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Melrose Abbey in den Borders: Herz von Robert the Bruce und das Dudelsackschwein

Melrose Abbey in den Borders: Herz von Robert the Bruce und das Dudelsackschwein

Melrose Abbey in den Scottish Borders wurde 1136 von David I. als erstes Zisterzienserkloster Schottlands gegründet. Die rosafarbene Sandsteinruine stammt weitgehend aus dem Wiederaufbau nach 1385 und zeigt Maßwerk, Netzgewölbe und einen Dudelsack spielenden Steinschwein. Im Kloster ruht das Herz von Robert the Bruce. Der Eintritt ist kostenpflichtig, eine Buchung wird empfohlen.

Melrose Abbey gilt als eine der prächtigsten Kirchenruinen der Britischen Inseln. Aus rotrosa Sandstein erbaut, ragt sie neben dem Städtchen Melrose am Tweed auf, überragt von den Eildon Hills. Der Bau ist ein Bilderbuch der Spätgotik, weil Meister aus England und Frankreich ihre Handschrift hinterließen.

Dieser Ratgeber erklärt die Gründung 1136, das Herz von Robert the Bruce, den Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1385, die Bildhauerei mit dem berühmten Dudelsackschwein, die Klostergebäude samt Museum im Commendator’s House und den praktischen Besuch. Die Nachbarabtei Dryburgh Abbey liegt nur wenige Meilen entfernt; einen Überblick über die Region gibt die Seite zu Südschottland.

LageAbbey Street, Melrose, Scottish Borders, TD6 9LG
Gegründet1136 durch David I., erstes Zisterzienserkloster in Schottland, Weihe 1146
GebautKirche überwiegend aus dem Wiederaufbau nach 1385, rosarote Sandsteinruine
BesonderheitHerz von Robert the Bruce, Netzgewölbe im Presbyterium, Steinschwein mit Dudelsack
MuseumCommendator’s House mit Funden aus den Klostergebäuden
Eintrittkostenpflichtig, Buchung mit Datum und Uhrzeit empfohlen; Preise und Zeiten wechseln mit der Saison und stehen bei Historic Environment Scotland

Wann und warum gründete David I. Melrose Abbey?

Im Jahr 1136 gründete König David I. in Melrose das erste Kloster der Zisterzienser in Schottland. Die Mönche kamen aus Rievaulx in Yorkshire, dem großen nordenglischen Stützpunkt des Ordens; die Weihe der ersten Kirche folgte 1146. Der Orden war erst 1098 im französischen Cîteaux entstanden. David I. gründete in diesen Jahren mehrere Klöster in den Borders. Sie zeigten Frömmigkeit, sicherten aber ebenso die Herrschaft über ein umstrittenes Grenzland.

Gebaut wurde flussaufwärts vom älteren Kloster „Old Melrose“, das etwa 5 Kilometer weiter flussabwärts am Tweed gelegen hatte. Dieses Kloster war um 640 von Sankt Aedan gegründet worden; sein berühmtester Mönch war Sankt Cuthbert, der um 634 geboren wurde und 687 starb. Old Melrose wurde 839 von Truppen des schottischen Königs Kenneth I. überfallen und kurz darauf von den dänischen Eroberern von York. Danach verfiel es. Für Melrose selbst gibt es vor dem 12. Jahrhundert keinen Nachweis einer christlichen Siedlung. Das neue Kloster verstand sich als Nachfolger der alten Gemeinschaft.

Melrose wurde zur Mutter von fünf weiteren Klöstern: Newbattle (1140), Holm Cultram in Cumberland und Kinloss in Moray (beide 1150), Coupar Angus (1164) und Balmerino in Fife (1227). Im Kloster entstand zwischen 1137 und etwa 1266 die Chronik von Melrose, die wichtigste mittelalterliche Klosterchronik Schottlands. Der zweite Abt, Waltheof, ein Stiefsohn Davids I., starb 1159 und wurde im Kloster beigesetzt. Er wurde als Heiliger verehrt; sein Körper soll 1171 unverwest gefunden worden sein, und sein Kult hielt bis ins 13. Jahrhundert an. Auch die Verbindung zu Sankt Aelred von Rievaulx zeigt, wie eng Melrose in die geistliche Erneuerung des 12. Jahrhunderts eingebunden war.

Der Besuch des Klosters lässt sich gut mit dem Besuch der übrigen Abteien verbinden. Zu den vier Border Abbeys zählen neben Melrose Dryburgh, Jedburgh und Kelso. Die Seite zu Jedburgh Abbey stellt die Abtei im Süden der Borders vor.

Warum liegt das Herz von Robert the Bruce in Melrose?

