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Kilmartin Glen: Schottlands reichste Landschaft der Vorgeschichte

Kilmartin Glen: Schottlands reichste Landschaft der Vorgeschichte

Kilmartin Glen in Argyll besitzt über 800 Monumente im Umkreis von sechs Meilen um das Museum: Hügelgräber, Steinreihen, Steinkreise, Felskunst und Dunadd, den Königssitz der Gaelen. Die ältesten Gräber sind über 5.000 Jahre alt. Alle Außenstätten sind frei zugänglich, das Museum kostet 16 Pfund (Stand Oktober 2026).

Kilmartin Glen ist ein breites Tal südlich des Dorfes Kilmartin, in dem sich Spuren von mehr als 5.000 Jahren Besiedlung ballen. Eine Reihe von Hügelgräbern, Steinreihen und Steinkreisen liegt hier fast in Sichtweite beieinander, dazu kommen Felsen mit eingeritzten Schalen und Ringen, ein Burghügel mit königlichen Felszeichen und eine Kirche, deren Friedhof über 20 geschnitzte Grabsteine aus 700 Jahren birgt.

Dieser Ratgeber führt dich von den ältesten Gräbern über Steinkreise und Felskunst nach Dunadd und zum Kilmartin Museum, nennt Entfernungen, Parkmöglichkeiten und Zeiten und sagt, welche Stätten auch ohne Auto erreichbar sind. Für die Anreise in Argyll hilft der Beitrag Mietwagen in Schottland, für die Einordnung in eine Route die Highlands-Rundreise.

LageKilmartin, Lochgilphead, Argyll, PA31 8RQ (Museum)
Monumenteüber 800 im Umkreis von 6 Meilen um das Museum
Älteste GräberNether Largie South Cairn, 3700 bis 3600 v. Chr.
KönigssitzDunadd, Zentrum der gälischen Könige vom 6. bis zum 9. Jahrhundert
MuseumEintritt Erwachsene 16 £, Kinder 5 bis 16 Jahre 6 £; Winter Mi bis So 11 bis 16 Uhr (Stand Oktober 2026)
Außenstättenfrei zugänglich, ganzjährig geöffnet
AnreiseA816 und B8025 ab Lochgilphead, Dunadd 4 Meilen südlich von Kilmartin

Wie alt sind die Gräber im Kilmartin Glen?

Das Kilmartin Museum nennt das Tal eine der reichsten vorgeschichtlichen Landschaften Schottlands. Seine Sammlung zur Vorgeschichte hat nationale Bedeutung und umfasst 12.000 Jahre. Der Nether Largie South Cairn, ein Hügelgrab mit einer fast 6 Meter langen Kammer, entstand vor über 5.000 Jahren, zwischen 3700 und 3600 v. Chr. Er wurde 1864 ausgegraben. In der Kammer fand man eine Steinkiste der Bronzezeit mit einem Becher (Beaker).

Abseits der Reihe der übrigen Bronzezeit-Cairns steht der Dunchraigaig Cairn auf einer schattigen, bewaldeten Terrasse, ein großer runder Grabhügel von rund 4.000 Jahren. Bei Grabungen im 19. Jahrhundert fand man in einer einzigen Steinkiste die Reste von bis zu zehn Menschen; die Kiste war in den Boden eingelassen und mit einem 3,8 Meter langen Stein abgedeckt. 2021 entdeckte man im Innern des Cairns Schottlands früheste Tierdarstellungen: Felszeichnungen, vier- bis fünftausend Jahre alt, darunter zwei männliche Rothirsche. Die Felsbilder sind im Cairn zu sehen.

Zu den weiteren Stätten gehören der Ri Cruin Cairn und die Felskunst von Baluachraig, beide drei Meilen von Dunadd entfernt.

Was sind die Steine von Nether Largie und Temple Wood?

