Schottland.info
Royal Yacht Britannia in Leith: Besuch & Geschichte

Royal Yacht Britannia in Leith: Besuch & Geschichte

Die Royal Yacht Britannia liegt seit 1998 in Leith bei Edinburgh und ist das ehemalige schwimmende Zuhause von Queen Elizabeth II. 44 Jahre diente sie der Königsfamilie, besuchte 135 Länder und ist heute ein Museumsschiff mit fünf Decks, Staatsgemächern und Mannschaftsquartieren, rund zwei Meilen vom Stadtzentrum entfernt.

Die Royal Yacht Britannia war das letzte von 83 königlichen Schiffen, eine Tradition, die 1660 unter Charles II. begann. Heute ist sie als Besucherattraktion in Leith geöffnet: Du siehst die Staatsgemächer, in denen Winston Churchill, Nelson Mandela und Ronald Reagan zu Gast waren, aber auch die engen Quartiere der Besatzung und den Maschinenraum. Dieser Ratgeber erzählt die belegte Geschichte, erklärt, was dich an Bord erwartet, und nennt Tickets, Öffnungszeiten und Anreise nach den Angaben der Betreiber.

Britannia ist auch bei Regen ein guter Ausflug, denn der Rundgang findet überwiegend drinnen statt. Eine Tour lässt sich bequem mit einem Tag in der Hauptstadt Edinburgh verbinden.

LiegeplatzOcean Terminal, Ocean Drive, Leith, Edinburgh EH6 6JJ, rund 2 Meilen vom Stadtzentrum
Stapellauf16. April 1953, John Brown & Co, Clydebank
Im Dienst1954 bis 1997 (44 Jahre), 968 Staatsbesuche, über 1 Million Seemeilen
Für Besucher geöffnet seit19. Oktober 1998
Tourdauerdurchschnittlich 2 Stunden, fünf Decks, Aufzüge
Eintritt (Oktober 2026 bis 21. März 2027)Erwachsene online 23 Pfund, an der Kasse 25 Pfund; Kinder 7 bis 15 Jahre 11,50 Pfund online
Öffnungstage363 Tage im Jahr, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar

Wie entstand die Royal Yacht Britannia?

Britannias Vorgängerin war die Victoria & Albert III, die nicht mehr unter Segeln fuhr. Sie wurde 1939 außer Dienst gestellt und 1954 abgewrackt. 1952 wurde entschieden, eine neue Yacht zu bauen, die um die Welt fahren und im Krieg als Lazarettschiff dienen konnte. Am 4. Februar 1952 erteilte die Admiralität den Auftrag an John Brown & Co in Clydebank. Zwei Tage später starb König George VI.; seine Tochter Elizabeth II. war nun auch für die Fertigstellung des Schiffs verantwortlich.

John Brown hatte die Liner Queen Elizabeth und Queen Mary gebaut. Britannia war eines der letzten genieteten Schiffe und lief am 16. April 1953 vom Stapel. Ihren Namen hielt man geheim, bis die Queen die Flasche zerschlug, gefüllt mit Empire-Wein, weil Champagner im Nachkriegsbritannien als zu extravagant galt, und sagte: „I name this ship Britannia“. Die Probefahrten begannen am 3. November 1953 vor der schottischen Westküste, am 11. Januar 1954 wurde sie in die Royal Navy übernommen, und am 22. April lief sie in Maltas Grand Harbour ein.

In 44 Jahren legte Britannia nach Angaben der Betreiber so viele Meilen zurück, als würde sie jedes Jahr einmal um die Welt fahren: über eine Million Seemeilen, 968 Staatsbesuche und über 600 Häfen in 135 Ländern. Die Honigmond-Fahrten vier königlicher Paare fanden an Bord statt, das erste 1960 mit Prinzessin Margaret und Antony Armstrong-Jones. Auch als „Botschafterin der britischen Wirtschaft“ diente sie: Auf Handelsreisen, den „Sea Days“, empfing sie Spitzen aus Politik und Wirtschaft. Laut Overseas Trade Board brachten diese Tage zwischen 1991 und 1995 allein drei Milliarden Pfund für den Staatshaushalt. 1986 evakuierte Britannia im Bürgerkrieg im Südjemen britische Staatsbürger aus Aden.

Wie sieht das Leben an Bord aus: Staatsgemächer und Mannschaft?

