Edinburgh Castle

Edinburgh Castle

Edinburgh Castle ist Schottlands meistbesuchte Sehenswürdigkeit und das Wahrzeichen der Hauptstadt: eine gewaltige Festung auf erloschenem Vulkanfels über der Altstadt. Hinter ihren Mauern warten die schottischen Kronjuwelen, der Stone of Destiny, die älteste Kirche der Stadt und der berühmte Kanonenschuss der One O’Clock Gun.

Kein Bauwerk verkörpert Schottland so sehr wie das Edinburgh Castle. Auf dem schwarzen Basaltfelsen des Castle Rock thront die Festung seit fast tausend Jahren über der Hauptstadt und beherrscht die Silhouette der Stadt von jedem Blickwinkel. Sie ist nicht nur Postkartenmotiv, sondern der historische Ursprung Edinburghs selbst: Von hier breitete sich die Altstadt entlang der Royal Mile aus. Mehr als zwei Millionen Menschen besuchen das Schloss jedes Jahr – und erleben Kronjuwelen, Kriegsgeschichte, Kapellen und einen der schönsten Ausblicke Schottlands. Eine Übersicht weiterer Pflichtziele bietet der Hub Sehenswürdigkeiten.

LageCastle Rock, oberes Ende der Royal Mile, Edinburgh
UntergrundBasaltpfropfen eines vor rund 340 Mio. Jahren erloschenen Vulkans
HighlightsCrown Jewels, Stone of Destiny, St. Margaret’s Chapel, One O’Clock Gun
Ältestes GebäudeSt. Margaret’s Chapel, frühes 12. Jahrhundert
Besuchsdauer2 bis 3 Stunden; Tickets online mit Zeitfenster buchen
Beste Zeitfrüher Vormittag oder später Nachmittag; unter der Woche ruhiger
Anreisezu Fuß über die Royal Mile; Bahnhof Waverley in Gehweite

Welche Geschichte steckt hinter Edinburgh Castle?

Der Castle Rock ist seit mindestens der Eisenzeit besiedelt – kaum ein Ort in Großbritannien blickt auf eine so lange, ununterbrochene Geschichte zurück. Die steilen, an drei Seiten senkrecht abfallenden Vulkanflanken machten den Felsen zur idealen Festung: Nur von der Ostseite, wo heute die Royal Mile hinaufführt, war er überhaupt zugänglich. Über die Jahrhunderte war das Schloss königliche Residenz, Waffenkammer, Gefängnis und militärische Bastion. Es erlebte zahllose Belagerungen – angeblich wurde es über 20 Mal angegriffen, was es zu einem der am häufigsten belagerten Orte Europas macht. Hier wurde 1566 der spätere König Jakob VI. von Schottland (und I. von England) geboren, hier lagerten Kronschatz und Staatsgefangene. Noch heute ist das Edinburgh Castle eine aktive Militärgarnison und Heimat mehrerer Regimentsmuseen. Wer die Festung erkundet, durchwandert damit die gesamte schottische Geschichte – und versteht, warum die Stadt Edinburgh ohne ihr Schloss undenkbar wäre.

Was sind die Crown Jewels und der Stone of Destiny?

Das kostbarste Ausstellungsstück des Schlosses sind die Honours of Scotland – die schottischen Kronjuwelen. Krone, Zepter und Reichsschwert zählen zu den ältesten erhaltenen Kroninsignien Europas und wurden bereits im 16. Jahrhundert bei Krönungen verwendet, unter anderem der jungen Maria Stuart. Nach der Union mit England gerieten sie in Vergessenheit und wurden 1818 auf Betreiben des Schriftstellers Sir Walter Scott in einer verschlossenen Truhe wiederentdeckt. Direkt daneben liegt der Stone of Destiny (Stone of Scone), ein schlichter Sandsteinblock, auf dem jahrhundertelang die schottischen Könige gekrönt wurden. 1296 raubte ihn der englische König Eduard I. nach Westminster; erst 1996 kehrte er nach Schottland zurück. Für die Krönung britischer Monarchen wird er bis heute kurzzeitig nach London gebracht. Die Kombination aus Kronjuwelen und Krönungsstein macht diesen Raum zum symbolischen Herzen der schottischen Nation.

Was hat es mit der One O’Clock Gun auf sich?

Jeden Tag außer sonntags, Karfreitag und am ersten Weihnachtsfeiertag geschieht auf den Wällen um Punkt 13 Uhr etwas Lautes: Ein Kanonenschuss hallt über die Stadt – die One O’Clock Gun. Die Tradition reicht bis 1861 zurück und hatte einen praktischen Zweck: Der Schuss diente den Schiffen im Hafen von Leith als weithin hörbares Zeitsignal, nach dem sie ihre Schiffschronometer stellen konnten. Warum um ein Uhr und nicht mittags um zwölf? Ein einziger Schuss war schlicht sparsamer als zwölf. Bis heute wird die Kanone von einem eigens dafür zuständigen „District Gunner“ abgefeuert. Für Besucher ist es ein beliebtes Ritual: Man versammelt sich kurz vor eins auf den Wällen, hält sich vorsichtshalber die Ohren zu – und zuckt trotzdem zusammen, wenn der Schuss über Edinburgh donnert. Ein kleines, aber unvergessliches Erlebnis mitten im Schlossbesuch.

Was gibt es im Schloss sonst noch zu sehen?

