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Lochleven Castle: Die Inselburg, in der Maria Stuart 1567 abdankte

Lochleven Castle: Die Inselburg, in der Maria Stuart 1567 abdankte

Lochleven Castle steht auf einer kleinen Insel im Loch Leven bei Kinross. Der Turm entstand im 14. Jahrhundert, die Burg diente der Krone als Staatsgefängnis und ging 1390 an die Douglas. Maria Stuart wurde hier 1567 festgehalten, unterschrieb die Abdankung zugunsten ihres Sohnes und entkam am 2. Mai 1568 über den See.

Lochleven Castle liegt mitten im Wasser. Wer auf der Seite des Sees steht, sieht einen grauen Turm, der aus dem Grün der Insel ragt, dahinter die Hügel von Perth and Kinross. Die Lage erklärt, warum die Burg über Jahrhunderte als sicherer Ort galt: Wer hier einsaß, kam ohne Boot nicht weg. Genau deshalb ist der Name mit einer der berühmtesten Gefangenen der schottischen Geschichte verbunden, mit Maria Stuart.

Diese Seite führt durch die Geschichte der Burg, von den Unabhängigkeitskriegen bis zu der Nacht im Mai 1568, in der die abgesetzte Königin die Insel verließ. Sie beschreibt den Turm mit seinem hoch gelegenen Eingang, das Leben der Gefangenen und die Rolle der Familie Douglas. Am Ende steht der Blick auf Kinross House, das ein Architekt des 17. Jahrhunderts so entwarf, dass seine Achse auf den Turm zielt. Den größeren Zusammenhang finden Sie auf unserer Geschichtsseite.

Lageauf einer Insel im Loch Leven bei Kinross, Perth and Kinross
Turmhaus14. Jahrhundert, aus gequadertem Bruchstein
Royal Castleum 1313 in schottischer Hand, später Staatsgefängnis der Krone
Douglas1390 von Robert II. an Sir Henry Douglas übergeben
Maria Stuart1567 bis 1568 Gefangene, Abdankung Ende Juli 1567, Flucht am 2. Mai 1568
Staatliche Obhutseit 1939

Wie entstand die Burg auf der Insel im Loch Leven?

Die ältesten Teile der Anlage gehören in die Zeit der schottischen Unabhängigkeitskriege am Anfang des 14. Jahrhunderts. Die Mauer, die der Form der Insel folgt, stammt aus dieser Phase oder aus der Zeit kurz danach. Diese Bauweise ist für Burgen auf Inseln und isolierten Felsen typisch: Man richtet die Mauer nach dem Gelände aus, statt dem Gelände einen Grundriss aufzuzwingen. Auch Loch Doon Castle ist so entstanden.

Spätestens 1313, als Robert the Bruce auf der Insel Quartier nahm, war Lochleven in schottischer Hand und eine königliche Burg. Bruce kam freiwillig, spätere Gäste kamen nicht freiwillig. Die abgeschiedene Lage machte Lochleven zum Gefängnis für Männer, die man nicht entkommen lassen wollte. 1316 saß hier John MacDougall, der Herr von Lorn. 1329 verwahrte man auf der Insel einen Teil des königlichen Schatzes, also des Exchequer. Dass die Krone den Ort dafür wählte, sagt viel über seine Sicherheit.

Zu jener Zeit entstand das Turmhaus, das noch heute das Bild bestimmt. Es ist das anspruchsvollste Gebäude der Anlage: Die Außenhaut besteht aus gequadertem Bruchstein, der fast die Qualität von Werkstein erreicht, und ein Gesims, das um den Bogen des Eingangs im zweiten Geschoss läuft, zeigt, dass der Bau mehr war als eine bloße Wehranlage. Hier wohnten Menschen von Rang, und hier saßen Gefangene von Rang.

Der graue Turm von Lochleven Castle auf einer waldigen Insel im Loch Leven

Was geschah während der englischen Belagerung von 1335?

