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Quoyness Chambered Cairn: Das Kammergrab am Els Ness auf Sanday

Quoyness Chambered Cairn: Das Kammergrab am Els Ness auf Sanday

Quoyness Chambered Cairn liegt am Els Ness auf der Orkney-Insel Sanday und ist ein ovales jungsteinzeitliches Kammergrab des Maeshowe-Typs aus der Zeit zwischen 3500 und 2500 v. Chr. Ein Gang führt in eine auffallend hohe Hauptkammer mit sechs Nebenzellen. Der Hügel wurde 1867 für einen Broch gehalten und erst später als Grab erkannt.

Quoyness Chambered Cairn ist ein Orkney-Grab vom Typ Maeshowe, das weit entfernt von den übrigen liegt. Es steht auf Sanday, einer der nördlichen Inseln der Gruppe, nahe dem Ostufer der Landzunge Els Ness. Die Anlage hat eine außergewöhnlich hohe Hauptkammer, und große Teile der Gewölbe sind original erhalten.

Die Seite beschreibt das Grab, seine Plattform mit den Hörnern, die Funde und die Erforschung von 1867 bis in die 1950er Jahre. Sie erklärt auch, warum der Hügel heute den Bauzustand zeigt, nicht das Endergebnis, und was man über die Menschen weiß, die das Grab benutzten. Zum Vergleich bieten sich das Grab auf dem Wideford Hill und Maeshowe an.

LageEls Ness, nahe dem Ostufer, Insel Sanday, Orkney
ZeitJungsteinzeit, etwa 3500 bis 2500 v. Chr.
Typovales Kammergrab des Maeshowe-Typs
AufbauGang, hohe Hauptkammer, sechs Nebenzellen
Umgebungniedrige Steinplattform mit Hörnern
Erforschung1867 Farrer und Petrie, 1951 und 1952 Childe

Wo liegt das Grab Quoyness auf Sanday?

Sanday gehört zu den nördlichen Inseln von Orkney. Das Grab liegt nahe dem Ostufer der Landzunge Els Ness, in einer Einzäunung, in der Grab und Plattform stehen. Die Küste ist nah.

Die Lage in den Nordinseln hat Folgen für die Einordnung. Quoyness ist ein geografischer Ausreißer unter den Gräbern vom Typ Maeshowe. Dass der Bautyp bis hierher reicht, zeigt, wie weit sich Ideen und Techniken in der Jungsteinzeit verbreiteten.

Auf der Landzunge westlich des Grabs liegen zahlreiche kleine Steinhaufen. Einige können Grabhügel sein, andere sind durch Feldraine verbunden und können von der Beseitigung von Steinen für die Landwirtschaft stammen. Die Zuordnung ist ungeklärt.

Wie ist das Grab aufgebaut?

Das Grab ist oval. Der Zugang führt über einen Gang auf der Südostseite in die Hauptkammer, von der sechs Nebenzellen symmetrisch abgehen. In den Boden der Hauptkammer sind eine kreisrunde, mit Steinen ausgekleidete Grube und ein flacher, langer Graben eingetieft. Der Gang ist zum großen Teil nicht mehr überdacht oder modern ergänzt.

Das Besondere ist die Hauptkammer: Sie ist außergewöhnlich hoch. Große Teile des ursprünglichen Kraggewölbes sind erhalten, darunter die Decken der Nebenzellen. Beim Kraggewölbe ragt jede Steinlage ein Stück über die untere hinaus, bis sich der Raum oben schließt. Dass diese Gewölbe viele Jahrtausende überdauerten, sagt viel über das handwerkliche Können der Erbauer aus.

Niedriger ovaler Grabhügel aus Stein und Gras auf flachem Küstenland mit Zaun und Meer im Hintergrund

Was sind die Plattform und die Hörner?

Der Bau hat eine komplexe Baugeschichte. Das Grab wird von einer niedrigen Steinplattform umgeben, die jünger ist als der Kern. Von ihr stehen zwei Hörner ab, eines nach Südwesten, eines nach Nordosten, das zweite ist heute zerstört. An drei Stellen fanden sich an der Außenseite des Plattformrands kistenartige Konstruktionen.

