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Ring of Brodgar und Stones of Stenness: Steinkreise auf Orkney

Ring of Brodgar und Stones of Stenness: Steinkreise auf Orkney

Der Ring of Brodgar auf Mainland Orkney ist der größte Steinkreis Schottlands: 36 von ursprünglich vermutlich 60 Steinen sind erhalten, bis zu 4,7 Meter hoch. Die Anlage entstand zwischen 2600 und 2400 v. Chr. auf einer Landzunge zwischen zwei Lochs. Die nahen Stones of Stenness sind noch älter. Beide sind frei zugänglich und ganzjährig geöffnet.

Der Ring of Brodgar und die Stones of Stenness liegen auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Salzwasser-Loch of Stenness und dem Süßwasser-Loch of Harray. Beide Monumente gehören zum Weltkulturerbe Heart of Neolithic Orkney und sind zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen.

Dieser Ratgeber erklärt Bau und Alter der beiden Steinkreise, die Hügelgräber und Einzelsteine ringsum, die Geschichte von Odins Stein und die Praxis des Besuchs. Maeshowe und Skara Brae, die anderen Stätten des Weltkulturerbes, liegen in der Nähe; eine Übersicht bietet die Seite zu Orkney.

LageB9055 etwa 5 Meilen nordöstlich von Stromness, Mainland Orkney
Ring of BrodgarSteinkreis mit Graben (Henge), 2600 bis 2400 v. Chr.; 36 Steine erhalten, 2,1 bis 4,7 m hoch
Stones of StennessHenge um 3000 v. Chr., vier Steine erhalten, möglicherweise das älteste Henge Britanniens
Eintrittfrei, ganzjährig geöffnet
AusstattungParkplatz; keine Toiletten, die nächsten am Besucherzentrum Maeshowe
Schutzseit 1882 eines der ersten geschützten Denkmäler Britanniens, 1999 UNESCO-Welterbe

Was ist der Ring of Brodgar?

Der Ring of Brodgar ist ein Henge: eine kreisrunde Anlage, die ein Graben umschließt, mit einem Steinkreis auf der inneren Plattform. Die Steine bilden einen fast perfekten Kreis mit einem Durchmesser von rund 104 Metern. Der Graben wurde direkt aus dem Fels geschlagen; er war ursprünglich etwa vier Meter tief und zehn Meter breit und gehört zu den größten Henge-Anlagen Britanniens, nur Avebury und der Große Kreis von Stanton Drew sind größer.

Von den vermutlich 60 Steinen sind 36 erhalten, 21 davon stehen aufrecht. Sie sind zwischen 2,1 und 4,7 Meter hoch. Einige Steine sind verloren, andere nur als Stümpfe oder Verkeilsteine erhalten, wieder andere liegen dort, wo sie fielen. Mehrere hat das Ministerium für öffentliche Arbeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder aufgerichtet. Mindestens ein Stein wurde vom Blitz getroffen, ein anderer trägt eine nordische Runeninschrift, den Namen Bjorn, und ein kleines Kreuz.

Der Kreis ist auffällig regelmäßig angelegt, doch Ausgrabungen fanden zwei Steinlöcher, die auffallend flach sind. Das erklärt vielleicht, warum so viele Steine stürzten. Ob die Bauleute alle 60 Plätze je besetzten, weiß niemand; die heutige Form zeigt nur die letzte Phase eines Denkmals, das sich über lange Zeit verändert haben dürfte.

Wie alt ist der Ring of Brodgar und wie wurde er gebaut?

Genaue Daten fehlen, weil das Denkmal kaum untersucht ist. Colin Renfrew legte 1973 drei schmale Gräben an; zwei davon, die den Graben querten, wurden 2008 wieder geöffnet und erweitert. Die wenigen Radiokarbondaten sprechen dafür, dass der Graben zwischen 2600 und 2400 v. Chr. entstand. Die umliegenden Hügelgräber und die Steinsetzung stammen aus der Zeit zwischen 2500 und 1500 v. Chr. Die Stones of Stenness, die Siedlung Barnhouse und der Ness of Brodgar standen demnach schon, als man den Graben aushob.

Der Aufwand war enorm. Der Graben wurde offenbar abschnittsweise aus dem Fels gebrochen, vermutlich mit Hammersteinen, Keilen und Geweihpickeln. Weil die Abschnitte einzeln gegraben wurden, waren wohl getrennte Arbeitsgruppen am Werk, vielleicht aus verschiedenen Teilen Orkneys. Der Aushub bildete keinen Außenwall, wie bei anderen Henges üblich; wahrscheinlich diente ein Teil für die Plattform im Inneren. Zwei Zugänge, Dämme von etwa drei Metern im Nordwesten und gut einem Meter im Südosten, führen über den Graben.