Robert the Bruce starb 1329. Sein Körper wurde in Dunfermline Abbey beigesetzt, sein Herz dagegen nahm Sir James Douglas, „der Gute“, auf einen Kreuzzug nach Spanien mit. Von dort kam es zurück und wurde 1331 vor dem Hochaltar in Melrose beigesetzt. Das Kloster wurde danach bis zum Sturz der Earls of Black Douglas im Jahr 1455 zur bevorzugten Grablege dieser Familie; der erste Earl starb 1384, der zweite 1388, beide liegen hier.

Bei Aufräumarbeiten im Kapitelhaus fand man 1921 Bruchstücke eines Grabmals, die als Schrein des heiligen Waltheof gedeutet werden, und einen kegelförmigen Bleibehälter, der als Behälter für das Herz des Königs gilt. Der Behälter wurde später erneut bestattet. Zu den weiteren Königsgräbern des Landes gehört das von Bruce selbst in Dunfermline Abbey. Außerdem wurde 1249 Alexander II. in Melrose beigesetzt, nachdem er in Argyll gestorben war.

Abt Reginald spielte 1265 und 1266 eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen, die zum Vertrag von Perth führten und Argyll und die Inseln zurück unter schottische Herrschaft brachten. 1391 erhielt Abt Gilbert von Roxburgh das Recht, die Mitra zu tragen, und wurde damit einer der mächtigsten Kirchenmänner des Königreichs. Im Jahr 1424 kam Jakob I. nach seiner Entlassung aus englischer Gefangenschaft nach Melrose, und 1502 begann Jakob IV. hier die Verhandlungen zum Vertrag über den Ewigen Frieden mit England. Bei diesem Aufenthalt zahlte er den Steinmetzen „Trinkgeld“.

Wie zerstörten englische Heere die Abtei und wie wurde sie wieder aufgebaut?

Der Konflikt mit England traf Melrose hart. 1295 unterstützte Abt Patrick das schottisch-französische Bündnis gegen Edward I., und das Kloster litt in den folgenden Unabhängigkeitskriegen. Im 14. Jahrhundert beschädigten die Engländer die Gebäude immer wieder; eine verheerende Zerstörung brachte 1385 der Feldzug Richards II. Danach baute man die Kirche in einem sehr viel größeren Maßstab neu, und der Großteil dessen, was heute steht, stammt aus dieser Phase, die bis zur Reformation andauerte. Der letzte englische Angriff folgte 1545.

Vom ersten Kirchenbau, der nach 1137 begonnen wurde, ist nur wenig erhalten: die unteren Mauern der Westfront aus unregelmäßigem Bruchstein ohne Zierprofile. Das passt zu den strengen Grundsätzen der Zisterzienser, die schlichte Bauten verlangten. Die Kirche folgte dem Grundriss, der in Clairvaux in den 1130er-Jahren entstanden war: kurzer rechteckiger Chor, Querhäuser mit je drei Kapellen im Osten und dreischiffiges Langhaus. Die Kapellen neben dem Chor sprangen gestaffelt vor, wie in Rievaulx und Fountains. Ein Portikus („Galiläa“) wurde im späten 12. Jahrhundert an die Westfront gesetzt; von ihm bleiben nur eine Säulenbasis und ein Eck des Fundaments.

Der Neubau behielt den Grundriss bei, vergrößerte ihn aber stark: ein Chor mit drei Jochen ohne Seitenschiffe, Querhäuser mit drei Jochen und Kapellen an der Ostseite, ein dreischiffiger Mönchschor und ein Langhaus mit fünf Jochen. An der Südseite von Chor und Langhaus kam eine zusätzliche Reihe von Kapellen hinzu. Beim Bauen blieb man so lange wie möglich beim alten Gebäude und riss es erst ab, als der Neubau fortschritt.

Was zeichnet die Architektur der Ruine aus?

Das Presbyterium entstand bald nach 1385, wohl von einem englischen oder englisch geprägten Baumeister, der Werke in Ostyorkshire kannte, etwa Beverley Minster und York Minster. Drei hohe Fenster in Nord-, Ost- und Südwand beherrschen den Raum, das Ostfenster ist am höchsten und reicht bis in den Giebel. Das Maßwerk der Süd- und Ostfenster ist rechtwinklig angelegt, was in Schottland selten ist. Das feine Netzgewölbe über dem Presbyterium folgt Ideen aus dem englischen Westen, etwa aus Tewkesbury und Gloucester. Der Ostgiebel ist reich geschmückt, mit Strebepfeilern in drei Stufen, Tabernakeln, Blendarkaden und einem Kielbogen über dem Fenster.

