Glasgow Cathedral ist die vollständigste mittelalterliche Kathedrale auf dem schottischen Festland und eines der wichtigsten Bauwerke ihrer Zeit in ganz Schottland. Sie ist dem heiligen Kentigern gewidmet, der als Mungo zum Stadtpatron wurde. Der Bau des 13. Jahrhunderts überstand die Reformation von 1560 ohne große bauliche Verluste und dient bis heute als Pfarrkirche.
Glasgow Cathedral liegt auf einem Hügel östlich des Stadtzentrums, dort, wo Glasgow einmal begann. Lange bevor die Stadt durch Tabakhandel, Werften und Schwerindustrie zur größten Schottlands wurde, gab es hier eine Bischofskirche und ein kleines Dorf in ihrem Schatten. Die Kathedrale ist der Ursprung der Stadt, und ihr Turmhelm überragt noch immer die Dächer rundherum.
Diese Seite erzählt, wer der heilige Mungo war, wie das Bauwerk im 12. und 13. Jahrhundert entstand, warum der Grundriss so ungewöhnlich ist, was die Unterkirche mit dem Schrein bedeutet, wie die Kirche die Reformation überstand und wie die Ausstattung aussieht. Die Stadt selbst stellen wir auf der Seite zu Glasgow vor.
| Lage | Castle Street, nordöstlich des Zentrums von Glasgow, neben der Nekropole |
|---|---|
| Patron | St. Kentigern, auch Mungo genannt, Schutzheiliger von Glasgow |
| Bauzeit | Weihe 1136, Hauptbau im 13. Jahrhundert, Zentralturm und Turmhelm im 15. Jahrhundert |
| Turmhöhe | 67 Meter über dem Boden |
| Besonderheit | einzige mittelalterliche Festlandskathedrale Schottlands, die die Reformation ohne große Verluste überstand |
| Staatliche Obhut | seit 1857, Historic Environment Scotland |
| Nutzung | Pfarrkirche der Church of Scotland |
Fragen, die wir beantworten
- Wer war St. Kentigern und warum steht die Kathedrale hier?
- Wie wurde Glasgow im 12. Jahrhundert zum bedeutenden Bischofssitz?
- Wie entstand der gotische Bau des 13. Jahrhunderts?
- Was ist am Grundriss der Kathedrale so ungewöhnlich?
- Was erwartet Besucher in der Unterkirche mit Mungos Schrein?
- Wie veränderte sich die Kathedrale im späten Mittelalter?
- Wie überstand die Kathedrale die Reformation von 1560?
- Welche Fenster, Orgel und Dächer prägen den Innenraum?
- Was liegt rund um die Kathedrale und was zeigen Grabungen?
Wer war St. Kentigern und warum steht die Kathedrale hier?
Die Geschichte beginnt mit einem Heiligen, über den wir wenig Sicheres wissen. Kentigern, in Glasgow Mungo gerufen, gilt in der Überlieferung als der Mann, der die Briten von Strathclyde zum Christentum führte. Die Jahrbücher von Wales vermerken seinen Tod um das Jahr 612. Sein Bistum entsprach dem britischen Königreich Strathclyde und reichte vom Clach nam Breatann, dem „Stein der Briten“ im Schatten des Ben Lomond, bis zum Rere Cross östlich von Penrith im Nordwesten Englands.
Nach der Überlieferung gründete er die Kirche an der Stelle, an der die Kathedrale heute steht. Belegen lässt sich das nicht: In den Böden der Kathedrale fanden Archäologen keine Gegenstände, die den Ort ins 6. oder 7. Jahrhundert datieren. Gefunden wurde bei Grabungen in den Jahren 1992 und 1993 immerhin ein Grab, das zwischen dem späten 7. und dem späten 8. Jahrhundert angelegt wurde. Ob Kentigerns Grab wirklich in der Krypta liegt, ist eine Frage, die niemand beantworten kann. Für die Pilger des Mittelalters spielte das keine Rolle. Sie glaubten daran, und der Glaube machte aus einem Bischofssitz ein Wallfahrtsziel.
Die ersten namentlich bekannten Bischöfe von Glasgow sind aus dem 11. Jahrhundert überliefert. Zwischen 1114 und 1118 gründete der Prinz David von Cumbria, der spätere König David I., Bistum und Kathedrale neu. Er setzte seinen früheren Lehrer Johannes als Bischof ein. Beide wollten das Bistum der Oberhoheit des Erzbischofs von York entziehen. 1136 wurde die neue Kirche unter Bischof Johannes geweiht.
