Dirleton Castle in East Lothian zeigt einen Kranz von Türmen aus dem 13. Jahrhundert, die zu den ältesten Burgbauten Schottlands zählen, dazu Gärten, Kapelle und Verlies. Die Burg wechselte im Unabhängigkeitskrieg mehrfach den Besitzer und fiel 1650 an Cromwell. Eintritt 4,50 Pfund (Stand Oktober 2026).
Dirleton Castle liegt im Dorf Dirleton in East Lothian, östlich von Edinburgh. Die Ruine steht auf einem Felsen, den ein trockener Graben umgab, und ist von Gärten umgeben: ein Bau der de Vaux, ein Umbau der Haliburtons, ein Wohntrakt der Ruthvens und davor ein historischer Garten.
Dieser Ratgeber erklärt die vier Besitzerfamilien, die Belagerungen von 1298 und 1650, die Gärten, die Hexenprozesse von 1649 und 1650 sowie Zeiten, Preise und die Zugangsbeschränkungen wegen der laufenden Konservierung. Die Nachbarburg an der Küste ist Tantallon Castle, die Hauptstadt erreichst du über Edinburgh.
| Lage | Dirleton, East Lothian, EH39 5ER |
|---|---|
| Entstehung | Türme aus dem 13. Jahrhundert, Bauherr John de Vaux |
| Besitzer | de Vaux, Haliburton, Ruthven, später Nisbet (ab den 1660er Jahren) |
| Belagerungen | 1298 durch Antony Bek für Edward I., 1650 durch Oliver Cromwell |
| Öffnungszeiten | April bis September täglich 9.30 bis 17 Uhr, Oktober bis März Mo, Di, Mi, Sa, So 10 bis 16 Uhr (Stand Oktober 2026) |
| Eintritt | Erwachsene 4,50 £, Senioren ab 65 3,50 £, Kinder 7 bis 15 Jahre 2,50 £ |
| Zugang | rund ein Drittel der Ruinen wegen Konservierung gesperrt |
Fragen, die wir beantworten
Wer baute Dirleton Castle?
Die Familie de Vaux stammte aus der Normandie und gehörte seit der Mitte des 12. Jahrhunderts zu den Vertrauten der Krone, sie bezeugte königliche Urkunden. Einer von ihnen war Truchsess im Haushalt von Marie de Coucy, der Königin Alexanders II. John de Vaux baute die Burg, deren Türme aus dem 13. Jahrhundert zu den ältesten erhaltenen Burgbauten Schottlands gehören. Eine sehr ähnliche Burg steht noch heute bei Amiens in Nordfrankreich.
Als 1296 der Unabhängigkeitskrieg begann, war John de Vaux Herr von Dirleton. Die Burg stand auf einem Felsvorsprung und war auf drei Seiten von einem trockenen Graben umgeben. Nach der Niederlage der Schotten bei Dunbar 1296 schwor John König Edward I. von England die Treue und unterschrieb gemeinsam mit rund 1.600 anderen Schotten die Ragman Roll, die Huldigungsliste.
Wie oft wurde die Burg erobert?
1298 eroberte Antony Bek, Bischof von Durham, die Burg für Edward I. und ließ die Verteidiger frei abziehen. Im Juli 1298 wechselte John de Vaux erneut auf die Seite der Unabhängigkeit, und Bek belagerte Dirleton ein zweites Mal. Im Oktober 1300 befahl Edward John, die Burg mit Männern und Vorräten zu versorgen; den Befehl über sie hatte inzwischen Robert de Maudlee, der auch Truppen in Berwick hatte. 1301 wechselte John wieder die Seiten, überfiel die englisch besetzte Stadt Lochmaben und brannte sie nieder.
