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East Aquhorthies: Der Steinkreis mit liegendem Stein

East Aquhorthies: Der Steinkreis mit liegendem Stein

East Aquhorthies liegt rund eine Meile westlich von Inverurie in Aberdeenshire und ist einer der besterhaltenen Recumbent Stone Circles Schottlands. Der Ring aus zwölf Steinen, 20 mal 18,5 Meter groß, entstand um 2300 v. Chr. Sein Hauptstein, der liegende Block von fast vier Metern Länge, ist von weißen Quarzadern durchzogen und blickt nach Südsüdwest.

East Aquhorthies zeigt eine Bauform, die es nur im Nordosten Schottlands gibt: den Steinkreis mit liegendem Stein. Zwölf Steine stehen im Ring, in der Mitte der Südseite liegt der gewaltige Block, und im Inneren zeichnet sich ein flacher Hügel ab, der Rest eines Steinhügels. Alle Steine stehen noch aufrecht, in Höhe gestaffelt und in verschiedenen Farben.

Diese Seite erklärt, was ein Recumbent Stone Circle ist, wie der Ring aufgebaut ist, welche Gesteine verwendet wurden, was man über die Bestattungsriten weiß, wie die Deutung des Platzes sich seit dem 16. Jahrhundert änderte und welche Stätten zum Vergleich taugen, etwa Tomnaverie und die Clava Cairns.

Lagerund eine Meile westlich von Inverurie, Aberdeenshire
AlterFrühe Bronzezeit, um 2300 v. Chr.
Größe des Rings20 m mal 18,5 m, zwölf Steine
Liegender Stein3,99 m lang, 1,55 m hoch, 0,75 m dick
AusrichtungSüdsüdwest
Staatliche Obhutseit 1963

Was ist East Aquhorthies, und wo liegt der Ring?

East Aquhorthies liegt auf einem sanften, nach Osten geneigten Hang, rund eine Meile westlich von Inverurie in Aberdeenshire, etwa 330 Meter nordwestlich des Bauernhofs, der dem Platz den Namen gab. Das Gelände ist Ackerland. Von Nordosten bis Süden bietet sich eine weite Aussicht; nach Westen verkürzt das leicht ansteigende Gelände den Horizont. Zum Steinring gehört ein Rundwall aus dem 19. Jahrhundert, der ihn eng umschließt.

Der Name hat viele Schreibweisen: Easter Aquhorthies, Auchquhorthies, Aquhorties, Manar of Aquhorthies und andere. Er bedeutet Feld des kleinen Kreises. Offiziell trägt die Stätte seit ihrer Übernahme in staatliche Obhut 1963 den Namen East Aquhorthies.

Der Ring misst 20 Meter von Ostsüdost nach Westnordwest und 18,5 Meter in der Querrichtung. Er ist nicht ganz kreisrund. Geschützt ist die Stätte seit dem 31. August 1925, als sie unter dem Namen Auchquhorthies, Manar eingetragen wurde; am 14. August 1963 wurde sie neu eingetragen, als sie in staatliche Obhut kam. Das geschützte Gelände umfasst 630 Quadratmeter.

Der Steinkreis von East Aquhorthies mit dem liegenden Stein und den hohen Flankensteinen auf einer Wiese

Was ist ein Recumbent Stone Circle?

Ein Recumbent Stone Circle, auf Deutsch ein Steinkreis mit liegendem Stein, ist eine Bauform der Frühen Bronzezeit, die es nur im Nordosten Schottlands gibt. Bekannt sind 74 Stück. Es gibt große Unterschiede zwischen ihnen, aber alle haben ein Merkmal: einen großen, waagerecht liegenden Stein im südlichen Viertel des Rings. Rechts und links davon stehen zwei hohe Steine, die Flankensteine oder Flanker.

Die Bauform vereint Eigenschaften eines Steinhügels, eines Steinkreises und einer Grabkammer auf sehr einfallsreiche Weise. Sie wurde oft mit den Clava-Cairns verglichen, ihren nördlichen Nachbarn bei Inverness. Beide haben zwei Elemente: einen zentralen Steinhügel und einen Kreis aus nach Höhe gestaffelten Steinen, dessen größter Stein im Süden steht. Während die Clava-Gräber mit ihren Gängen das Vorbild der Jungsteinzeit nachbilden, tun die Recumbent Stone Circles das auf eine verschlüsseltere Weise.

Lange galten solche Ringe als Arenen, in denen Zeremonien stattfanden. Heute weiß man, dass sie in Etappen entstanden. Am Anfang stand ein Platz, auf dem Tote verbrannt wurden; später wurde er mit einem Steinhügel überdeckt und der Hügel schließlich von einem Steinring umgeben. In East Aquhorthies wurde nie modern gegraben, aber seine Entwicklung folgte diesem Muster.

Seit dem frühen 16. Jahrhundert, als der Historiker Hector Boece sie in seine Geschichte Schottlands aufnahm, hielt man solche Ringe für alte Tempel und den liegenden Stein für einen Altar.