Nach den frühen Siegen der Engländer im 14. Jahrhundert fiel eine Burg nach der anderen. Lochleven gehörte zu den fünf schottischen Burgen, die nicht fielen. 1335 belagerten die Engländer die Insel und versuchten, den Fluss Leven aufzustauen, um den Wasserspiegel zu heben und die Burg zu fluten. Es war ein kühner Plan, der die Lage der Insel ausnutzte: Wenn das Wasser steigt, wird die Mauer zum Nachteil. Die Männer des Konstablers Adam Vipont durchbrachen den Damm, bevor er wirken konnte. Die Burg blieb schottisch.

Auch unter David II. blieb Lochleven ein Ort der Krone. Der König besuchte die Insel 1361 und 1362 und bezahlte zwischen 1359 und 1368 Reparaturen an den Gebäuden. Wie sein Vater nutzte er die Burg als Gefängnis. 1368 und 1369 hielt er hier seinen Neffen Robert Stewart fest, den späteren Robert II., zusammen mit dessen Sohn Alexander. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass derselbe Robert 1390 als König die Burg an die Douglas übergab.

Was änderte sich unter den Douglas?

1390 gab Robert II. Lochleven an Sir Henry Douglas. Damit endete die Zeit als königliche Burg. Die Douglas bauten die Nebengebäude im Hof um und fügten den Glassin Tower hinzu, einen zusätzlichen Wohnturm. Die Burg blieb eine Wohnung des Adels, mit Halle, Küche und Gästezimmern.

Die Familie hat in Schottland viele Spuren hinterlassen. Auch Threave Castle in Galloway und Tantallon Castle an der Küste von East Lothian gehören in ihre Geschichte. William Douglas, der Maria bewachte, erbte später den Titel Earl of Morton. Mit den Besitzungen Aberdour und Dalkeith, die an die Familie fielen, war Lochleven nicht mehr der erste Wohnsitz. Aberdour Castle in Fife erzählt diesen Teil der Geschichte weiter.

Der vierte Earl of Morton nutzte Lochleven zwischen dem Verlust der Regentschaft 1578 und seiner Hinrichtung 1581. Die Insel diente ihm als Rückzugsort. Danach traten Aberdour und Dalkeith in den Vordergrund.

Wie verlief die Gefangenschaft Maria Stuarts?

Maria Stuart kannte Lochleven, bevor sie hier eingesperrt wurde. 1561 kam sie als Gast des Besitzers Sir William Douglas. 1563 stritt sie in der großen Halle mit dem Reformator John Knox, 1565 war sie mit ihrem zweiten Mann Henry Darnley hier. Es waren Besuche einer Königin bei einem Edelmann, und niemand ahnte, dass die Insel zwei Jahre später ihr Gefängnis werden würde.

Am 15. Juni 1567 ergab sich Maria bei Carberry den Lords, die gegen ihre Ehe mit dem Earl of Bothwell standen. Zwei Tage später brachte man sie nach Lochleven. Dort erkrankte sie und erlitt kurz darauf eine Fehlgeburt. In diesem geschwächten Zustand wuchs der Druck auf sie. Ende Juli 1567 unterschrieb sie widerwillig einen Brief, der sie zugunsten ihres kleinen Sohnes James VI. zur Abdankung verpflichtete. Bis dahin war sie Königin der Schotten. Mit der Unterschrift verlor sie die Macht über ihr Land.

Die Mauern von Lochleven Castle mit Turm und Hof zwischen Bäumen auf der Insel

Sie blieb trotzdem Gefangene, fast ein Jahr lang. Im Turm lag ihr Raum über der großen Halle. Ein Fenster baute man zu einer winzigen Kapelle um, einem Oratorium für ihre private Andacht. Im obersten Geschoss wohnte ihr Arzt, und dort verkleidete sie sich vor der Flucht. Wer die Treppen im Turm hinaufsteigt, folgt ihren Wegen im Haus.

