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Dundrennan Abbey in Galloway: Zisterzienserruine nahe Kirkcudbright

Dundrennan Abbey in Galloway: Zisterzienserruine nahe Kirkcudbright

Dundrennan Abbey in Galloway gründete um 1142 Fergus von Galloway als Zisterzienserkloster, vermutlich mit Mönchen aus Rievaulx. Mehr als 400 Jahre lebte hier eine Gemeinschaft. Die hohen Querschiffe gehören zur besten frühen Gotik Schottlands. 1568 zog Maria Stuart nach der Niederlage bei Langside an der Abtei vorbei zum Meer und verließ Schottland.

Dundrennan Abbey liegt im Dorf Dundrennan, in Weiden am Hang über dem Abbey Burn, umgeben von Bäumen. Die grauen Sandsteinmauern von Querschiff und Chor steigen fast bis zur ganzen Höhe auf, davor breitet sich ein weiter Rasen. Die Abtei zählt zu den schönsten Klosterruinen Schottlands.

Dieser Ratgeber erzählt, wie das Kloster entstand, was seine Mönche taten, wie die Kirche gebaut ist und was von Maria Stuarts letztem Tag in Schottland bekannt ist. Er stellt außerdem die Grabplatten vor, darunter den „Abbot’s Stone“ mit dem Mörder zu Füßen, und erklärt den Besuch. Weitere Abteien der Region zeigen Südschottland und der Sehenswürdigkeiten-Überblick.

LageDorf Dundrennan, Kirkcudbrightshire, etwa 7 km (4,5 Meilen) südöstlich von Kirkcudbright
Gründungum 1142 durch Fergus, Herr von Galloway; Zisterzienser, wahrscheinlich aus Rievaulx
Erster AbtSylvanus
KircheChor, Querschiffe und Westwand des Langhauses; Westportal frühes 13. Jahrhundert
Berühmter GastMaria Stuart, Mai 1568
BetreuungHistoric Environment Scotland; seit 1840 in staatlicher Obhut

Wer gründete Dundrennan, und woher kamen die Mönche?

Der Zisterzienserorden entstand 1098 im französischen Cîteaux unter dem heiligen Robert von Molesme. 1131 oder 1132 gründete er in Rievaulx in Yorkshire das erste Haus in Nordengland, das zur Missionszentrale für Nordengland und Schottland werden sollte. 1136 holte König David I. die Zisterzienser nach Schottland und siedelte sie in Melrose an. Um 1142 folgte Dundrennan, gegründet von Fergus, dem Herrn von Galloway, vermutlich mit Unterstützung Davids. Die ersten Brüder kamen wahrscheinlich aus Rievaulx, und Sylvanus wurde erster Abt.

Die Mönche erhielten große Güter in Galloway und sogar in der irischen Grafschaft Meath. 1164 besuchte der heilige Ailred, Abt von Rievaulx, das Kloster und stellte fest, dass der Bau der Klostergebäude erst vor Kurzem begonnen hatte. 1167 wurde Sylvanus zum Abt von Rievaulx gewählt. Ein Archiv des Klosters ist nicht erhalten, daher ist seine innere Geschichte weitgehend unbekannt.

Dundrennan wurde selbst Mutterkloster. 1191 oder 1192 gründete Roland, Herr von Galloway und Enkel des Fergus, die Abtei Glenluce und besetzte sie mit Mönchen aus Dundrennan. 1273 stiftete Alans Tochter Dervorgilla die Abtei Dulce Cor, die als Sweetheart Abbey bekannt ist, das letzte der elf Zisterzienserhäuser Schottlands.

Hohe graue Steinmauern einer Klosterruine mit Spitzbogenöffnungen auf einer grünen Wiese

Was taten die Mönche, und wie ging das Kloster durch die Kriege?

Die Zisterzienser lebten von der Landwirtschaft und der Wolle ihrer Schafe. Um 1290 gehörten Dundrennan und Glenluce zu den Klöstern, die die beste Wolle Schottlands für den Export lieferten. Das Kloster war also ein bedeutender Wirtschaftsbetrieb in Galloway. 1234 starb Alan, Herr von Galloway, und wurde in der Klosterkirche beigesetzt. 1239 wurde Richard, vorher Prior von Melrose, zum Abt gewählt. Er lieh 1243 die Melrose-Chronik aus seinem früheren Kloster, und möglicherweise schrieb er sie selbst während seiner Zeit in Melrose von 1234 bis 1239.