Wie ist der Ring aufgebaut?

Der Ring besteht aus neun senkrechten Steinen, zwei Flankern und dem liegenden Stein, insgesamt zwölf. Die Steine stehen paarweise auf gleichmäßig verteilten Sehnen zu beiden Seiten der Achse und sind in der Höhe gestaffelt: von den hohen Flankern im Südsüdwesten bis zum kleinsten Stein im Nordosten. Die Flanker messen 1,57 und 1,67 Meter, der kleinste Stein 1,1 Meter. Der westliche Flanker ist schlanker als sein östliches Gegenstück. Beide sind schräg gesetzt, damit sie den Bogen des Rings nachzeichnen.

Zwischen den Flankern liegt der Block selbst, ein grob rechteckiger Stein von 3,99 Metern Länge, 1,55 Metern Höhe und 0,75 Metern Dicke. Er wurde wegen seiner Wirkung ausgewählt. Seine Oberseite ist sorgfältig eingeebnet, er scheint nach hinten zu kippen und wirkt dadurch noch höher, und seine Außenseite zeigt Adern aus weißem Quarz und Gleitflächen des Gesteins, die wie Verzierungen wirken.

Liegender Stein und Flanker bilden zusammen die Recumbent Setting. Sie liegt in der Mitte eines leicht abgeflachten Bogens, der die Nachbarsteine beidseits einschließt und eine flache, nach außen gewölbte Fassade bildet. Die Recumbent Setting gibt dem Ring seine Ausrichtung nach Südsüdwest.

Nahe am Fuß des westlichen Flankers befindet sich eine Gruppe von Schälchen, kleinen eingepickten Mulden. Sie erinnern an die Jungsteinzeit, entstanden aber zur gleichen Zeit wie das Bauwerk. Zwei große Platten stehen hochkant im rechten Winkel hinter dem liegenden Stein. Dieses Merkmal ist sonst nur vom Steinring in Ardlair bekannt.

Der liegende Block mit hellen Quarzadern zwischen zwei hohen Flankensteinen

Welche Gesteine und Farben haben die Steine?

Das Gestein ist vielfältiger, als oft angenommen. Die Steine der Recumbent Setting enthalten viel Aplit, ein helles Ganggestein. Unter den senkrechten Steinen ist einer überwiegend aus Rosenquarz, drei bestehen aus Tonalit und mindestens zwei aus Granit. Der Fels unter dem Ort gehört zur Aberdeen Formation aus Psammit und Semipelit.

Die Farben sind unterschiedlich. Seit 1985, als man Abgüsse von jedem Stein für die Ausstellung Symbols of Power in Edinburgh nahm und dabei jahrhundertelangen Bewuchs entfernte, sehen manche Betrachter den liegenden Stein dunkelgrau, die Flanker hellgrau und die Steine im Osten rosa. Die Steine im Westen sind rosa oder grau. Auch die Oberfläche fühlt sich verschieden an.

Die Quarzadern auf dem liegenden Block stehen für die Kraft der Sonne, die den Verstorbenen durch Feuer in eine andere Dimension überführt. Die Gesteinsfarben setzen diese Erzählung fort. Dazu passt die Ausrichtung des Rings: Das gesamte Spektrum der Ausrichtungen bekannter Recumbent Stone Circles betont die Sonnenwenden. Zusammen mit der Kreisform spielt das auf den Kreislauf des Lebens an.

Aus welchen Steinbrüchen die Steine kommen, wurde bisher nicht bestimmt.

Was ist vom Steinhügel im Inneren geblieben?

Im Inneren liegt ein grasbewachsener, nur 0,25 Meter hoher Hügel von 17 mal 16,5 Metern, der Rest des ursprünglichen Steinhügels. Er wurde stark ausgeplündert, besonders im Nordosten, wo nur noch Flecken des steinigen Kerns im Rasen zu sehen sind. In der Zeit der Landverbesserung zwischen etwa 1780 und 1880 dienten viele Ringe als Steinbruch für die Bauern.

Ein großer, flach liegender, grob dreieckiger Block hinter dem liegenden Stein und ein kleinerer, nahe der Mitte freigelegter Block zeigen, wie die Grundlagen des Hügels aussahen. Sonst gibt der Hügel keine Merkmale preis. Einen äußeren Randsteinring hat er nicht. Stattdessen übernehmen die beiden hochkant gestellten Platten hinter dem liegenden Stein die Rolle, den Hügel mit dem Ring zu verbinden.

Die Fassade, der Block und die beiden Platten dahinter lassen sich als Nachbildung einer Grabkammer lesen: Der liegende Stein und die Flanker bilden eine verschlossene Tür, die Platten stehen für einen zugesetzten Gang, der ins Innere eines Grabes führt. Das Ganze ist ein Abbild eines Ganggrabes der Jungsteinzeit, das gegen die Außenwelt abgeriegelt ist.

Welche Riten fanden an solchen Plätzen statt?