Um 1400 war die Abneigung gegen englische Einflüsse tief. Im weiteren Bau von Melrose wurden daher Ideen aufgegriffen, die für die Schotten annehmbarer waren. Besonders sichtbar wird das an Vierung und Querhäusern. Der Architekt des Südquerhauses war der Pariser John Morow, der seinen Namen dort einmeißelte und weitere Arbeiten in Schottland aufführte, darunter St Andrews, Lincluden, Paisley Abbey und Glasgow Cathedral. Der Südgiebel ist ein Schaustück, weil er zum Haupttor der Anlage zeigte. Er zeigt einen Kielbogen, ein Portal und Nischen mit Skulpturen. Das Maßwerk zeigt fließende Formen und sphärische Dreiecke und verrät festländische Einflüsse.

Vom Vierungsturm steht nur noch die Westwand und ein Teil der Südwand; er trug einst eine durchbrochene Brüstung aus Vierpässen. Der Mönchschor liegt in den drei östlichen Jochen westlich der Vierung und wird im Westen vom Lettner abgeschlossen, an dem ein Schlussstein mit dem Kopf Christi sitzt. Strebebögen mit Tabernakeln und Fialen stützten die Gewölbe. Im Inneren trägt der Chor noch das Tonnengewölbe der Pfarrkirche von 1621. Das Langhaus ist bis auf Bodenhöhe abgetragen. Die Kapellenreihe an der Südseite entstand im frühen 15. Jahrhundert, vielleicht angeregt von Morow, und ist wegen der Vielfalt ihrer Fenstermaßwerke bedeutsam, wurde aber nie vollendet.

Gebaut ist die Kirche überwiegend aus rosarotem Sandstein; darin unterscheidet sie sich von den anderen Border Abbeys. Die üppigen Skulpturen sind an den Nachbarklöstern kaum zu finden. Als Beispiel für den Ruinenbau der Romantik sieht Melrose noch immer so aus, als steige die Kirche ohne bauliche Umgebung aus der Landschaft auf. Die Ruine liegt in einem Gelände mit Bäumen, mit dem mächtigen Eildon Hill North im Süden. Dazu passt der Blick vom Südquerhaus auf die Landschaft.

Was zeigt die Bildhauerei, und wo sitzt das Dudelsackschwein?

Die Außenwände tragen einige der faszinierendsten Steinmetzarbeiten, die sich an mittelalterlichen Kirchen finden lassen. Dargestellt sind Dämonen und Kobolde, Engel mit Lauten, Köche mit Schöpfkellen und ein Schwein, das Dudelsack spielt. Das „Melrose Pig“ sitzt hoch oben an der Südseite und ist bei Besuchern besonders beliebt. Wer es sehen will, nimmt am besten ein kleines Fernglas mit, denn es ist vom Boden aus klein.

Der Kopf Christi am Lettner und die Nischen am Südgiebel zeigen, wie reich das Kloster am Ende des Mittelalters ausgestattet war. Das war ein weiter Weg von der Strenge der Gründung. Dass die Zisterzienser vom Ideal der Einfachheit abrückten, war ein Meilenstein auf dem Weg zur Reformation von 1560. Um 1440 bestellten die Mönche bei Cornelius van Aeltre in Brügge neue Chorstühle; sie waren 1441 noch nicht geliefert.

Später spielte die Abtei in der Romantik eine große Rolle. Sir Walter Scott ließ sich von den Ruinen für Romane und für den Bau von Abbotsford inspirieren; durch ihn wurde Melrose einem breiten Publikum bekannt. Er trug auch dazu bei, dass J. M. W. Turner die Ruine malte. Wer Scott folgen möchte, besucht auch die Seite zur schottischen Literatur.

Was ist von Kreuzgang, Kapitelhaus und Commendator’s House erhalten?

Die beiden Kreuzgänge, einer für die Mönche, einer für die Laienbrüder, lagen nördlich und westlich der Kirche. Das ist ungewöhnlich und hing mit dem Tweed zusammen, der nördlich der Kirche fließt und die Wasserversorgung sicherte. Vom Mönchskreuzgang ist wenig erhalten: Reste später mittelalterlicher Blendarkaden an der Außenseite des nördlichen Querhauses und der nördlichen Langhauswand. Die Grundmauern der umgebenden Flügel reichen jedoch aus, um klare Pläne zu zeichnen.

