Duff House in Banff, Aberdeenshire, ist ein barockes Landhaus von William Adam. Der Grundstein wurde am 11. Juni 1735 für William Duff, Lord Braco, gelegt. Ein Streit um die Kosten stoppte die Arbeiten, die Erben vollendeten das Haus. Nach der Familie Duff war es Hotel, Sanatorium und Kriegsquartier und ist seit 1995 Galerie.
Duff House steht am Westufer des Deveron, in Gehweite von Banff, und ist ein Landhaus im großen Maßstab. Die Fassade aus Sandstein trägt Pilaster, ein Säulenportal und einen Giebel, auf dem Dach stehen Urnen. Es ist das Werk des führenden Architekten seiner Zeit in Schottland und eines Bauherrn, der mit seinem Baumeister vor Gericht endete.
Diese Seite erzählt die Geschichte des Hauses von der Bauplanung über den Prozess bis zur Galerie. Sie beschreibt die Architektur, die Rolle der Earls of Fife, die Jahre als Hotel und als Lager im Zweiten Weltkrieg sowie den Park mit Mausoleum und Brücke. Wer in Aberdeenshire unterwegs ist, kann das Haus mit Tolquhon Castle und Huntly Castle verbinden.
| Lage | am Westufer des Deveron bei Banff, Aberdeenshire |
|---|---|
| Architekt | William Adam, Entwurf 1735 |
| Bauherr | William Duff, Lord Braco, später 1. Earl Fife |
| Grundstein | 11. Juni 1735 |
| Stil | barocker Landsitz mit Pilastern, Säulenportal und Giebel |
| Staatliche Obhut | seit 1956, seit 1995 Galerie in Partnerschaft mit den National Galleries of Scotland |
Fragen, die wir beantworten
Wer war William Duff und warum baute er hier?
William Duff, Lord Braco, lebte von 1697 bis 1763. Er war Financier, Grundbesitzer und Politiker und vertrat Banffshire von 1727 bis 1734 im Parlament. Aus ererbtem Vermögen und Besitz machte er politischen Einfluss, den er ausbaute. Die Duffs konnten über Generationen Kandidaten für den Nordosten Schottlands bestimmen. 1723 hatte er den Architekten James Gibbs entwerfen lassen, einen schlichten, aber stattlichen klassizistischen Bau für sein Gut Balveny.
Bis 1734 war seine Familie gewachsen, und mit ihr sein Anspruch. Er stand vor der Erhebung zum Baron Braco of Kilbryde und hatte Mar Lodge zu seinem Besitz gefügt. Zuerst wollte er sein Stadthaus in Banff umbauen, entschied sich dann aber für einen Neubau außerhalb der Stadt. Er beauftragte William Adam, damals der führende Architekt Schottlands. Dass ein Neubau dieser Größe auf neuem Grund möglich war, lag am Reichtum Lord Bracos und daran, dass er keinen alten Familiensitz besaß.
Adams Pläne sahen ein riesiges klassizistisches Herrenhaus mit einer Front von neun Achsen vor: im Untergeschoss die Wirtschaftsräume, im ersten Stock die Wohnung der Familie, im zweiten die Prunkräume, darüber ein Dachgeschoss mit Galerie. Gebogene Gänge sollten zu zwei Flügeln führen, in denen Dienerschaft, Stallungen und eine große Bibliothek Platz fanden. Der Grundstein wurde am 11. Juni 1735 gelegt. Die Flügel wurden wegen steigender Kosten nie begonnen.

Was zeichnet die Architektur von Duff House aus?
Duff House ist eines der Hauptwerke William Adams und sein letztes großes Landhaus. Jede Fassade gliedern Pilaster in der Kolossalordnung, korinthisch an den Wänden und mit Kapitellen der Kompositordnung an den Eckpavillons, und alle Fenster haben aufwendig gestaltete Rahmen. An der Süd- und der Nordseite krönt ein Giebel das viersäulige Portal. Im Giebelfeld sitzt das Wappen der Duffs, das 150 Guineen kostete. Auf der Dachbalustrade stehen fünf Fuß hohe Urnen zu je 20 Guineen.
Den steinernen Schmuck fertigten Adams eigene Steinmetze nach seinem Entwurf. Gerade diese Kosten brachten den Streit zwischen Bauherr und Architekt ans Licht. Auf den Giebeln standen sechs Bleistatuen: Mars, Bacchus und Minerva an der Südseite, Apollo, Merkur und Diana an der Nordseite. Weil sie schlecht erhalten waren, wurden sie durch Nachbildungen aus Glasfaser ersetzt. Zwei Originale, Mars und Minerva, sind im Haus ausgestellt, wo ihre feine Ausführung aus der Nähe zu sehen ist.