An den ausgegrabenen Ringen fand man verbrannten Boden, hitzegesprungene Steine, verbrannte Knochen, Holzkohle und schwarze Erde. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte John Stuart, dass diese Reste mit der Feuerbestattung zu tun haben. Ausgrabungen am Nine Stanes, Old Keig, Loanhead of Daviot, Berrybrae und Strichen House bestätigten das. In Tomnaverie fand Richard Bradley einen kleinen, niedrigen Hügel aus verbranntem Boden, Holzkohle und Resten von Leichenbrand unter dem Steinhügel.

Der wesentliche Ritus war demnach die Verbrennung auf einem Scheiterhaufen. Nachdem die Feuer erloschen waren, wurden die Reste zusammengefegt, der Platz von Pflanzen befreit und oft der Rasen abgetragen, bevor Hügel und Ring entstanden. Das Bauwerk schloss den Platz ab; der Ring umschließt einen reservierten Bereich. Dennoch waren die Ringe so gebaut, dass man sie besuchen konnte: zum Trauern, zum Nachdenken über die Zeremonien oder über den Sinn des Lebens.

Auch spätere Brandbestattungen, oft nur symbolische, wurden in den Ring gelegt: am Fuß der Steine, in ihre Fugen oder in Gruben ringsum. Für East Aquhorthies gibt es dafür keine Funde, da nie gegraben wurde. Über die Gesellschaft, die den Ring baute, lässt sich daher nur sagen, dass sie gut organisiert war und über beachtliche Ingenieurkunst verfügte. Die weite Verbreitung der Bauform zeigt, dass die Vorstellungen, die in ihr zum Ausdruck kommen, geteilt wurden.

Aufsicht auf einen Steinkreis mit flachem Hügel im Inneren und Feldern im Hintergrund

Wie wurde der Ring entdeckt und geschützt?

Die früheste Darstellung ist eine Gutskarte von 1769. Sie zeigt den Ring in einem Landschaftsmuster aus unregelmäßigen Parzellen, nahe der Südwestecke eines Feldes namens Standing Stone Folds. Auf den Karten von 1838 und 1847 ist die Umgebung in rechteckige Einfriedungen verwandelt. Dass der Ring diese Veränderungen überstand, hängt mit dem Grundherrn James Michael Leslie zusammen, dem 25. Baron of Balquhain. Er ließ den Ring in einen neuen Viehtriebweg einbeziehen.

Als das nicht ausreichte, wurden vor der Mitte der 1860er-Jahre die benachbarten Mauerabschnitte abgetragen und der Rundwall angelegt, der den Ring heute umschließt. Auf der ersten Ausgabe der 25-Zoll-Karte des Ordnance Survey steht jetzt Stone Circle statt Druidical Temple. Das folgte einer Anordnung von 1864, die die Verbindung von Priestern mit Steinkreisen offiziell zurückwies. Im Namensbuch des Ordnance Survey hieß der liegende Stein dagegen weiter eine Art Altar.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts glaubte jeder, der den liegenden Stein sah, einen Altar in einem runden Tempel vor sich zu haben, auf dem druidenartige Gestalten sprachen. Erst die Grabungen von Tomnaverie veränderten die Sicht. Nach der Übernahme in staatliche Obhut am 9. September 1963 wurde die Stätte mit einem Pfostenzaun eingefasst und ein Durchgangstor an der Ostseite eingebaut.

Welche Stätten liegen in der Nähe und im Vergleich?

Eine weitere Stätte der gleichen Art in staatlicher Obhut ist Tomnaverie bei Tarland, wo der Ring auf einem Hügel steht und 1999 und 2000 ausgegraben wurde. Zu den Vergleichen gehören auch Loanhead of Daviot und die Clava Cairns bei Inverness. Auf Orkney und Lewis zeigen der Ring of Brodgar und die Calanais Standing Stones andere Formen vorgeschichtlicher Steinsetzungen.

Die Burgruine Kildrummy Castle liegt westlich von Inverurie, und weitere Ziele in Aberdeenshire und der Großstadt Aberdeen sind bequem zu verbinden.

Wie alt ist East Aquhorthies?

Der Ring ist ein Bauwerk der Frühen Bronzezeit und entstand um 2300 v. Chr.

Was ist ein Recumbent Stone Circle?

Ein Steinkreis mit einem großen, waagerecht liegenden Stein im südlichen Viertel, flankiert von zwei hohen Steinen. Es gibt 74 bekannte Beispiele im Nordosten Schottlands.

Wie viele Steine hat der Ring?

Zwölf: neun senkrechte Steine, zwei Flanker und der liegende Stein. Alle stehen aufrecht.

Wurde East Aquhorthies ausgegraben?

Nein, bisher wurde dort nie gegraben. Die Bauweise ist aus Grabungen an anderen Ringen wie Tomnaverie bekannt.

Seit wann steht East Aquhorthies unter Schutz?

Seit dem 31. August 1925 als Denkmal eingetragen, seit 1963 in staatlicher Obhut.

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Passend dazu: Loanhead of Daviot.