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Glenluce Abbey: Die Zisterzienserabtei im Tal des Water of Luce

Glenluce Abbey: Die Zisterzienserabtei im Tal des Water of Luce

Glenluce Abbey liegt in einem stillen Tal des Water of Luce in Dumfries and Galloway. Roland, Herr von Galloway, gründete das Zisterzienserkloster um 1192 als Tochter von Dundrennan. Das quadratische Kapitelhaus mit Mittelpfeiler und Gewölbe ist eines der vollständigsten Klostergebäude Schottlands. Dazu kommen Wasserleitungen aus Ton und Blei und Bodenfliesen.

Glenluce Abbey liegt abseits der großen Routen, und das macht einen Teil ihres Reizes aus. Im Tal des Water of Luce stehen die Reste einer Zisterzienserabtei zwischen Wiesen und Bäumen, ein Querhausgiebel, Teile der Kirche, Mauern des Kreuzgangs und das gewölbte Kapitelhaus, das am besten erhalten ist. Schon 1684 beschrieb der Chronist Andrew Symson das Tal als so angenehm, wie sein Name verspricht.

Diese Seite erzählt, wie das Kloster entstand, wie die Mönche lebten und was von den Gebäuden blieb. Sie zeigt, warum die Kirche nördlich der Klostergebäude liegt, wie die Wasserleitung funktionierte und welche Rolle die Abtei im Aufstand der Galloway-Herren gegen den König spielte. Das Kloster hat eine nahe Verwandte, Dundrennan Abbey, aus der seine ersten Mönche kamen.

Lageim Tal des Water of Luce bei Glenluce, Dumfries and Galloway
Gründungum 1192 durch Roland, Herr von Galloway
OrdenZisterzienser, Tochterkloster von Dundrennan
KircheKreuzform nach dem Bernhardinischen Plan, Sechs-Joch-Langhaus
ErhaltenTeile von Südquerhaus und Presbyterium, Kapitelhaus, Grundrisse der Klostergebäude
Staatliche Obhutseit 1933

Wer gründete Glenluce Abbey und warum?

Roland, Herr von Galloway, gründete das Kloster um 1192. Seine ersten Mönche kamen aus Dundrennan, dem Kloster, das sein Großvater gestiftet hatte. Zu den ersten Gütern gehörte ein großer Teil des Landes von Old und New Luce. Für Roland war die Gründung ein Baustein seiner Pläne für Galloway, das damals ein halb selbständiges Gebiet war. Ein Kloster band Land, Menschen und Gebet an sein Haus.

Die Mönche trugen die helle Kutte der Zisterzienser, des Ordens, der Einsamkeit suchte. Deshalb liegt das Kloster in einem abgeschiedenen Tal. Ein Verzeichnis der Güter, das für den Earl of Cassilis 1573 und 1574 angelegt wurde, umfasst 81 Besitzungen. Die Grundlage der Ausstattung war das Land von Gillepatrick, der 1185 getötet worden war. Ein Register der Abtei ist nicht erhalten, deshalb bleibt ihre Geschichte lückenhaft.

Die Rolle des Klosters reichte über das Gebet hinaus. Es war Grundherr großer Teile des Tales, ein Wirtschaftsbetrieb, der von der Schafzucht lebte und Handel mit Irland und dem Kontinent trieb. Das erklärt, warum die Abtei in die Politik der Region hineingezogen wurde, als Galloway gegen den König aufstand.

Die Mönche lebten von der Landwirtschaft, vor allem von der Schafzucht. Sie handelten mit Irland und mit dem Kontinent. Jakob IV. besuchte das Kloster mehrfach, wenn er die heiligen Stätten im Südwesten aufsuchte. Weitere Zisterzienserhäuser, deren Reste Sie besuchen können, sind Sweetheart Abbey und Melrose Abbey.

Die Ruine von Glenluce Abbey mit Mauern und Bögen auf einer grünen Wiese

Wie war die Kirche der Abtei aufgebaut?

Die Abteikirche war St. Maria der Jungfrau geweiht. Sie wurde nach dem gewöhnlichen Plan der Zisterzienser angelegt, dem Bernhardinischen Plan: ein kurzes rechteckiges Presbyterium, Querhäuser mit je zwei Seitenkapellen an der Ostseite und ein Langhaus mit sechs Jochen. Über den Querhauskapellen erhob sich ein Obergaden. Wie in der Mutterkirche Dundrennan trennte eine feste Wand die Kapellen vom Presbyterium. Die Vierung war quadratisch. Im Südquerhaus lag die Nachttreppe vom Dormitorium der Mönche.