Die Unabhängigkeitskriege trafen die Abtei hart. 1296 leistete Abt Walter dem englischen König Eduard I. den Treueid. 1299 baten die Mönche Eduard um 8.000 Pfund Entschädigung für die Verluste durch seine Feldzüge, und sie forderten achteinhalb Sack „gute Wolle“ zurück, die sein Heer genommen hatte. 1328 wandten sie sich an Eduard III. mit der Bitte, die Güter und Einkünfte in der irischen Grafschaft Meath zurückzugeben. 1440 wurde Sibyla, die Herrin von Orchae, im südlichen Querschiff beigesetzt; ihr Grabstein, der „Nun’s Stone“, steht heute am Westende des Langhauses.

Im 16. Jahrhundert verlor das Kloster die Selbstständigkeit. 1523 ernannte die Krone einen Kommendatar, John Maxwell of Terregles, Lord Herries, als Verwalter, nachdem der Abt James Hay Bischof von Ross geworden war. 1529 waren die Gebäude baufällig. 1545 lebten neben dem Kommendatar Adam Blacadder ein Prior und neun Mönche in der Abtei. 1560 beendete die Reformation das Klosterleben.

Wie ist die Kirche gebaut, und warum zählt sie zur frühen Gotik?

Die Kirche folgt dem „bernhardinischen“ Plan der Zisterzienser: ein Chor ohne Seitenschiffe, Querschiffe mit je drei Jochen für Kapellen im Osten und ein Langhaus mit acht Jochen und Seitenschiffen. Am besten erhalten sind die Seitenwände des westlichen Chors, die Ostwände beider Querschiffe, Nord- und Westwand des nördlichen Querschiffs und die Westwand des Langhauses, die noch rund ein Drittel ihrer Höhe erreicht. Nord- und Südwand des Langhauses sind nur als niedrige Mauern und ausgegrabene Fundamente vorhanden. Der niedrige Vierungsturm ist verschwunden.

Die erste Steinkirche entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts, schlichter und streng. Im dritten Viertel des Jahrhunderts, vielleicht schon in den 1170er Jahren, baute man sie um: Der größte Teil der Querschiffe wurde neu errichtet, und das Langhaus erhielt Seitenschiffe. Diese Formen folgen der damals neuesten nordenglischen Zisterziensergotik, wie man sie in Roche und Byland kennt, die auf französische Vorbilder zurückgeht. Besonders eindrucksvoll sind die dreigeschossigen Ostwände der Querschiffe mit Bündelpfeilern, Kelchkapitellen und kleinen Bögen auf der Höhe der Empore. Im nördlichen Querschiff sind sie Zierde, im südlichen offen. Das war eine Abkehr vom ursprünglichen Zisterzienserideal, das solchen Schmuck als unnötigen Luxus ablehnte.

Ursprünglich plante man, Chor und Querschiffe zu wölben. Das gab man im Verlauf des Baus des nördlichen Querschiffs auf, nachdem das Gewölbe über dem Chor fertig war; später wurde es entfernt. Die Kirche wurde in den frühen 1200er Jahren vollendet, mit dem Westende des Langhauses. Das mittlere Westportal mit vier Ordnungen im Spitzbogen trägt Kapitelle mit Nagelkopf- und Perlstabschmuck. Viele Bauteile gehen auf die Instandsetzung der 1830er und 1840er Jahre zurück, etwa die Nord- und Südwand des Langhauses und der Westgiebel, der 1841 bis 1843 weitgehend neu gebaut wurde.

Ein Spitzbogenportal mit Blattwerkschmuck an der Fassade einer Klosterruine

Was ist vom Kreuzgang und Kapitelsaal erhalten?

Der Kreuzgang bildete einen Hof von etwa 31 Metern im Quadrat südlich des Langhauses, umgeben von drei Gebäudeflügeln. Der Ostflügel enthielt nacheinander Sakristei oder Bibliothek, den vierjochigen Kapitelsaal mit Seitenschiffen, das Sprechzimmer und den Tagesraum der Novizen mit drei Doppeljochen. Vom Südflügel steht nur ein Teil der Nordwand. Der Westflügel besteht aus tonnengewölbten Kellern mit Resten von Wendeltreppen. Er ist das Ergebnis eines grundlegenden Umbaus, vermutlich weil die Zisterzienser die Laienbrüder abgeschafft hatten.