Die Steine bestehen aus verschiedenen Gesteinen; bis zu sieben Quellen sind denkbar. Drei sind benannt: Houton, Staneyhill und Vestra Fiold. In Vestra Fiold, einem Hügel etwa zehn Kilometer nordwestlich, der vom Ring aus sichtbar ist, liegen noch Monolithen im Steinbruch. Möglicherweise standen die verschiedenen Herkünfte auch für verschiedene soziale Gruppen. Pollenproben aus dem Graben zeigen eine offene Graslandschaft mit wenig Baumbestand, etwa wie heute, dazu Spuren von Getreidepollen.

Wozu der Ring diente, ist unbekannt. Im Inneren hat man noch nie gegraben; Messungen im Boden zeigten kaum Hinweise. Vermutet werden Zeremonien, bei denen Lebende und Ahnen in Beziehung traten, auch Mondbeobachtungen sind im Gespräch, doch ein Beweis fehlt. Eine Volkserzählung erklärt den Kreis einfacher: Riesen tanzten im Kreis, bis die Sonne aufging und sie zu Stein erstarrten. Der Comet Stone galt darin als der Geiger.

Was sind die Stones of Stenness?

Die Stones of Stenness sind möglicherweise das älteste Henge Britanniens und entstanden zwischen 3000 und 2900 v. Chr. Die Radiokarbondaten stammen von Knochen im Graben, der in den Fels geschlagen, mindestens vier Meter breit und zwei Meter tief war. Von möglichen zwölf Steinen stehen heute vier, einige davon wieder aufgerichtet. Die Steine sind sehr hoch und dünn, wie Klingen aus Sandstein, und stehen an der Grenze der Statik. Der Kreis war wohl nie fertig: Für „Stein 12“ gibt es kein Loch, das Loch von Stein 9 war zu flach, um einen Stein aufrecht zu halten.

Im Inneren lag eine große Feuerstelle, die noch sichtbar ist. Eine Linie aus Pflaster, Steinsetzungen, möglicher zweiter Feuerstelle und drei Steinen, die man als „Dolmen“ aufgestellt hat, führt zu ihr hin; der Dolmen ist vermutlich eine Fantasie des frühen 20. Jahrhunderts und wurde umgebaut. Keramik und Tierknochen zeigen, dass Besucher am Platz kochten und aßen. Nahe der Stones stehen der Watch Stone und der Barnhouse Stone, die vermutlich zum Henge gehören; der Watch Stone steht am Bridge of Brodgar am Südende des Damms zwischen den Lochs.

Im Jahr 2016 und 2017 ergab ein Datierungsprogramm, dass die Stones und die Siedlung Barnhouse gleichzeitig genutzt wurden. Die Halle von Barnhouse und die Feuerstelle der Stones haben ähnliche Innenräume, und die gleiche Grooved-Ware-Keramik wurde an beiden Orten verwendet. Rund um die Stones fand man zudem außergewöhnlich viele zerbrochene jungsteinzeitliche Keulenköpfe im Pflugboden.

Was liegt rund um die beiden Kreise?

Um den Ring von Brodgar liegen mindestens 13 vorgeschichtliche Grabhügel und eine Steinsetzung. Südöstlich steht der einzelne Comet Stone, 1,75 Meter hoch; zwei Stümpfe daneben lassen vermuten, dass er einmal zu einer größeren Gruppe gehörte. Der Plumcake-Hügel, benannt nach seiner Form, wurde 1854 von James Farrer und George Petrie geöffnet: zwei Steinkisten mit verbrannten Knochen, eine in einer verzierten Urne aus Speckstein. Ein Knochenstück ist auf 1745 bis 1566 v. Chr. datiert, also frühe Bronzezeit.

Salt Knowe, ein auffälliger Hügel am salzigen Loch of Stenness, ist ähnlich groß wie Maeshowe; über Zweck und Alter ist nichts bekannt. Der Fresh Knowe am Süßwasser-See ist elliptisch und sorgfältig gebaut, möglicherweise ein jungsteinzeitliches Grab, das älter ist als der Ring. Zwischen den beiden Kreisen stand einst ein berühmter Stein mit Loch, der Stone of Odin. Paare reichten sich durch die Öffnung die Hand, um ein Versprechen unverbrüchlich zu machen. 1814 begann ein Bauer, Steine umzustoßen, darunter auch Odins Stein; die Orcadier protestierten. Das war ein früher Fall von Bürgerprotest für ein Denkmal. Die Stelle des Steins wurde 1991 entdeckt.