Der Chor der Mönche lag in den beiden östlichen Jochen des Langhauses. Ein Lettner, der Pulpitum genannt wird, schloss ihn nach Westen ab. Die Westfassade hatte drei Türen. Die Kirche liegt auf der Nordseite des Klosters, damit ihre Masse nicht das Sonnenlicht von den Wohnbauten nimmt.

Von der Kirche sind Teile des Südquerhauses und des Presbyteriums erhalten. Sie reichen, um zu zeigen, dass der Bau in die spätere Zeit des 12. Jahrhunderts und die ersten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts gehört: Die Pfeiler sind Bündelpfeiler, die Basen und Kapitelle haben die Form, die in der frühen Gotik beliebt war. Ungewöhnlich ist ein Treppenturm, der aus dem oberen Teil des Südquerhausgiebels vorkragt.

Was blieb von Kreuzgang, Kapitelhaus und Nebenbauten?

Die Klostergebäude lagen südlich der Kirche um den Kreuzgang. Im Ostflügel lagen unter dem Dormitorium im Obergeschoss der Reihe nach Sakristei und Bibliothek, ein Durchgang, das Kapitelhaus, ein Sprechzimmer und ein Tagesraum, dazu am Südende ein kleiner Abortbau. Auf der Südseite stand der Refektoriumsbau, der im rechten Winkel zum Kreuzgang vorsprang. Der Speisesaal lag im ersten Geschoss, im Erdgeschoss lagen Nutzräume. Westlich davon stand die Küche.

Der Westflügel gehörte ursprünglich den Laienbrüdern. Der Kreuzgang war nur bruchstückhaft erhalten, Teile der Arkade aus kleinen Bögen wurden um 1939 wiederaufgebaut. Südöstlich des Kreuzgangs wurden zwei größere Gebäudekomplexe aufgedeckt. Der südliche, U-förmige Komplex ähnelt dem Krankenhausbau bei Deer Abbey.

Die Mauern des Kapitelhauses von Glenluce Abbey mit hohen Bögen

Das Kapitelhaus ist das vollständigste der Klostergebäude. Es hat einen quadratischen Grundriss mit einem Mittelpfeiler, der vier Gewölbefelder mit vierteiligen Gewölben trägt, und es liegt ganz innerhalb des Ostflügels. Diese Bauform ist seit dem 13. Jahrhundert verbreitet, etwa in Cambuskenneth. Die nächsten Vergleiche zu den Fenstern, die stark restauriert sind, finden sich in Crossraguel Abbey. Die schweren Profile und das Blattwerk des Kapitelhauses gehören einer späteren Bauphase an.

Wie kam das Wasser in das Kloster?

Eine Besonderheit von Glenluce ist die Wasserversorgung. Man fand Rohre aus Ton und Blei, deren Verlauf sich auf dem Gelände noch verfolgen lässt. Die Belege für das Leitungsnetz sind ungewöhnlich umfangreich.

Bei Arbeiten kurz vor 1896 unter dem Architekten Peter Macgregor Chalmers stieß man auf Wasserrohre. Chalmers reparierte die Südwand des Chors, trug den Südquerhausgiebel ab und baute ihn wieder auf, grub im Südquerhaus aus, ergänzte eingestürzte Gewölbeansätze der Querhauskapellen und räumte das Kapitelhaus. Im Langhaus grub er begrenzt, um die Zahl der Pfeiler zu klären. Zwischen 1933 und 1936, nachdem das Kloster 1933 in staatliche Obhut gekommen war, folgten die großen Räumungsgrabungen.

Die Grabungen verteilten sich auf mehrere Etappen. Vor 1896 wurde vor allem im Südquerhaus und im Kapitelhaus gegraben, im Langhaus nur begrenzt. Zwischen 1927 und 1930 folgte eine kleinere Grabung, bevor der Staat die Abtei übernahm, und nach 1933 gab es weitere kleinere Arbeiten. Der Kreuzgang wurde um 1939 teilweise wiederaufgebaut. Was man heute sieht, ist deshalb eine Mischung aus mittelalterlicher Substanz und Arbeit des 20. Jahrhunderts, und der Grundriss der Klosterbauten lässt sich trotzdem an vielen Stellen nachvollziehen.