Das schönste erhaltene Bauteil ist die Westfassade des Kapitelsaals, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts neu entstand. Das Portal in der Mitte hat einen Fünfpassbogen und wird von zweibahnigen Fenstern mit Passbögen flankiert. Die Fassade ist so reich mit Profilen und Blattwerk verziert, dass die ursprüngliche zisterziensische Strenge erkennbar aufgegeben war. Im Inneren trugen kleine Achteckpfeiler auf komplizierten Sockeln, die Wasser hielten, die Gewölbe über den drei Schiffen. Ein weiteres Portal am westlichen Ende des Südflügels gehört in dieselbe Zeit. Es war wohl der Eingang zum Refektorium.

Ausgrabungen haben viel hinzugefügt. 1906 bis 1914 legte Alexander Christie im benachbarten Pfarrgarten die Reste des umgebauten Refektoriums frei, das nun nord-südlich statt ost-westlich lag, sowie das Südende des Westflügels. 1912 grub man im Kapitelsaal weitere Grabplatten aus. 1991 bis 1994 kamen in der Südostecke des Kreuzgangs die Wärmestube, der Tagesraum der Novizen, die große Abwasserleitung und das Latrinenhaus zum Vorschein. Die Funde liegen im Stewartry Museum in Kirkcudbright.

Die Reste eines mittelalterlichen Klosterkreuzgangs mit Rundbögen und Rasenhof

Was geschah 1568 mit Maria Stuart in Dundrennan?

1562 wurde Edward Maxwell, Sohn von Lord Herries, Kommendator der Abtei. Als überzeugter Katholik weigerte er sich, die Klostergebäude abzureißen. Im Mai 1568 verlor Maria Stuart die Schlacht bei Langside. Sie floh nach Süden und fand bei Edward Maxwell Aufnahme, bevor sie am 16. Mai von der Mündung des Abbey Burn, dem heutigen Port Mary, per Boot nach England aufbrach. Eine zeitnahe Überlieferung lässt sie in Terregles in Dumfriesshire übernachten. Ob sie die letzte Nacht in Schottland in der Abtei verbrachte, ist deshalb nicht gesichert.

Für den Besuch ist die Frage zweitrangig, denn die Königin kam jedenfalls an der Abtei vorbei zum Meer. Die Geschichte der Königin und ihres Sturzes erzählt die Seite Geschichte Schottlands.

Nach 1568 verlief die Geschichte der Abtei nüchterner. 1599 starb Edward Maxwell, und John Murray, Kammerdiener Jakobs VI. und später Earl of Annandale, wurde Kommendator. 1606 machte man die Abtei zu einem weltlichen Lehen für ihn, und 1621 fielen die Ländereien an die Chapel Royal in Stirling Castle. 1743 bauten die Maurer John Mack und Thomas Kerr in Rerrick eine neue Pfarrkirche anstelle der bisherigen im Ostende der Abteikirche. In der Abteikirche wurde noch lange nach der Reformation Gottesdienst gefeiert.

Welche Grabplatten und Denkmäler muss ich sehen?

In der Nordwand der nördlichen Querschiffkapelle liegt eine Nische mit einem Ritter ohne Gliedmaßen, möglicherweise Alan, Herr von Galloway, gestorben 1234. An der Westwand des Langhauses stehen vier Grabplatten, die man in den 1840er Jahren im Kapitelsaal und im südlichen Querschiff fand und 1888 hier aufstellte. Der Abbot’s Stone zeigt einen unbekannten Abt, wohl aus dem 13. Jahrhundert, mit einem Dolch im Herzen, seine Füße ruhen auf dem ausgeweideten Mörder. Der Nun’s Stone mit der Inschrift für die Herrin von Orchae, gestorben 1440, ist als Abguss ausgestellt; das Original liegt in den Gewölben des Westflügels. Die Frau gilt oft als Nonne, war aber eher eine Witwe mit Gelübde. Der Cellarer’s Stone zeigt Patrick Douglas, Kellermeister in Dundrennan im späten 15. Jahrhundert, und eine weitere Platte erinnert an Sir William Livingstone of Culter, gestorben 1607, Sohn eines treuen Dieners der Königin.