Die Nether Largie Standing Stones stammen vermutlich aus der mittleren Bronzezeit, etwa aus der Zeit 1400 bis 1050 v. Chr., also vor rund 3.000 Jahren. Ihr Zweck ist unbekannt. Einige Steine tragen Schalen und Ringe. Sie liegen 50 Meter nordwestlich des Parkplatzes Lady Glassary, etwa eine Meile südlich von Kilmartin über die A816 und die B8025.

Der Steinkreis von Temple Wood besteht aus zwei Kreisen. Der Nordkreis begann vor rund 5.000 Jahren als Holzkreis, später ersetzte man ihn durch Steine. Der Südkreis besteht aus Stein und wurde über rund zweitausend Jahre hinweg verändert; zwei seiner Steine tragen schwache eingeschlagene Muster. Ohne Auto gehst du von Nether Largie nach Nordwesten über das Feld bis zu einem Tor an der Nebenstraße. Die Steine können bei Nässe rutschig sein.

Von Temple Wood sind es etwa 100 Meter nach Nordosten entlang der Straße zum Nether Largie South Cairn, der rechts liegt, kurz vor dem Nether Largie Farm. So lässt sich aus einer Wanderung die gesamte Reihe aus Steinen, Kreis und Grab zusammenstellen.

Linear Cemetery von Kilmartin mit Menhiren im Morgenlicht

Warum ist Dunadd so wichtig?

Dunadd erhebt sich aus der Moine Mhòr, einem Moor am Südende des Tals, das als „große Moos“ bezeichnet wird. Schon in der Eisenzeit stand hier eine Festung; vom 6. bis zum 9. Jahrhundert war der Felsen ein Zentrum der gälischen Könige von Dál Riata. Unterhalb der Festung sind zwei Fußabdrücke in den Fels geschlagen, die vermutlich bei Zeremonien für neue Könige benutzt wurden, als Zeichen der Herrschaft über das Land. Oben am Gipfel sieht man außerdem einen eingeschlagenen Fußabdruck mit flachen Felsmarkierungen, zerbrochene Steinplatten und eine kleine steingefasste Grube.

Dunadd liegt etwa vier Meilen südlich von Kilmartin und fünf Meilen nördlich von Lochgilphead, direkt an der A816. Es gibt einen Parkplatz, der Eintritt ist frei, die Stätte ist das ganze Jahr geöffnet. Der Weg führt über Weideland eines landwirtschaftlichen Betriebs; achte auf den Scottish Outdoor Access Code, damit Mensch und Tier sicher bleiben. Feste Schuhe werden empfohlen.

Der Felshügel Dunadd über dem Moor Moine Mhor

Wo finde ich Felskunst?

Die Felskunst im Achnabreac Forest Park wird auf rund 5.000 Jahre geschätzt. Zwei große Felsflächen tragen Schalen und Schalen mit mehreren Ringen. Von Dunadd fährst du zurück auf die A816 und biegst Richtung Lochgilphead ab. Nach etwa zwei Meilen biegst du links auf die Forststraße gegenüber dem Schild nach Cairnbaan an der B841 ein und folgst ihr etwa eine halbe Meile bis zum Parkplatz. Weitere Felskunststätten liegen in der Nähe: Kilmichael Glassary und Cairnbaan, jeweils zwei Meilen von Dunadd entfernt, sowie Achnabreck und Baluachraig, jeweils drei Meilen.

Was gibt es neben der Vorgeschichte zu sehen?

Das Museum führt neben den Altertümern auch Naturziele auf. Am Crinan-Kanal, der 220 Jahre alt ist, liegt das Bellanoch Bird Hide, eine Vogelbeobachtungshütte am Treidelpfad; wer dort hält, parkt nicht in der gekennzeichneten Wendefläche. Der Crinan Wood bietet einen Rundweg von 2,5 Meilen, der steil über unbefestigte und oft matschige Pfade führt, der Oakwood Trail bei Barnluasgan ist gut eine Meile lang mit steilem Auf- und Abstieg. Weitere Ziele sind der Aussichtspunkt, Carsaig Bay und das Naturreservat Taynish. Der Moine Mhòr Tileworks Trail ist ein kurzer Pfad durch Eichen- und Birkenwald, der an einer hölzernen Aussichtsplattform endet.