Der Kern des Grabs hat eine eigene, komplexe Baugeschichte, und die Plattform kam später hinzu. Wozu sie genau diente, ist ungeklärt. Der Zweck der Kisten an der Außenseite ist ebenfalls offen.

Was wurde im Grab gefunden?

Aus dem Inneren kamen menschliche Überreste und Gegenstände aus Stein und Knochen. Die menschlichen Knochen lagen in den Nebenzellen und in der steingefassten Grube im Boden der Hauptkammer. Eine Knochenprobe wurde mit der Radiokarbonmethode auf 3098 bis 2907 v. Chr. datiert (kalibriert).

Gefunden wurde auch Rillenkeramik, die Keramik der Menschen von Skara Brae. Hinzu kamen eine Knochennadel und zwei bearbeitete Steingegenstände, zu denen es Gegenstücke in Skara Brae und in Pool gibt. Pool ist eine Siedlung im Norden von Sanday. Ob es eine Verbindung zwischen dem Grab und dieser nur teilweise ausgegrabenen Siedlung gibt, ist offen.

Rillenkeramik, im Englischen Grooved Ware, ist eine Keramik mit flachem Boden und eingeritzten oder aufgelegten Verzierungen. Sie ist das Kennzeichen der späten Jungsteinzeit auf Orkney und verbindet Gräber, Siedlungen und Steinkreise zu einem Kulturraum. Dass sie im Grab liegt, zeigt, dass die Menschen von Quoyness zu diesem Kreis gehörten.

Die Funde befinden sich in den National Museums of Scotland. Wer das Dorf kennt, in dem solche Gegenstände zum Alltag gehörten, sieht die Brücke zwischen Haus und Grab. Die Seite zu Skara Brae beschreibt das Dorf.

Wer erforschte das Grab und warum hielt man es für einen Broch?

1867 untersuchten James Farrer, Abgeordneter im Parlament, und George Petrie das Innere. Beide Altertumsforscher waren auf Orkney sehr aktiv. Sie deuteten den Bau als Broch, der später für Bestattungen wiederverwendet worden sei. Ein Broch ist ein eisenzeitlicher Rundturm, der mehrere tausend Jahre jünger ist als ein solches Grab. Der Irrtum zeigt, wie wenig man damals über die Jungsteinzeit wusste. Wie ein echter Broch aussieht, zeigt die Eisenzeit auf Orkney und Shetland.

1932 kam das Grab in staatliche Obhut. Zu diesem Zeitpunkt hatte es durch Schäden und Erosion gelitten. 1951 und 1952 grub Professor V. Gordon Childe im Auftrag des Ministry of Works einen Teil des Grabs aus. Childe war einer der berühmtesten und einflussreichsten Vorgeschichtsforscher des 20. Jahrhunderts. In den frühen 1950er Jahren wurde die Anlage gesichert und für Besucher zugänglich gemacht.

Die frühen Räumungen waren unwissenschaftlich, und das beeinträchtigt den Wert der Stätte. Vor allem der Zeitpunkt der Errichtung bleibt unklar. Für die Chronologie des Grabs besteht Klärungsbedarf.

Eingang und Gang aus Steinplatten in einen niedrigen Grabhügel auf einer flachen Insel unter bedecktem Himmel

Wie unterscheidet sich Quoyness von den Gräbern der Hauptinsel?

Die Zahl der Zellen ist ein erster Unterschied. Quoyness hat sechs symmetrisch angeordnete Nebenzellen, das Grab von Cuween Hill hat vier, das Grab auf dem Wideford Hill drei. Auch der Hügel ist anders: Er ist oval und nicht kreisrund, und er trägt eine Plattform mit Hörnern, die bei den beiden Nachbargräbern der Hauptinsel nicht beschrieben ist.