Das Haus hat sechs Treppen. Vier ovale Treppen verbinden in den Ecken die Zimmerfolgen aus Schlafzimmer, Kabinett und Dienerkammer, dazu kommen die Große Treppe zwischen Familien- und Prunkgeschoss und die Haupttreppe zu allen Ebenen. Der größte Raum ist der Salon im zweiten Stock, den Adam als Würfel von 30 Fuß hinter dem Giebel der Südseite vorsah. Der zweite Earl kürzte ihn um 5 Fuß. Thomas Pennant schrieb 1769, das Haus sehe ohne Flügel nackt aus.

Warum stritten Adam und Lord Braco vor Gericht?
Bis 1739 war das Dach auf dem Haus, der Rohbau stand. Auch mit dem Garten und einigen Zierbauten war begonnen worden. Dann stoppten die Arbeiten, denn die Abrechnung des Architekten und die Erwartungen des Bauherrn gingen auseinander. 1741 trafen sich die Anwälte beider Seiten und einigten sich nicht. Im Kern fehlte ein klarer Vertrag: Wer war der Unternehmer, Duff selbst oder Adam? Dazu bezweifelte Duff Qualität und Aufmaß der Arbeiten.
1743 klagte Adam wegen ausbleibender Zahlungen. 1748 wurde das Verfahren zu seinen Gunsten entschieden, wenige Monate vor seinem Tod. Lord Braco war mit dem Ausgang so unzufrieden, dass er nie eine Nacht im Haus verbrachte. Erben vollendeten, was er begonnen hatte. Die Akten zum Prozess sind eine wichtige Quelle für die Baupraxis und die Verträge des 18. Jahrhunderts und enthalten Angaben zu den Arbeitsbedingungen einzelner Handwerker.
Schon 1737 hatte Duff an Adam geschrieben, er werde um das Dachgeschoss nicht herumkommen, denn sein Fehlen würde dem Aussehen eines so gewaltigen Hauses schaden. Er wünsche sich, Adam und das Haus wären vor Beginn beim Teufel gewesen. Der Ton verrät, wie angespannt die Beziehung war.
Wie richteten die Earls of Fife das Haus ein?
James Duff, 1720 bis 1809, führte das Haus nach dem Prozess zu Ende. Von 1763 an war er der zweite Earl Fife. Er reiste 1755 auf die Grand Tour, saß bis 1784 im Parlament und festigte den Einfluss der Duffs im Nordosten. In den 1750er- und 1760er-Jahren wurden Erdgeschoss und erster Stock bewohnbar, die Freitreppe an der Südseite wurde gebaut, die an der Nordseite nicht. Ein Küchenbau entstand östlich des Hauses. Die Bediensteten drängten sich in den Untergeschossen, und der Earl schrieb 1766, man sei beengt, bis die Pavillons gebaut seien. Sie wurden nie gebaut.
1790 entstand die Große Treppe. Der Earl entwarf sie weitgehend selbst und ließ den örtlichen Schmied James Robertson die Arbeiten ausführen. Im Park folgten die Brücke von Alvah, 1772, ein dramatischer Bogen über eine tiefe Schlucht, und 1793 das neugotische Mausoleum der Duffs. Als er die Treppenarbeiten leid war, schrieb er, er sei es sehr müde, danach werde er nichts mehr tun, der Nächste solle den Rest machen.
Der vierte Earl, James Duff, 1776 bis 1857, erbte 1811. Er ließ um 1814 durch den Maler John Jackson ein aufwendiges Farbkonzept ausführen, das in vielen Räumen wiederhergestellt oder nachgebildet wurde, etwa an der Treppe und im Vestibül. 1824 verkaufte er einen Teil der Einrichtung, um Steuern zu bezahlen. Der fünfte Earl und seine Frau Agnes, die sich für Innenausstattung interessierte, setzten Spiegel an die Türen des Zimmers des Prince of Wales und des Boudoirs ein. In dieser Zeit baute David Bryce der Jüngere einen Ostflügel an, der die Symmetrie des Hauses störte und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde.