Das Edinburgh Castle ist eine ganze Stadt hinter Mauern. Ältestes Gebäude ist die winzige, romanische St. Margaret’s Chapel aus dem frühen 12. Jahrhundert – das älteste erhaltene Bauwerk ganz Edinburghs. Auf dem höchsten Punkt steht die gewaltige Mons Meg, eine mittelalterliche Belagerungskanone, die einst Steinkugeln über zwei Kilometer weit schoss. Der Great Hall mit seiner prächtigen Balkendecke, die königlichen Gemächer, das National War Museum und das ergreifende Scottish National War Memorial erzählen von Macht, Krieg und Erinnerung. Von den Batterien und der Half Moon Battery reicht der Blick über die gesamte Stadt, die Princes Street Gardens und an klaren Tagen bis zum Firth of Forth und in die Hügel. Plane für all das mindestens zwei bis drei Stunden ein – ein Audioguide oder eine der geführten Touren hilft, die vielen Schichten der Geschichte zu ordnen. Weitere ikonische Bauwerke des Landes findest du etwa beim Burgschloss Eilean Donan.

Wie bekomme ich Tickets und was kostet der Eintritt?

Das Edinburgh Castle gehört zu den beliebtesten Attraktionen Großbritanniens, entsprechend gefragt sind die Tickets. Der wichtigste Tipp lautet: online im Voraus mit festem Zeitfenster buchen. Das ist meist günstiger als an der Kasse, garantiert den Einlass und erspart lange Warteschlangen – an Spitzentagen kann das Schloss ausverkauft sein. Der Eintritt liegt für Erwachsene im Bereich von rund 20 Pfund, mit Ermäßigungen für Kinder und Senioren; im Preis ist meist ein Audioguide oder eine kostenlose Kurzführung enthalten. Wer mehrere historische Stätten besucht, für den kann der Explorer Pass von Historic Environment Scotland interessant sein, der Eintritt zu zahlreichen Burgen und Denkmälern bündelt. Innerhalb des Schlosses gibt es Cafés und einen Shop. Rechne auf jeden Fall Zeit für den Aufstieg über die Esplanade ein – und buche im Sommer und während der Festivals besonders früh.

Wann besuche ich das Schloss am besten?

Das Edinburgh Castle ist ganzjährig geöffnet, doch der Andrang schwankt stark. Am ruhigsten ist es an einem frühen Vormittag unter der Woche, besonders außerhalb der Sommermonate. Der August ist wegen der Festivals die geschäftigste Zeit – dann findet auf der Esplanade auch das berühmte Royal Edinburgh Military Tattoo statt, was Teile des Vorplatzes belegt. Frühling und Herbst bieten mildes Wetter und deutlich weniger Gedränge. Plane deinen Besuch so, dass du entweder gleich zur Öffnung oder am späteren Nachmittag kommst, wenn viele Tagesgäste bereits wieder gehen. Da das Wetter in Edinburgh jederzeit umschlagen kann, gehören Regenjacke und festes Schuhwerk ins Gepäck – das Kopfsteinpflaster und die Rampen sind bei Nässe rutschig. Wer den Besuch mit weiteren Zielen verbinden will, findet praktische Hinweise zu Reisezeit und Aufenthalt im Hub Reiseplanung.

Wie komme ich zum Edinburgh Castle?

Das Schloss liegt am oberen Ende der Royal Mile mitten in der Altstadt und ist am einfachsten zu Fuß erreichbar. Vom zentralen Bahnhof Waverley sind es nur wenige Minuten bergauf, ebenso von den meisten Hotels der Innenstadt. Wer mit der Straßenbahn oder dem Bus aus Richtung Flughafen kommt, steigt am besten an der Princes Street oder am St Andrew Square aus und geht die letzten Meter durch die Altstadt hinauf. Ein eigenes Auto ist im historischen Zentrum eher hinderlich – Parkplätze sind rar und teuer, die Gassen eng. Der Aufstieg über die Esplanade zum Torhaus ist Teil des Erlebnisses und bietet schon unterwegs großartige Ausblicke. Vom Schloss aus lässt sich der Besuch ideal mit einem Bummel die Royal Mile hinab und weiteren Höhepunkten der Stadt Edinburgh verbinden.

Muss ich Tickets für Edinburgh Castle im Voraus buchen?

Dringend empfohlen. Das Schloss ist an vielen Tagen sehr gut besucht und kann ausverkauft sein. Eine Online-Buchung mit Zeitfenster ist meist günstiger, sichert den Einlass und erspart lange Warteschlangen an der Kasse.

Wie viel Zeit sollte ich für den Besuch einplanen?

Zwei bis drei Stunden sind ideal, um die Kronjuwelen, St. Margaret’s Chapel, die Museen und die Aussicht in Ruhe zu erleben. Wer auch die One O’Clock Gun sehen will, plant den Besuch rund um 13 Uhr.

Ist das Schloss für Kinder und Familien geeignet?

Ja. Kanonen, Kronjuwelen, der laute Mittagsschuss und die weiten Wälle begeistern Kinder. Wegen der vielen Treppen, Rampen und des Kopfsteinpflasters sind Kinderwagen jedoch etwas mühsam; festes Schuhwerk hilft allen.

Wann wird die One O’Clock Gun abgefeuert?

Täglich außer sonntags, an Karfreitag und am ersten Weihnachtsfeiertag um Punkt 13 Uhr. Der Schuss geht auf ein historisches Zeitsignal für die Schiffe im Hafen zurück und ist ein beliebtes Ritual während des Besuchs.

Plane deinen Besuch in Edinburgh

Das Schloss ist der perfekte Auftakt für die Hauptstadt. Finde die beste Reisezeit, Anreise und Aufenthaltstipps für Edinburgh und ganz Schottland an einem Ort.

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