Bei den Grabungen fanden sich Gruppen von Bodenfliesen aus der Kirche, Keramik und Rohrleitungen. Die Fliesen sind für das Verständnis von Bodenfliesen in Schottland von großer Bedeutung. Die Funde aus dem Schutt zeigen den Alltag der Mönche.

Der Kreuzgang und das Gras von Glenluce Abbey im weichen Licht des Tals

Was geschah im Aufstand von 1235 und in der Reformation?

Die Abtei war in den Aufstand der Galloway-Herren von 1235 gegen Alexander II. verwickelt. Abt Robert wurde danach abgesetzt, an seine Stelle trat der Prior von Melrose.

Um 1500 begannen lange Streitigkeiten um die Ansprüche auf die Abtei oder die Kommende. 1545 und 1546 drangen der Earl of Cassilis und Gordon von Lochinvar in das Kloster ein, um ihre eigenen Kandidaten durchzusetzen. 1560 endete mit der Reformation das Klosterleben. Danach hielten die Gordons die Abtei lange Zeit, bis sie 1619 an Gavin Hamilton, den Bischof von Galloway, ging.

Die Kirche diente später als Begräbnisplatz für die Gemeinde der Umgebung. Der Chronist Andrew Symson schrieb 1684, Turm und Teile der Kirchenmauern, das Kapitelhaus, die Mauern des Kreuzgangs, das Torhaus und die Mauern des weiten Klosterbezirks stünden zum großen Teil noch. 1789 veröffentlichte Francis Grose eine Ansicht der Ruine, als sie landwirtschaftlich genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert diente sie Malern als Hintergrund ländlicher Szenen.

Was macht Glenluce Abbey bedeutend?

Die Gründung der Abtei war ein wichtiger Teil von Rolands Plänen für das halb selbständige Galloway. Die Klostergebäude waren ein bedeutender Weg, auf dem neue Ideen der Baukunst in die Region kamen. Das Kapitelhaus ist trotz starker Restaurierung eines der vollständigsten erhaltenen Klostergebäude in ganz Schottland. Die Reste außerhalb des eigentlichen Kreuzgangs, also die beiden Komplexe im Südosten, gehören zu den ausführlichsten Belegen für Gebäude jenseits der Klosterkernanlage.

Dazu kommen die Wasserleitung und die Bodenfliesen, die für das Verständnis mittelalterlicher Fliesen in Schottland wichtig sind. Dass nur wenige Schriftquellen erhalten sind, macht die Steine selbst zum wichtigsten Zeugnis. Die Anlage ist bruchstückhaft, doch genügend ist erhalten, um den Grundriss zu lesen. Das Zusammenspiel von gepflegten Ruinen und ländlichem Tal macht die Anziehungskraft aus, auch wenn Glenluce nicht die dramatischste Klosterruine Schottlands ist.

Im Frühjahr kehren Mauersegler aus dem Süden Afrikas zurück und brüten in den Ruinen. Auch das gehört zum Bild des Tals, das schon Symson im 17. Jahrhundert beschrieb. Wer im Süden des Landes unterwegs ist, kann Glenluce mit Threave Castle und den Küstenorten Galloways verbinden.

Wann wurde Glenluce Abbey gegründet?

Um 1192 durch Roland, Herr von Galloway. Die ersten Mönche kamen aus der Abtei Dundrennan.

Warum liegt die Kirche nördlich der Klostergebäude?

Damit ihre Größe den Wohnbauten das Sonnenlicht nicht nimmt.

Was ist das Besondere am Kapitelhaus?

Es hat einen quadratischen Grundriss, einen Mittelpfeiler und vierteilige Gewölbe und gehört zu den vollständigsten Klostergebäuden Schottlands.

Was zeigt die Wasserversorgung von Glenluce?

Rohre aus Ton und Blei belegen ein weit verzweigtes Leitungsnetz. Die Belege dafür sind ungewöhnlich umfangreich.

Seit wann ist die Abtei in staatlicher Obhut?

Seit 1933. Zwischen 1933 und 1936 wurde sie von Schutt geräumt.

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