Das Wappen der Stadt erinnert bis heute an den Heiligen: ein Baum, ein Vogel in den Zweigen, darunter ein Fisch. Auch in den Fenstern der Kathedrale taucht Mungo mit einem großen Fisch auf. Die Bilder gehören zu den Legenden, die sich um ihn rankten, und sie machen die Stadtgeschichte lebendig.
Wie wurde Glasgow im 12. Jahrhundert zum bedeutenden Bischofssitz?
Im Jahr 1164 fuhr Somerled, der „König der Inseln“, mit einer großen Flotte den Clyde hinauf, um den schottischen Thron zu gewinnen. Er wurde besiegt, und die Glasgower schrieben den Sieg den Gebeten von Bischof Herbert am Grab Kentigerns zu. Somerleds Kopf wurde zur Kathedrale gebracht. Das Ereignis hob den Heiligen im nationalen Bewusstsein, und Herberts Nachfolger Jocelin ließ eine neue Lebensbeschreibung Mungos mit seinen Wundern verfassen. Dazu begann er, die Kathedrale zu erweitern, damit der Kult des Heiligen angemessen untergebracht war.
Die Stadt gewann dabei Rechte. 1175 erkannte Papst Alexander III. Glasgow als „besondere Tochter“ Roms an. Damit war das Bistum von der Oberhoheit Yorks befreit, und drei Jahre später galt dies für die gesamte schottische Kirche. Etwa zur selben Zeit erhielt Jocelin von König Wilhelm I. das Recht, Glasgow zur Burgh of Barony zu machen. 1197 wurde die Kathedrale ein zweites Mal geweiht, ein Beleg dafür, dass ein Teil des Neubaus bereits stand.
Ein Jahr später gewährte der König dem Bischof das Recht, jährlich ab dem 6. Juli einen Jahrmarkt abzuhalten. Wilhelm führte die Geburt seines einzigen Sohnes Alexander auf die Fürsprache Kentigerns zurück. Die Glasgow Fair gibt es noch, wenn auch in ganz anderer Form: aus dem kirchlichen Jahrmarkt ist ein Volksfest geworden.

Wie entstand der gotische Bau des 13. Jahrhunderts?
Von der Kirche des 12. Jahrhunderts ist wenig geblieben. Ein Fragment in der Krypta und die unteren Mauern am Westende der Krypta sowie entlang der Querhäuser und des Langhauses stammen aus dieser Zeit. Dann kam ein groß gedachter Neubau. Von 1207 bis 1232 betrieb Bischof Walter eine weitere Erweiterung, viel großzügiger als alle früheren. Sie legte die Grundlage für Querhäuser und Langhaus, wie sie später gebaut wurden.
Walters Nachfolger William de Bondington, Bischof von 1233 bis 1258, errichtete einen völlig neuen und viel längeren Ostarm. Er sollte den Schrein des Heiligen auf der Hauptebene aufnehmen. Dazu kamen drei Anbauten: das Kapitelhaus, die Sakristei mit der Schatzkammer und der Bauteil, der später zur Blackadder Aisle wurde. Der Bau zog sich über einen großen Teil des Jahrhunderts hin, darunter ein Glockenturm an der Nordwestecke des Langhauses. Etwa ein Jahrhundert später kam ein Südwestturm dazu.
Das Langhaus ist jünger als der Chor. Es entstand in den späten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts. Er verbindet die enge Folge der Pfeiler, die durch die bestehenden Wandvorlagen der Außenmauer vorgegeben war, mit neuen Vorstellungen vom Kircheninneren. Die Fenster des Chorumgangs zeigen Plattenmaßwerk, von dem in Schottland wie in England nur wenig erhalten ist.
Das Bauwerk zeigt, wie eng Tiefland-Schottland und Nordengland damals in Austausch standen. Und doch ist Glasgow keine Kopie englischer Vorbilder. Die räumliche Gestaltung der Krypta ist von außergewöhnlicher Qualität und hat in Nordengland kaum Parallelen. Typisch schottisch sind die massigen, beruhigend soliden Pfeiler, wie schon in Holyrood, obwohl der Chor kein hohes Gewölbe trägt und eines der Vorbilder, die Kathedrale von Lincoln, mit besonders schlanken Pfeilern arbeitete.
Was ist am Grundriss der Kathedrale so ungewöhnlich?