Was gibt es in Kilmartin Church und Carnasserie zu sehen?

Auf dem Friedhof der Kilmartin Church stehen über 20 kunstvoll behauene Grabsteine aus der Zeit vom 10. bis zum 17. Jahrhundert, ein Zeitraum von rund 700 Jahren. Der runde Grundriss des Friedhofs deutet auf ältere religiöse Nutzung hin. Die Steine hängen möglicherweise mit der mittelalterlichen Machtzentrale in Dunadd zusammen. Die Stätte ist ganzjährig geöffnet.

Nahe Kilmartin steht die Ruine von Carnasserie Castle, das Haus von Master John Carswell, dem ersten protestantischen Bischof der Inseln. Die Ruine ist ein Turmhaus mit fünf Geschossen und einem Hallenflügel mit fein behauenen Details. Von den Wehrgängen blickst du hinab ins Tal, auf Felsmarkierungen, Hügelgräber und Steinreihen, von denen einige vom Turm aus zu erkennen sind.

Was kostet das Kilmartin Museum?

Das Kilmartin Museum liegt im Dorf Kilmartin (PA31 8RQ). Aktuell ist es sieben Tage die Woche von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der letzte Einlass ist eine Stunde vor Schluss. Vom 1. November 2026 bis 28. Februar 2027 gilt Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Jeden dritten Samstag im Monat von 11 bis 12 Uhr gibt es eine ruhige Stunde mit weniger Lärm.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 16 Pfund, für Kinder von 5 bis 16 Jahren 6 Pfund, ermäßigt 14 Pfund für Studenten, über 65-Jährige und Besucher, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus kommen, und für eine Familie mit zwei Erwachsenen und bis zu vier Kindern 34 Pfund. Mit einer Spende kostet es jeweils etwas mehr. Das Ticket gilt ein Jahr ab Kauf.

Zum Museum gehören Ausstellungsräume, ein Shop mit regionalen Produkten, das Glen Bistro Café, ein überdachter Picknickplatz und die Bibliothek Marion Campbell Library mit Führungen. Es gibt geführte Wanderungen, einen Rundweg zum Selbstführen und einen neuen Reiseführer für 2026.

Wie komme ich nach Kilmartin Glen?

Von Lochgilphead fährst du etwa fünf Meilen nach Norden auf der A816; Dunadd liegt am Weg. Für Bus und Bahn nutzt du die Fahrplanauskunft von Traveline Scotland, für Radwege die Seite der Walk Wheel Cycle Trust. Besucher, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus zum Museum kommen, zahlen den ermäßigten Preis.

Weiter nördlich liegt die Hafenstadt Oban; weitere ruhige Ziele abseits der Hauptrouten findest du im Beitrag Versteckte Orte in Schottland. Für Ausrüstung und Wetter hilft die Packliste.

Wie viele Monumente hat Kilmartin Glen?

Über 800 im Umkreis von sechs Meilen um das Kilmartin Museum.

Wie alt ist der Nether Largie South Cairn?

Über 5.000 Jahre, er entstand zwischen 3700 und 3600 v. Chr. und wurde 1864 ausgegraben.

Was ist Dunadd?

Ein Burgfelsen am Südende des Tals, vom 6. bis zum 9. Jahrhundert ein Zentrum der gälischen Könige von Dál Riata, mit Fußabdrücken im Fels.

Was kostet der Eintritt?

Die Außenstätten sind frei. Das Kilmartin Museum kostet 16 Pfund für Erwachsene und 6 Pfund für Kinder von 5 bis 16 Jahren (Stand Oktober 2026).

Wo finde ich die Felskunst?

Im Achnabreac Forest Park, über die A816 und eine Forststraße bei Cairnbaan, sowie bei Kilmichael Glassary, Baluachraig und Achnabreck.

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