Britannia wird oft als zwei Schiffe in einem beschrieben. Am Heck liegen die ruhigen, eleganten State Apartments und die Wohnräume der Königsfamilie, vor dem Schornstein befand sich ein funktionstüchtiges Kriegsschiff, in dessen enger Welt Besatzung und Technik untergebracht waren. Jeder Matrose der Yacht war handverlesen, und sein Befehl lautete, „täglich nach Perfektion zu streben“.

Die Staatsgemächer waren die Bühne für Staatsempfänge und Bankette, bei denen die Gäste dieselbe Pracht erlebten wie in einem königlichen Palast. Queen Elizabeth II. beschrieb die Yacht als „den einen Ort, an dem ich mich wirklich entspannen kann“. Britannia war die einzige königliche Residenz, bei deren Gestaltung die Queen und Prinz Philip das letzte Wort hatten; die Rumpffarbe Blau wurde von der Rennyacht Bluebottle inspiriert, einem Hochzeitsgeschenk. Mehr über den Lebensabschnitt der Mannschaft zeigt der Bereich „Life Below Decks“: die Besatzung, ihre Gebräuche und die Arbeitsräume, die im krassen Gegensatz zu den Staatsgemächern stehen.

Welche königlichen Rennyachten gehören zur Britannia-Flotte?

Zur Flotte der Britannia-Stiftung gehören auch historische königliche Rennyachten. Bluebottle ist ein 70 Jahre altes Holzboot der Dragon-Klasse, das noch heute internationale Regatten bestreitet. Coweslip, eine 20 Fuß lange Flying-Fifteen-Kielyacht von Uffa Fox, wurde der Queen und Prinz Philip 1949 als verspätetes Hochzeitsgeschenk überreicht. Bloodhound, 1936 bei Camper & Nicholsons gebaut, gehörte dem Paar von 1962 bis 1969.

Der Trust hat sich zum Ziel gesetzt, die gesamte Flotte der früheren königlichen Rennyachten wieder zu vereinen. Je nach Konservierungsarbeiten liegen Bloodhound und Coweslip neben Britannia oder sind in Restaurierung, während Bluebottle weltweit an Regatten teilnimmt. Bluebottle wird von den Seglern Graham und Julia Bailey gesteuert und gilt als die ikonischste aller Dragon-Yachten, die oft moderne Glasfaser-Boote schlägt. Prinz Philip segelte mit Uffa Fox häufig auf Coweslip und gewann Rennen.

Wann und wie endete Britannias Dienstzeit?

Am 23. Juni 1994 kündigte die Regierung von John Major an, dass die Yacht nicht mehr überholt wird, weil die Kosten zu hoch gewesen wären. Nach der Wahl 1997 bestätigte die neue Labour-Regierung im Oktober, dass es keinen Ersatz geben würde. Am 20. Oktober 1997 verließ Britannia Portsmouth zu einer Abschiedsfahrt rund um Großbritannien mit sechs großen Häfen, darunter Glasgow. Beim Passieren der Werft von John Brown ließ sie die Sirenen ertönen.

Am 11. Dezember 1997 wurde sie außer Dienst gestellt. Alle Uhren an Bord wurden um 15:01 Uhr angehalten, als Elizabeth II. zum letzten Mal an Land gepfiffen wurde. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die Queen öffentlich eine Träne zeigte, während die Band der Royal Marines „Highland Cathedral“ spielte. Am 5. Mai 1998 erreichte Britannia Leith und eröffnete am 19. Oktober 1998 als Besucherattraktion. 2016 begrüßte sie fünf Millionen Besucher, und im Oktober 2023, 25 Jahre nach der Eröffnung, waren es über sieben Millionen. König Charles III. besuchte das Schiff am 3. Juli 2023 bei einem Empfang der Association of Royal Yachtsmen. 2025 eröffnete ein neues Besucherzentrum mit Shop und einer Ausstellung zur Geschichte der königlichen Yachten.

Was kostet der Besuch und wie lange ist geöffnet?