Auffällig ist der strenge Rechteckkörper. Die Querhäuser steigen auf die Höhe des Langhauses, ragen aber nicht über die Seitenschiffe hinaus. Dadurch wirkt der Raum an der Vierung zusammengedrängt, und der Blick wird auf die steilen Treppen gelenkt, die in der Mitte hinauf zum Chor und seitlich hinab in die Krypta führen. Das Langhaus hat acht Joche und drei Schiffe. Der Chor hat fünf Joche für das Chorgestühl der Domherren, dahinter folgen der Hochaltar und der Raum für den Reliquienschrein.
Hinter dem Hochaltar läuft ein rechteckiger Umgang mit vier Kapellen an der Ostseite. Diesen Grundriss hatten die Zisterzienser entwickelt, um viele Altäre unterzubringen. In einer Weltgeistlichenkirche wie Glasgow erklärt er sich als sparsame Lösung, Pilger hinter dem Hochaltar zum Schrein zu führen. Als Edward I. von England 1301 an vier Tagen am Hochaltar, am Reliquienschrein und am Grab in der Krypta opferte, bestanden also bereits ein Grab unten und ein Schrein oben.
Die Anbauten am Hauptkörper fügen sich dagegen scheinbar zufällig an. Das Kapitelhaus im Norden hatte zwei Geschosse, eine Doppelhöhe, die nie nachgeahmt wurde. Sein quadratischer, zentralisierter Grundriss war das Vorbild vieler späterer Kapitelhäuser, etwa in Crossraguel und Jedburgh. Die Sakristei lag oben, die Schatzkammer darunter, nur über eine Mauertreppe zugänglich. Wegen der Krypta ist die Anordnung hier ungewöhnlich, sonst liegt die Schatzkammer oben.
Am südlichen Querhaus erstreckt sich die Blackadder Aisle über vier Joche. Fertig wurde im 13. Jahrhundert nur ihre Krypta. Welche Aufgabe sie ursprünglich haben sollte, ist offen. Robert Blackadder, ab 1492 erster Erzbischof von Glasgow, ließ um 1500 darüber ein Gewölbe einziehen. Ein vergleichbarer Seitenarm war in Schottland nur in Iona geplant, wurde dort aber nicht gebaut.

Was erwartet Besucher in der Unterkirche mit Mungos Schrein?
Die Krypta, auch Lower Church genannt, ist das Herzstück. Sie liegt unter dem Chor und folgt dem Gelände, das steil nach Osten abfällt. Von außen deshalb der Eindruck, der Chor sitze auf einem hohen Sockel. Innen führen Treppen von beiden Seiten des Querhauses hinab in einen Raum, in dem viele Steinsäulen ein Gewölbe tragen. Die Gestalter setzten zwei Brennpunkte: im Westen die Grabstätte des Heiligen, im Osten die Marienkapelle, die Lady Chapel. Dass die Marienkapelle in der Krypta liegt, zeigt, wie wichtig man diese Ebene nahm.
Der Abstieg in die Dunkelheit überrascht viele Besucher. Er erinnert an die Erfahrung der Pilger, die zum Grab Kentigerns kamen. Die ganze Kirche stand diesen Pilgern offen, während der Chor im Alltag den Domherren und dem Bischof vorbehalten war. Das Langhaus gehörte den Bürgern, deren Zünfte dort Altäre für ihre Heiligen unterhielten.
In der Krypta sind ausgestellte Steine zu sehen. Dazu gehört ein bemalter Bogenstein aus der Kathedrale des 12. Jahrhunderts, Reste eines Schreinsockels aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, figürliche Konsolen des 15. Jahrhunderts und eine Wappentafel des frühen 16. Jahrhunderts aus der Bischofsburg. Unter den Grabmälern fällt das beschädigte Bildnis eines Bischofs in Messgewändern auf, entstanden im frühen 13. Jahrhundert. Bischof Robert Wishart, der 1316 starb, wurde in der Krypta beigesetzt.
Wishart war ein langjähriger Unterstützer Robert Bruces und half ihm 1306 auf den Thron. Der Überlieferung nach ließ er Holz, das für den Glockenturm bestimmt war, zu Belagerungsmaschinen gegen die Engländer in Kirkintilloch verarbeiten. Er geriet in englische Gefangenschaft und kam nach der Schlacht von Bannockburn 1314 gegen Lösegeld frei. In der Nachbarschaft fiel später Bothwell Castle an die Engländer, als Edward I. 1301 nach seinem Besuch in Glasgow dorthin weiterzog.
Wie veränderte sich die Kathedrale im späten Mittelalter?