Der Ostflügel besteht aus konsolidierten unteren Mauern. Nördlich der Kirche lagen eine Sakristei, das Kapitelhaus, eine Tagestreppe, ein Parlatorium und ein Raum, wohl die Tagesstube der Novizen, mit einer Reihe von Rundpfeilern. Über dem großen Abwasserkanal ragte die Latrine nach Osten; das Dormitorium nahm das gesamte Obergeschoss ein. Das Kapitelhaus wurde dreimal umgebaut, unter anderem, um die Gebeine Waltheofs würdiger unterzubringen. Im Nordflügel dominierte das Refektorium, das später von Ost-West auf Nord-Süd gedreht wurde. Küchen lagen westlich davon und konnten Mönche und Laienbrüder versorgen.

Im 13. Jahrhundert kam das Haus des Abtes nordöstlich des Kreuzgangs hinzu, gebaut unter Abt Matthew (1246 bis 1261); es war einer der frühen Abschiede von dem Grundsatz, dass der Abt mit seinen Mönchen lebt. Im Jahr 1590 ließ James Douglas, seit 1569 Kommendatar, nördlich des Refektoriums ein neues Wohnhaus bauen, das Commendator’s House. Der Name geht auf einen Laienverwalter zurück, der nach 1535 die Einkünfte des Klosters verwaltete; der erste Kommendatar war der elfjährige James Stewart, ein unehelicher Sohn Jakobs V. Das Haus wurde im 20. Jahrhundert restauriert und beherbergt heute ein Museum mit den Funden der Ausgrabungen, darunter Kochtöpfe, tragbare Urinale, Bodenfliesen und ein wertvolles Bruchstück des Waltheof-Schreins. Viele Funde kamen aus dem Hauptabwasserkanal.

Die Reformation beendete 1560 das Klosterleben, doch die wenigen verbliebenen Brüder durften bleiben. Der letzte Mönch, John Watson, starb kurz nach 1590. Ein Teil des Mönchschors wurde um 1610 zur presbyterianischen Kirche, 1621 zog die Gemeinde in eine neue Kirche im früheren Mönchschor. Erst 1810 wurde westlich der Abtei eine neue Pfarrkirche gebaut. Danach sicherte der Herzog von Buccleuch die Ruine. 1919 gab er die Kirche in staatliche Obhut; die Ausgrabungen liefen vor allem von 1921 bis 1936.

Wie besuche ich Melrose Abbey?

Die Abtei liegt in der Abbey Street mitten in Melrose. Der Eintritt ist kostenpflichtig; Mitglieder von Historic Environment Scotland haben freien Eintritt, und eine Buchung mit Datum und Uhrzeit wird empfohlen. Öffnungszeiten, Preise und Hinweise zu gesperrten Bereichen ändern sich mit der Saison und stehen auf der Seite von Historic Environment Scotland. Ein Audioguide ist im Preis enthalten und lässt sich auf das eigene Gerät laden. Ein Museum, ein Shop, Toiletten und ein Picknickplatz gehören zu den Einrichtungen.

Der Zugang führt über einen ebenen Asphaltweg; das Gelände ist größtenteils Gras mit einem kurzen Kopfsteinpflaster. Zwei Stufen führen in die Abtei. Zum Herz von Robert the Bruce gibt es keinen stufenlosen Zugang. Assistenzhunde sind überall willkommen; andere Hunde dürfen an der Leine auf das Gelände, aber nicht in überdachte Bereiche. Ein gebührenpflichtiger Parkplatz liegt rund 75 Meter von der Abtei und ist im Sommer oft voll.

Als Ausflüge bieten sich die Eildon Hills, der St Cuthbert’s Way, der durch Melrose führt, sowie die nahe Abtei Dryburgh mit dem Grab von Walter Scott an. Dryburgh liegt rund vier Meilen entfernt, Jedburgh rund elf Meilen. Alles zur Anreise nach Schottland findet sich auf der Seite zur Anreise. Die Abtei dient auch als Ort für Pilgerfahrten, einen Adventsgottesdienst, Trauungen und Trauerfeiern.

Wann wurde Melrose Abbey gegründet?

1136 durch König David I. als erstes Zisterzienserkloster in Schottland; die Weihe folgte 1146.

Was liegt im Kloster begraben?

Das Herz von Robert the Bruce, der 1329 starb; sein Körper liegt in Dunfermline Abbey. Außerdem ruhen hier Alexander II. und zwei Earls of Black Douglas.

Was ist das Melrose Pig?

Eine Steinfigur hoch an der Südseite der Kirche: ein Schwein, das Dudelsack spielt.

Wer baute die Abtei nach 1385 wieder auf?

Im Presbyterium wirkte wohl ein englisch geprägter Meister, im Südquerhaus der Pariser John Morow, der seinen Namen dort einmeißelte.

Kostet der Besuch Eintritt?

Ja; Mitglieder von Historic Environment Scotland haben freien Eintritt. Eine Buchung mit Datum und Uhrzeit wird empfohlen.

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