Auf der Landzunge liegen außerdem der Ness of Brodgar, eine Siedlung am Damm zwischen den Kreisen, und Hinweise auf weitere Anlagen. Eine Geophysik-Untersuchung fand nördlich des Dyke o’Sean eine große Zahl von Gehegen, Feldgrenzen und anderen Strukturen. Dass so viele Denkmäler samt Siedlungen so dicht beieinander liegen, ist in Britannien einzigartig.

Wer hat die Steine schon früher bewundert?

Der erste bekannte Bericht über den Ring stammt aus dem Jahr 1529, mit Text und Zeichnungen. Sir Walter Scott schrieb 1814: „Stonehenge übertrifft diese Monumente, aber ich glaube, sonst sind sie in Britannien ohne Vergleich.“ Der Geologe Hugh Miller beschrieb sie 1846 als Versammlung alter Druiden, „geheimnisvoll streng und unerschütterlich zottig und schweigsam“. Der Ring gehört zu den ersten Denkmälern Britanniens, die 1882 unter Schutz standen, 1906 kam er in staatliche Obhut, und die meisten umgefallenen Steine wurden damals wieder aufgerichtet.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Gelände offenbar als Übungsplatz: Ein Foto im Imperial War Museum zeigt Bren-Gun-Carrier des 9. Bataillons der Gordon Highlanders zwischen den Steinen, aufgenommen am 18. Juni 1941. Seit 1999 sind beide Monumente Teil des Welterbes, des ersten archäologischen Ortes Schottlands, der wegen kultureller Werte aufgenommen wurde. Das Gebiet ist zudem die einzige Conservation Area Schottlands, die wegen ihrer Archäologie ausgewiesen wurde.

Auch heute treffen sich Menschen an den Kreisen, zu den Sonnenwenden und zu Zeremonien. Für die Inselbewohner ist der Ring ein Symbol der Zugehörigkeit. Sein Anblick wird so oft abgebildet, dass er oft für die gesamte schottische Jungsteinzeit steht.

Wie besuche ich den Ring of Brodgar und die Stones of Stenness?

Beide Stätten sind kostenlos und das ganze Jahr geöffnet. Am Ring gilt ein Einbahnweg; festes Schuhwerk ist ratsam, und einzelne Teile des inneren Wegs werden zeitweise gesperrt, damit sich das Gras erholt. Besucher nutzen die beiden Dämme über den Graben; ein Zaun lenkt sie zum nördlichsten Eingang. Auf die Hügel sollte man nicht klettern. Das Umland pflegt der Vogelschutzverband RSPB, mit Brutvögeln und Wildblumen; es gibt einen Rundweg an beiden Seiten der Lochs. Allgemeines zu Tieren in Schottland steht unter Wildtiere.

Am Ring gibt es keine Toiletten, die nächsten stehen am Besucherzentrum von Maeshowe. Der Ring liegt etwa fünf Meilen nordöstlich von Stromness an der B9055, es gibt Parkplätze und Platz für Busse. Die Stones of Stenness liegen etwa eine Meile weiter, ebenfalls mit Parkplatz. Hunde sind im Freien willkommen; Ritzen oder Graffiti sind per Gesetz verboten.

Wer die Gegend an einem Tag sehen will, plant den Ring, die Stones und die Führung durch Maeshowe zusammen. Hinweise zur Anreise und zum Fahrzeug liefert die Seite zum Mietwagen. Die Zeiten für den Besuch hängen von der Jahreszeit ab; Überlegungen dazu stehen unter beste Reisezeit. Weitere Stätten in staatlicher Obhut bündelt die Übersicht Sehenswürdigkeiten.

Wie groß ist der Ring of Brodgar?

Der Steinkreis hat einen Durchmesser von rund 104 Metern; 36 Steine sind erhalten, 2,1 bis 4,7 Meter hoch. Es ist der größte Steinkreis Schottlands.

Was kostet der Eintritt?

Nichts. Ring of Brodgar und Stones of Stenness sind kostenlos und das ganze Jahr geöffnet.

Wie alt sind die Stones of Stenness?

Sie entstanden zwischen 3000 und 2900 v. Chr. und sind möglicherweise das älteste Henge Britanniens, also älter als der Ring of Brodgar.

Gibt es Toiletten am Ring of Brodgar?

Nein. Die nächsten öffentlichen Toiletten stehen am Besucherzentrum von Maeshowe.

Was war der Stone of Odin?

Ein Monolith mit rundem Loch zwischen den Kreisen, durch das Paare einander die Hand reichten, um Versprechen zu bekräftigen. Er wurde im 19. Jahrhundert zerstört.

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