1406 beschädigte ein Blitzschlag den Bau schwer. Die Bischöfe William Lauder, John Cameron und William Turnbull ließen in den folgenden Jahrzehnten den Zentralturm mit dem Turmhelm und den oberen Teil des Kapitelhausblocks in ihrer heutigen Form wiederaufbauen. Der Lettner im Langhaus, der Pulpitum, entstand ebenfalls im frühen 15. Jahrhundert. Er ist einer von wenigen erhaltenen in Schottland, andere stehen in Culross, Inchcolm, Lincluden, Melrose und Roslin.
Das Pulpitum trennt Langhaus und Chor. Die Mitteltür wird von vier Arkadenfeldern flankiert, darüber läuft eine Balustrade mit Maßwerk. Jedes Feld hatte eine Steinkonsole für ein Bildwerk, doch sie wurden entfernt, als Erzbischof Blackadder um 1500 Altarplattformen anfügte. Diese Altäre tragen elf Flachreliefs unter Baldachinen und sind eine Seltenheit. Weil das Pulpitum noch immer den Blick in den Chor verstellt, erlebt man die Kirche ähnlich wie die Gläubigen vor der Reformation.
Um 1430 baute Bischof Cameron die Bischofsburg unmittelbar westlich der Kathedrale als großen Turmbau wieder auf. 1451 erhielt Bischof Turnbull die päpstliche Erlaubnis zur Gründung der Universität Glasgow, die zunächst im nahen Dominikanerkloster untergebracht wurde. Die Erzbischöfe James Beaton und Gavin Dunbar erweiterten die Burg im frühen 16. Jahrhundert um eine Mauer mit Türmen und ein mächtiges Torhaus. Die Kathedrale hatte zu dieser Zeit 32 Pfründen für Domherren, mehr als jede andere schottische Kathedrale. Von den Häusern der Domherren steht nur Provand’s Lordship westlich der Kathedrale, das im 15. Jahrhundert als Haus für das Hospital St. Nicholas entstand.

Wie überstand die Kathedrale die Reformation von 1560?
Als sich Schottland 1560 der Reformation zuwandte, floh Erzbischof James Beaton nach Frankreich und nahm die Archive des Bistums mit. Sie gingen später in der Französischen Revolution verloren. Die Kathedrale wurde von ihrer katholischen Ausstattung gesäubert. Dennoch entschied man, das Gebäude für den protestantischen Gottesdienst zu behalten. 1579 verteidigten Mitglieder des Glasgower Trades House die Kathedrale gegen weitere Verwüstung, und das ließ sie die Reformation vergleichsweise unbeschadet überstehen.
Im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert hielten drei Gemeinden in der Kathedrale Gottesdienst. Die Inner High Kirk nutzte den früheren Chor, die Outer High Kirk das Langhaus, die Barony Kirk die Krypta. Zwischen ihnen wurden Mauern gezogen und Emporen eingebaut. 1689 wurde das Bischofsamt in der schottischen Kirche abgeschafft, John Paterson war der letzte Erzbischof der Stadt. Die Burg der Bischöfe wurde 1789 abgerissen, an ihrer Stelle entstand die Royal Infirmary nach Plänen von Robert Adam.
Im frühen 19. Jahrhundert wuchs die Wertschätzung für mittelalterliche Baukunst. 1835 zogen die Gemeinden der Barony Kirk und der Outer High Kirk in andere Kirchen der Stadt um, damit die Kathedrale wiederhergestellt werden konnte. 1836 wurde sie als Eigentum der Krone anerkannt. 1846 und 1848 wurden die beiden Westtürme abgerissen, da sie als zu unsymmetrisch galten. Es fehlte das Geld für Ersatztürme, also schlossen unter Edward Blore die heute schlichten Enden der Seitenschiffe das Langhaus ab. 1852 fielen die Emporen im Chor, und 1857 ging das ganze Gebäude in staatliche Obhut.
Nur Dunblane Cathedral und Fort George dienen noch dem Zweck, für den sie errichtet wurden: die Kathedrale ist mit ihnen eine von drei Stätten in der Obhut von Historic Environment Scotland, die weiter genutzt werden. Zu Dunblane Cathedral und zum Fort George führen eigene Seiten.
Welche Fenster, Orgel und Dächer prägen den Innenraum?