Am 2. Mai 1568 gelang die Flucht. Mit Hilfe aus der Familie Douglas, die sie bewachte, kam Maria über den See. Noch im selben Monat war sie im Exil in England. Sie sah Schottland nie wieder. Wer mehr über die Zeit wissen will, findet in der schottischen Geschichte den Rahmen: Marias Sohn James VI. wurde später auch König von England.

Wie ist der Turm aufgebaut und warum liegt der Eingang so hoch?

Der Turm gehört zu den ältesten Turmhäusern Schottlands und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sein ursprünglicher Eingang liegt fünf Meter über dem Boden und führte direkt in die Halle des Herrn im zweiten Geschoss. Später wurde er zugemauert. Die Küche und die Wirtschaftsräume belegen die beiden unteren Geschosse, darüber liegen die Wohnräume. Dass der Eingang so hoch liegt, ist ungewöhnlich und lässt das Haus anders wirken als ein Schloss mit ebenerdiger Tür.

Die Insel war damals kleiner als heute. Zu Marias Zeit bestand sie nur aus dem ummauerten Burgbereich und einem kleinen Garten im Norden. Später wurde der Wasserstand des Sees durch Schleusen am Abfluss gesenkt, und die Insel wuchs. Im 19. Jahrhundert legte der Gutsverwalter R. Burns-Begg die Grundmauern im Hof frei, veröffentlichte aber nur seine Deutung, nicht die Befunde. Wie die kleineren Gebäude im Hof genutzt wurden, ist deshalb nicht in allen Einzelheiten bekannt.

Von außen fällt die Mauer auf, die dem Gelände folgt. Sie umschließt den Hof und gibt der Insel die Gestalt einer Burg. Wer Staatsgefängnisse vergleichen möchte, findet Blackness Castle am Firth of Forth, das ebenfalls in die Reihe der Burgen mit Gefängnisfunktion gehört.

Der Turm von Lochleven Castle über dem stillen Wasser des Loch Leven

Was hat Kinross House mit der Burg zu tun?

1672 verkaufte man Lochleven an William Bruce von Balcaskie, den Architekten von Holyroodhouse. Er baute zwischen 1686 und 1693 in der Nähe Kinross House für sich selbst, einen kühn symmetrischen Bau, dessen Achse auf den Turm der Burg ausgerichtet ist. Der Architekt machte die Ruine zum Blickpunkt seines Hauses. Damit gewann Lochleven ein neues Gesicht, das einer malerischen Ruine, und gehört zur Geschichte der Wahrnehmung solcher Orte in Schottland.

Für den Besuch heißt das: Die Burg ist nicht nur ein Gefängnis aus der Vergangenheit, sondern auch ein Bild in der Landschaft. Der dicht bewaldete Hintergrund der Insel wirkt vom Westufer des Sees am eindrucksvollsten, und auf der Insel selbst ist es still. Die Burg ist von der M90 aus als Wahrzeichen zu sehen, ein Besuch passt zu einer Fahrt durch Perthshire oder zu einem Abstecher von der Strecke zwischen Edinburgh und den Highlands.

Wer war auf Lochleven Castle gefangen?

Unter anderen John MacDougall, der Herr von Lorn, 1316, der spätere Robert II. 1368 und 1369 und Maria Stuart von Juni 1567 bis Mai 1568.

Wann dankte Maria Stuart ab?

Ende Juli 1567 unterschrieb sie auf Lochleven einen Brief, der sie zur Abdankung zugunsten ihres Sohnes James VI. verpflichtete.

Wie entkam Maria Stuart?

Am 2. Mai 1568 floh sie mit Hilfe aus der Familie Douglas über den See. Noch im selben Monat war sie im Exil in England.

Warum liegt der Eingang des Turms fünf Meter hoch?

Der ursprüngliche Eingang führte direkt in die Halle des Herrn im zweiten Geschoss und wurde später zugemauert.

Was verbindet Kinross House mit Lochleven Castle?

William Bruce baute Kinross House zwischen 1686 und 1693 so, dass seine Achse auf den Turm der Burg zielt.

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