Die Signature Tour ist ein Rundgang mit Audioguide in 42 Fassungen, darunter 36 Sprachen, plus Gebärdensprache und Braille. Du wählst online einen Termin, kannst aber so lange bleiben, wie du möchtest, solange das Schiff geöffnet ist. Vorab gebuchte Tickets sind günstiger. Nach den Angaben vom Oktober 2026 kosten Tickets bis zum 21. März 2027 für Erwachsene 23 Pfund online und 25 Pfund an der Kasse, flexibel verwendbare Tickets 27 Pfund. Jugendliche von 16 bis 21 Jahren und Studierende zahlen 11,50 Pfund online, Kinder von 7 bis 15 Jahren ebenfalls 11,50 Pfund, Kinder bis 6 Jahre sind frei. Mitglieder der Streitkräfte zahlen 15 Pfund, eine begleitende Pflegeperson ist frei. Zum Ticket gehört ein kostenloser Jahrespass für 12 Monate, den du nach dem Besuch beantragst.

Britannia ist 363 Tage im Jahr geöffnet und nur am 25. Dezember und 1. Januar geschlossen. Von Januar bis März ist der Einlass von 10:00 bis 15:00 Uhr, Schluss um 17:00 Uhr; von April bis Oktober von 9:30 bis 16:00 Uhr, Schluss 18:00 Uhr; im November und Dezember wie im Winter von 10:00 bis 15:00 Uhr, am 24. Dezember gilt als letzter Einlass 14:30 Uhr. Das Schiff ist über zwei zentrale Aufzüge sehr gut barrierefrei erreichbar. Hunde sind nicht erlaubt, ausgenommen Assistenzhunde; Fotos sind erlaubt, Gepäck kannst du am Handset-Desk abgeben. Zum Jahreswechsel bietet Britannia außerdem ein Hogmanay-Erlebnis an Bord, bei dem Gäste mit rotem Teppich und Dudelsack begrüßt werden; mehr zum Fest steht im Beitrag Hogmanay in Edinburgh. Das Hotel Fingal, ein ehemaliges Tender der Northern Lighthouse Board mit 22 Kabinen, liegt fünf bis zehn Gehminuten entfernt.

Wie komme ich zur Royal Yacht Britannia?

Das Schiff liegt am Einkaufszentrum Ocean Terminal in Leith; der Eingang befindet sich im zweiten Obergeschoss des Zentrums. Mit der Tram fährst du bis zur Haltestelle „Ocean Terminal“. Ein Erwachsenenticket kostet laut Betreiber 2,40 Pfund pro Fahrt, die Rückfahrkarte 4,60 Pfund; die Fahrscheine kaufst du vorab am Automaten am Bahnsteig. Von der Innenstadt fahren die Lothian-Buslinien 10, 16, 34 und 35, ein Einzelticket kostet 2,20 Pfund. Zu Fuß oder mit dem Rad kannst du dem autofreien Weg am Water of Leith folgen.

Mit dem Auto lautet die Postleitzahl EH6 6JJ; im Ocean Terminal gibt es ein kostenloses Parkhaus (Höhenbegrenzung zwei Meter), aber keine Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen. Der nächste Bahnhof ist Edinburgh Waverley. Alles zur Ankunft im Land findest du in unserem Beitrag Anreise nach Schottland, und wer mehrere Sehenswürdigkeiten kombinieren will, schaut im Beitrag zum Edinburgh Castle vorbei.

Wie lange dauert ein Besuch der Royal Yacht Britannia?

Die Betreiber nennen im Durchschnitt zwei Stunden für den Rundgang. Zusätzlich lohnt Zeit für den Royal Deck Tearoom.

Muss ich Tickets vorab kaufen?

Nein, Tickets gibt es auch an der Kasse (nur Karte oder kontaktlos). Online im Voraus sind sie günstiger, und du kannst den Eingang für vorgebuchte Tickets nutzen.

Ist Britannia barrierefrei?

Ja, das Schiff ist über zwei zentrale Aufzüge gut zugänglich. Eine begleitende Pflegeperson hat freien Eintritt.

Kann ich auf der Royal Yacht Britannia übernachten?

Nein, auf Britannia selbst gibt es kein Hotel. Das Fingal Hotel, ein ehemaliger Tender mit 22 Kabinen, liegt fünf bis zehn Gehminuten entfernt im selben Hafen.

Wann ist die Royal Yacht Britannia geschlossen?

Am 25. Dezember und am 1. Januar. Sie ist 363 Tage im Jahr geöffnet; an manchen Tagen gelten kürzere Zeiten.

Edinburgh entdecken

Britannia, Burg und Altstadt: Plane den Aufenthalt in der Hauptstadt.

Zum Edinburgh-Ratgeber