In den 1860er Jahren erhielt die Kathedrale neue Fenster von der Königlichen Glasmalereianstalt bei München. Es war einer der größten öffentlichen Kunstaufträge des viktorianischen Zeitalters. Dieses „Münchner Glas“ wurde bis auf wenige Reste wieder entfernt und ist heute teilweise in der Krypta ausgestellt. Das einzige noch an seinem Platz erhaltene Figurenglas befindet sich hoch oben in den Querhäusern.
An seine Stelle trat Glas des 20. Jahrhunderts, das zu den besten Sammlungen Großbritanniens zählt. Das erste Ersatzfenster war 1936 Douglas Strachans „Moses“-Fenster in der Nordwand des Langhauses. Das jüngste, das „Millennium Window“ von John K. Clark, wurde 1999 enthüllt. Zu den bekannten Fenstern zählt das Fenster der Glasgower Zünfte von 1951.
1879 baute man im Triforium des Chors die erste Orgel seit der Reformation ein. In den Jahren 1909 bis 1912 wurden die Dächer über Chor und Langhaus erneuert. Daher stammt das grüne Dach, das den Bau so unverwechselbar macht. Das Langhaus ist ohne Kirchenbänke, und das gibt dem Raum etwas von seiner ursprünglichen Wirkung.
Die Kathedrale blieb ein Ort für große Anlässe. 1971 fand hier ein Gedenkgottesdienst für die 66 Toten der Katastrophe im Ibrox-Stadion statt, im Jahr 2000 einer für Donald Dewar, den ersten Ersten Minister Schottlands. 2012 besuchte die Königin einen Festgottesdienst zum Diamantenen Thronjubiläum.
Was liegt rund um die Kathedrale und was zeigen Grabungen?
Zwischen 1992 und 1993 grub Stephen Driscoll im Langhaus und in der Krypta, ehe neue Heizung und Beleuchtung eingebaut wurden. Gefunden wurden Teile der Westfront der Kirche von 1136 und Halbtrommeln runder Pfeiler, die später wiederverwendet wurden. Dazu kamen viele Bauteile der Kathedrale des späten 12. Jahrhunderts, unter ihnen bemalte Steinfragmente. Sie zeigen, dass bis zur Weihe 1197 genug fertig war, um einen Teil des Baus aufwendig zu bemalen. In einer Grube der Marienkapelle lagen zwei schwere Bronzemörser mit Stößel aus dem späten 13. Jahrhundert. Zahlreiche Gräber im Langhaus stammen überwiegend aus dem späten Mittelalter und geben Einblick in die Bevölkerung des mittelalterlichen Glasgow.
Das Gelände um die Kathedrale war einmal ein ummauerter Bezirk, die Chanonry, mit Bischofsburg, Häusern der Domherren und Wohnungen der Vikare. Das meiste verschwand nach der Reformation. Im Osten erhebt sich die Glasgower Nekropole, die 1833 als dritter hygienischer Friedhof Großbritanniens nach Liverpool und London entstand. Vom Hügel dort sieht man den Chor und die Krypta mit dem 67 Meter hohen Turmhelm dahinter besonders eindrucksvoll, weil das Gelände ansteigt.
An der Südseite der Kathedrale steht das St Mungo Museum of Religious Life and Art, in dem ein Stück Mauer der Bischofsburg bewahrt wird. Wer die Geschichte von Machtzentren weiterverfolgen will, findet in Elgin Cathedral eine weitere große Kathedrale im Norden.
Wer war der heilige Mungo?
Kentigern, der Überlieferung nach Bischof der Briten von Strathclyde, gestorben um 612. Das Stadtwappen mit Baum, Vogel und Fisch erinnert an seine Legenden.
Wann wurde die Kathedrale gebaut?
Die erste Weihe war 1136, die zweite 1197. Das heutige Gebäude entstand überwiegend im 13. Jahrhundert, Zentralturm und Turmhelm im 15. Jahrhundert.
Warum steht die Kathedrale noch?
Sie blieb nach 1560 als Pfarrkirche in Gebrauch, und 1579 schützten die Glasgower Zünfte sie vor weiterer Verwüstung. Sie ist die einzige mittelalterliche Festlandskathedrale Schottlands, die die Reformation ohne große Verluste überstand.
Was ist die Lower Church?
Die Krypta unter dem Chor. Sie wurde im 13. Jahrhundert für das Grab des heiligen Mungo gebaut und besitzt ein Gewölbe auf vielen Steinsäulen.
Wie hoch ist der Turm?
Der Turm mit Helm ragt 67 Meter über den Boden. Er wurde nach einem Blitzschlag 1406 im 15. Jahrhundert neu aufgebaut.