Im Kapitelsaal liegt in der Nordwestecke eine Platte aus blauem Tournai-Marmor, einst mit einer flämischen Messingplatte eines Ritters und seiner Frau besetzt. Auch Platten früherer Äbte aus dem 12. bis 14. Jahrhundert sind erhalten, darunter die aufwendige für Giles aus dem 14. Jahrhundert, mit Kreuz, Krummstab voller Blüten und Rosetten zwischen Lilien. Der Westflügel zeigt eine große Sammlung von Bauteilen aus den Räumungen des 19. Jahrhunderts und den Grabungen der 1990er Jahre, darunter die Bogenköpfe der Kreuzgangarkaden.

Auf dem Friedhof rings um den Chor stehen viele Grabsteine des 18. und 19. Jahrhunderts für Verstorbene der Gemeinde Rerrick. Ein kleiner, gewölbter Stein im Gras trägt die Inschrift für einen Alex Mcmin.

Wie wurde Dundrennan 1840 eine der ersten staatlich geschützten Ruinen?

Im 18. Jahrhundert verfiel die Ruine. Bischof Pococke beklagte 1760 und der Zeichner Francis Grose 1791 ihren schlechten Zustand. 1838 ließ Lord Selkirk von St Mary’s Isle bei Kirkcudbright erste Räumungs- und Reparaturarbeiten ausführen. 1839 besuchte der Richter und Altertumsforscher Lord Cockburn die Abtei und nannte den Zustand „einen demütigenden nationalen Skandal“. Das veranlasste den Eigentümer Adam Maitland, den Staat zu bitten, die Ruine nach dem Annexionsgesetz von 1587 zu übernehmen.

1840 entschied der Lord Advocate, dass die Abtei nach diesem Gesetz Krongut sei, und die Commissioners of Woods and Forests, ein Vorläufer des späteren Office of Works, übernahmen sie. Unter ihrem Architekten William Nixon lief ein großes Instandsetzungsprogramm. Damit gehört Dundrennan zu den ersten „Ancient Monuments“ in staatlicher Obhut. Die Arbeiten sicherten die Mauern, verwischten aber auch Spuren: Was damals ergänzt wurde, erschwert heute die Deutung der Bauabfolge.

Die Pfarrkirche wurde 1864 bis 1866 im Dorf neu gebaut, 1874 folgten ein Pfarrhaus und Ställe im Nordwesten der Ruine.

Wie plane ich den Besuch in Galloway?

Dundrennan Abbey liegt im Dorf Dundrennan, rund 7 Kilometer südöstlich von Kirkcudbright. Historic Environment Scotland betreut die Ruine. Zugang und Buchung prüfen Sie vor der Anreise auf der Seite von Historic Environment Scotland. Mitglieder haben freien Eintritt zu allen Stätten, und der Explorer Pass gilt 14 Tage.

Rechnen Sie mit einer guten Stunde. Beginnen Sie vor der Westwand und lesen Sie die Grabplatten, gehen Sie dann durch das Langhaus zu den Querschiffen und zum Chor. Danach lohnt der Kapitelsaal, dessen Fassade zu den besten Beispielen zisterziensischer Gotik im Land zählt. Im Westflügel liegen die Steinfunde. Die Abtei fügt sich gut in eine Tour zu den anderen Klöstern Südschottlands: Melrose Abbey, das Mutterhaus der Zisterzienser in Schottland, und Sweetheart Abbey, die Tochtergründung der Dervorgilla.

Wer gründete Dundrennan Abbey?

Fergus, Herr von Galloway, gründete das Kloster um 1142 für Zisterziensermönche, die wahrscheinlich aus Rievaulx in Yorkshire kamen. Erster Abt war Sylvanus.

Was ist an der Kirche besonders?

Mit den dreigeschossigen Querschiffwänden gehört sie zu den herausragenden Beispielen früher Gotik in Schottland.

Verbrachte Maria Stuart ihre letzte Nacht in Schottland hier?

Gesichert ist nur, dass sie nach der Niederlage bei Langside am 16. Mai 1568 vom Abbey Burn nach England aufbrach und an der Abtei vorbeikam. Ob sie in der Abtei übernachtete, ist ungeklärt.

Wann kam die Ruine in staatliche Obhut?

1840 bis 1841 übernahmen die Commissioners of Woods and Forests die Abtei; Dundrennan gehört damit zu den ersten Denkmälern in staatlicher Obhut.

Was ist der Abbot’s Stone?

Eine Grabplatte, die einen ermordeten Abt mit einem Dolch im Herzen zeigt. Zu seinen Füßen liegt sein ausgeweideter Mörder.

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