Alexander Duff, 1849 bis 1912, der sechste Earl und spätere erste Duke of Fife, heiratete 1889 Prinzessin Louise. Das Paar widmete Duff House wenig Aufmerksamkeit, es baute Mar Lodge nach einem Brand 1895 neu auf. 1906 gab die Familie das Haus auf.
Wie wurde Duff House im 20. Jahrhundert genutzt?
Die Familie gab das Haus 1906 auf. Es ging mit 140 Acres Park an die Städte Banff und Macduff. Die Gemälde und Möbel wurden verkauft. 1911 bis 1913 war das Haus ein Hotel, von 1913 bis 1923 ein Sanatorium für die wissenschaftliche Behandlung von Ernährungsstörungen und von 1923 bis 1928 wieder ein Hotel. Viele große Räume wurden in kleinere Zimmer unterteilt, alte Farbkonzepte überdeckt. Im Vestibül hat man die Wände wie getäfelt gestrichen. Im Sanatorium kam ein Aufzug in den Treppenschacht der Dienstbotentreppe.
1939 beschlagnahmte das Kriegsministerium das Haus für deutsche Kriegsgefangene und später für wechselnde alliierte Truppen. 1940 tötete ein Luftangriff sechs deutsche Gefangene und zwei Wachen. 1942 diente das Haus als Hauptquartier der Norwegischen Brigade, nach dem Krieg lebten dort polnische Soldaten, die auf ihre Ansiedlung in Schottland warteten. Gestempelte polnische Hinweise im Keller zeugen davon. Der Bryce-Flügel wurde bei einem Bombenabwurf schwer beschädigt und nach der Übernahme durch den Staat 1956 abgerissen.
In den 1980er-Jahren fand die Debatte statt, was mit dem Haus geschehen sollte. 1988 lud Historic Buildings and Monuments zu einer öffentlichen Sitzung, 1992 einigten sich Historic Scotland, die National Galleries of Scotland und die lokalen Verwaltungen auf die Nutzung als Landhausgalerie. Das Haus wurde grundlegend saniert, die Eingriffe des 20. Jahrhunderts großenteils rückgängig gemacht, und 1995 eröffnete die Galerie.
Was hängt heute in Duff House?
Die ursprüngliche Einrichtung der Duffs ist weitgehend verloren. Die Ausstellung zeigt deshalb Möbel und Bilder, die den Charakter eines Hauses der Earls vermitteln. Hervorgehoben werden El Grecos Heiliger Hieronymus in Buße, Gainsboroughs Bildnis des vierten Herzogs von Argyll und Allan Ramsays Porträt von Mrs Daniel Cunyngham. Möbel, Porzellan und Bücher stammen von der Familie Erskine of Dunimarle, die wie die Duffs sammelte. Die Bibliothek umfasst mehr als 4.000 Bücher.
Der zweite und der vierte Earl waren selbst bekannte Sammler. Der zweite sammelte früh historische Bildnisse, Sir James Erskine früh niederländische Malerei. Wie in Duff House gibt es auch auf Dunimarle ein neugotisches Mausoleum.
Der Park, Teil eines Inventars historischer Gärten, wurde im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert angelegt. Sichtachsen führen zum Tempel der Venus auf dem Hill of Doune am Ostufer des Deveron und zum Fischertempel. Wanderwege verlaufen vom Haus aus durch den Wald, ein Teil des früheren Parks ist heute Golfplatz. Wer die Umgebung erkunden will, findet bei Aberdeenshire weitere Ziele, mit Aberdeen als größtem Ausgangspunkt.
Wer entwarf Duff House?
William Adam, der führende Architekt Schottlands seiner Zeit, im Jahr 1735 für William Duff, Lord Braco.
Warum wurden die Flügel nie gebaut?
Wegen steigender Kosten. Adams Pläne zeigen gebogene Gänge zu zwei Pavillons, die nie begonnen wurden.
Was war der Prozess Adam gegen Braco?
Ein Streit um die Baukosten ohne klaren Vertrag. 1748 wurde er zugunsten Adams entschieden, wenige Monate vor seinem Tod.
Wie wurde Duff House im 20. Jahrhundert genutzt?
Als Hotel, als Sanatorium, im Zweiten Weltkrieg für Kriegsgefangene und alliierte Truppen und seit 1995 als Galerie.
Was ist in Duff House ausgestellt?
Bilder und Möbel vor allem aus den National Galleries of Scotland und von der Familie Erskine, darunter Werke von El Greco, Gainsborough und Ramsay.