Gemeinsam ist den Gräbern die Bauweise. Alle bestehen aus Trockenmauerwerk mit Kraggewölben, und alle gehören zu einer kleinen Gruppe: Nur zwölf Gräber vom Typ Maeshowe sind auf Orkney bekannt, fast die Hälfte steht in staatlicher Obhut. Die Gräber unterscheiden sich so stark voneinander, dass Zweifel an der klassischen Einordnung bestehen. Gerade diese Vielfalt und die ausgezeichnete Baukunst machen sie einzeln und als Gruppe wichtig.

Zur Verwandtschaft zählen Maeshowe, Holm of Papa Westray und Vinquoy. Gleichzeitig entstanden Gräber anderer Bauart, zum Beispiel Midhowe, Knowe of Yarso, Blackhammer, Taversoe Tuick, das Knowe of Unstan und Isbister. Mit den jungsteinzeitlichen Häusern von Pool, Skara Brae, den Links of Noltland, dem Ness of Brodgar und Barnhouse verbindet sie derselbe Kulturraum.

Warum sieht der Hügel heute so verwirrend aus?

Der obere Teil des Hügels ging verloren. Dadurch lässt sich der innere Aufbau aus ringförmigen Stützmauern erkennen, genau wie am Grab auf dem Wideford Hill. Die Stufenform, die man heute sieht, stammt aus den Sicherungsarbeiten der 1950er Jahre. Sie sollte die Bauphasen sichtbar machen und nicht das Aussehen des fertigen Grabs.

Das führt zu einem Eindruck, den man ehrlich benennen sollte: Die sichtbaren Reste sind verwirrend, weil der Hügel umgebaut wurde, um die Etappen seiner Entstehung zu zeigen. Wer den Bau verstehen will, sollte die Beschreibung lesen, bevor er hingeht, und sich am Plan orientieren.

Zum Ausgleich ist die Hauptkammer ein Raum, der das Können der Erbauer erfahrbar macht: Die ursprünglichen Kraggewölbe der Kammer stehen bis in große Höhe.

Welche Ritzungen gibt es und was sagen sie?

Im Grab sind seltene und sehr schwache Beispiele jungsteinzeitlicher Ritzkunst erhalten. Sie sind wichtig, weil sie die Beziehung zwischen den Siedlungen der Rillenkeramik-Kultur, zu denen Skara Brae, die Links of Noltland und der Ness of Brodgar gehören, und den aufwendigen Gräbern stärken. Diese Beziehung zeigt sich auch in den Grundrissen von Häusern und Gräbern.

Ein Teil der Ritzungen wurde durch modernes Graffiti beschädigt. Das Einritzen von Graffiti ist heute gesetzlich verboten. Die Zeichen sind so schwach, dass man sie leicht übersieht.

Was gibt es sonst auf Sanday und den Nachbarinseln?

Über das Umfeld des Grabs weiß man wenig. Die Gemeinschaft, die es baute, ist kaum bekannt. Arbeiten der Universität Bradford an anderen Stellen von Sanday erweitern das Bild. Auf Orkney selbst liegen die großen Stätten der Jungsteinzeit weiter südlich: Ring of Brodgar und Maeshowe.

Auf der Nachbarinsel Westray steht Noltland Castle, auf Papa Westray stehen die jungsteinzeitlichen Häuser von Knap of Howar. Einen Überblick über die Inselgruppe gibt die Seite zu Orkney.

Wo liegt Quoyness Chambered Cairn?

Auf der Landzunge Els Ness nahe dem Ostufer von Sanday, einer der nördlichen Inseln von Orkney.

Wie alt ist das Grab?

Es stammt aus der Jungsteinzeit, etwa 3500 bis 2500 v. Chr. Eine Knochenprobe ergab ein kalibriertes Alter von 3098 bis 2907 v. Chr.

Wie viele Zellen hat die Hauptkammer?

Sechs Nebenzellen gehen symmetrisch von der Hauptkammer ab.

Warum hielt man das Grab für einen Broch?

Die Untersuchung von 1867 deutete den Bau als Broch, der später für Bestattungen genutzt wurde. Erst später erkannte man ein Kammergrab.

Wo sind die Funde?

In den National Museums of Scotland. Dazu gehören Rillenkeramik, eine Knochennadel und zwei bearbeitete Steingegenstände.

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