ergibt sich aus dem Vergleich mit anderen Gräbern desselben Typs. Die Funde aus dem Grab sind heute verloren.

1934 kam die Anlage in staatliche Obhut. 1935 räumte Kilbride-Jones das Grab im Auftrag des Ministry of Works weiter aus. Das geschah nach den Methoden jener Zeit, und die Veröffentlichung der Arbeiten erschien erst rund vierzig Jahre nach der Grabung. Deshalb bleibt die volle Aussagekraft des Grabs eingeschränkt.

Die Zeitspanne von 3500 bis 2400 v. Chr. gehört zur Gruppe der Maeshowe-Typ-Gräber insgesamt. Für das Grab von Wideford gibt es keine naturwissenschaftlichen Daten, und auch die Gräber dieser Art sind insgesamt nur dürftig datiert.

Gibt es jungsteinzeitliche Ritzungen im Grab?

Ja, aber sie sind selten und sehr schwach. Im Grab finden sich Beispiele für jungsteinzeitliche Ritzkunst. Solche Zeichen sind wichtig, weil sie die Verbindung zwischen den Siedlungen der Rillenkeramik-Kultur, etwa Skara Brae und dem Ness of Brodgar, und den kunstvollen Gräbern stärken. Dieselbe Verbindung zeigt sich an den Grundrissen von Häusern und Gräbern.

Einige Ritzungen wurden durch modernes Graffiti beschädigt. Das Einritzen von Graffiti ist heute gesetzlich verboten. Wer ins Grab geht, sieht deshalb nicht nur alte Zeichen, sondern auch die Spuren späterer Besucher, die sie überlagern. Das ist ein Grund mehr, die Wände nicht zu berühren.

Weite Hanglandschaft mit Weideland und Blick über eine Meeresbucht auf Orkney bei bedecktem Himmel

Was unterscheidet Wideford vom Nachbargrab Cuween Hill?

Beide Gräber gehören zur Gruppe der Maeshowe-Typ-Gräber, und beide besitzen eine der kleinsten Hauptkammern dieses Typs. Die Unterschiede liegen im Detail. Wideford hat drei Nebenzellen und einen langen Gang, Cuween vier Zellen und eine kurze, tief liegende Kammer. Wideford hat dafür Teile des ursprünglichen Dachs bewahrt und zeigt die Mauerringe des Hügels, während Cuween Hill von außen ein geschlossener Hügel geblieben ist.

Zur Verwandtschaft zählen außerdem Maeshowe, Quoyness, Holm of Papa Westray und Vinquoy. Gräber anderer Bauart aus derselben Zeit sind Isbister, Midhowe, Knowe of Yarso, Blackhammer und Taversoe Tuick. Mit den jungsteinzeitlichen Häusern von Skara Brae, dem Ness of Brodgar und Barnhouse sind sie durch dasselbe Bauwissen verbunden.

Fast die Hälfte der zwölf bekannten Gräber vom Typ Maeshowe steht in staatlicher Obhut. Es gibt Zweifel, ob diese klassische Einordnung wegen der großen Vielfalt der Bauten trägt. Die ausgezeichnete Architektur und die Nähe zu gleichzeitigen Siedlungen machen die Gräber einzeln wie als Gruppe bedeutend.

Welche Siedlungen gehörten zum Grab?

Zwei Siedlungen in der Nachbarschaft sind bekannt. Die Siedlung von Wideford Hill wurde 2002 und 2003 am Fuß des Hügels im Nordwesten ausgegraben. Die Siedlung auf dem Brae of Smerquoy an den unteren südwestlichen Hängen wurde von 2013 bis 2016 untersucht. In beiden fanden sich Gebäude aus Holz und aus Stein, die älter sind als das Grab.

Die Grabungen waren Teil des Cuween-Wideford Landscape Project, eines Feldforschungsprojekts, das Historic Scotland, die Vorgängerin der heutigen Behörde, teilweise finanzierte. Es hat das Wissen über die Jungsteinzeit in der Bucht von Firth stark erweitert. Das Muster, dass Gräber in der Nähe von Siedlungen stehen, wiederholt sich damit.

Die ausgegrabenen Siedlungen liegen heute unter bestellten Feldern und sind nicht zu sehen. Das nahe Grab von Quanterness ist nicht öffentlich zugänglich. Umso wichtiger ist die Verbindung mit den Anlagen, die man besuchen kann: dem Hügelgrab Maeshowe und dem Ring of Brodgar.

Was ist über das Grab noch unbekannt?

Mehrere Fragen sind offen. Die frühe Räumung war unwissenschaftlich, und die Veröffentlichung der Arbeiten der 1930er Jahre erschien erst lange nach der Grabung. Es gibt keine naturwissenschaftlichen Daten für das Grab, und die Gräber dieses Typs sind insgesamt schlecht datiert. Die Funde aus dem Grab sind verloren.

Auch die Bedeutung des Lochs im Dach ist ungeklärt, und die soziale und geistige Bedeutung der Stätte wurde nicht untersucht. Eine genaue Aufnahme der Ritzungen würde die Zeichen in den Zusammenhang der jungsteinzeitlichen Kunst von Skara Brae und vom Ness of Brodgar stellen. Bis dahin bleibt Wideford ein Grab, dessen Bauweise besser bekannt ist als seine Geschichte.

Wie verbindet man Wideford mit anderen Orkney-Stätten?

Sie können den Besuch gut mit dem Grab von Cuween Hill verbinden, das auf dem Gegenhang liegt und mit Wideford in Sichtverbindung steht. Der Vergleich der beiden Gräber lohnt sich, weil sie sich im Grundriss unterscheiden: Cuween hat vier Zellen, Wideford drei.

Kirkwall selbst bietet den Bischofs- und Earlspalast, der aus einer viel jüngeren Epoche stammt. Der Gegensatz zwischen den Zeiten gehört zum Reiz der Inselgruppe, die Sie in der Übersicht zu Orkney finden.

Wie alt ist das Grab auf dem Wideford Hill?

Es stammt aus der Jungsteinzeit. Die Spanne von etwa 3500 bis 2400 v. Chr. gehört zur Gruppe der Maeshowe-Typ-Gräber.

Wie ist das Grab aufgebaut?

Ein langer Gang führt in eine Mittelkammer mit drei Zellen. Die Decken sind als Kraggewölbe gebaut, ein Teil des ursprünglichen Dachs ist erhalten.

Wurden Skelette gefunden?

Bei den frühen Untersuchungen fanden sich nur Tierknochen. Dass das Grab der Bestattung diente, folgt aus dem Vergleich mit ähnlichen Gräbern.

Was bedeutet die Verfüllung der Kammer?

Die Kammer wurde in der Vorzeit durch ein Loch im Dach mit Schutt gefüllt. Der Grund dafür ist offen.

Gibt es Ritzungen?

Ja, sehr schwache jungsteinzeitliche Ritzungen, die teilweise durch modernes Graffiti beschädigt sind.

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