Bis 1314 hatte die Partei Robert Bruces Dirleton zurückerobert. Robert I. ordnete an, die Burg zu zerstören, damit die Engländer sie nicht als Stützpunkt nutzen konnten; die Chronik von Lanercost überliefert seine Begründung. Der südöstliche und der nordöstliche Turm wurden bis auf die Fundamente abgetragen. Erhalten blieb der Rest der de-Vaux-Burg an der Südwestecke: ein großer Turm, der Bergfried, und ein kleinerer Turm, die vermutlich als Privatgemächer der Herrenfamilie dienten.
Was bauten die Haliburtons und Ruthvens dazu?
Spätestens 1356 war John Haliburton Herr von Dirleton. Er und seine Nachkommen ergänzten die Burg um einen Wohnturm und eine große Halle entlang der Ostseite des Hofs. Erhalten sind aus dieser Zeit die Lagergewölbe, die Familienkapelle und das Verlies, ein Gefängnis in der Tiefe, das als „Pit Prison“ bezeichnet wird. Mitte des 14. Jahrhunderts ergänzten die Haliburtons außerdem den Torbau am Eingang.
Um 1510 kamen die Ruthvens in den Besitz der Burg, deren Hauptwohnsitz aber Huntingtower Castle blieb. Sie errichteten das Ruthven Lodging, einen Renaissance-Wohnbau, und ein rundes Taubenhaus; zugleich legten sie im Westen Gärten an. Nach dem Sturz der Ruthvens war Dirleton kein Adelssitz mehr.
1650 belagerte Oliver Cromwell die Burg. Die Belagerung machte sie militärisch unbrauchbar. In den 1660er Jahren kaufte die Familie Nisbet das Gut, baute sich das Herrenhaus Archerfield und ließ die Ruine als Blickfang in der neuen Parklandschaft stehen.
Welche Rolle spielte die Burg bei den Hexenprozessen?
Zwischen 1550 und 1700 wurden in Schottland knapp 4.000 Menschen der Hexerei beschuldigt, 85 Prozent von ihnen Frauen; ein Drittel bis die Hälfte wurde hingerichtet. In der Panik der Jahre 1649 und 1650 gerieten mehr als 600 Menschen in Süd- und Ostschottland unter Verdacht, sechs von ihnen aus der Pfarrei Dirleton.
Die Witwe Agnes Clarkson gestand im Juni 1649 in der Haft auf Dirleton Castle, vermutlich im Verlies. Sie nannte Patrik Watsone aus West Fenton, Manie Halieburton und Bessie Hogge als Mitbeschuldigte. Manie Halieburton und Patrik Watsone wurden in der Burg festgehalten; der Hexenstecher John Kincaid untersuchte beide in der Great Hall nach dem Teufelsmal und meldete bei jedem einen Fund. Bessie Hogge, Marione Meik und Margaret Goodfellow wurden ebenfalls 1649 beschuldigt, ihre Verhörprotokolle sind nicht erhalten.
Das Presbyterium bat das Parlament um eine Kommission zur Prozessführung. Die Verfahren führten meist örtliche Grundbesitzer, oft als Formalität. Ein Geständnis bedeutete fast immer den Tod, meist durch Erdrosseln; für alle sechs wird dieses Schicksal angenommen. Die Great Hall und das Verlies sind heute Teil des Rundgangs.
Was gibt es in den Gärten zu sehen?
Die Gärten gehören zum Besuch dazu. Sie stammen im heutigen Bild aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der formale viktorianische Westgarten mit Blattpflanzen und Geranien wurde 1993 rekonstruiert. Der Nordgarten stammt aus der Zeit der Arts-and-Crafts-Bewegung der 1920er Jahre und hat Staudenbeete. Die Ruthvens hatten im Westen bereits früher Gärten angelegt; aus ihnen stammt der heutige Bowlingrasen, der ursprünglich ein Zierbeet gewesen sein kann.
Ein besonderer Baum ist der Ginkgo, in China heimisch und seit 1730 in Europa eingeführt. Ginkgos in Hiroshima überstanden 1945 den Atombombenabwurf. Der Staudengarten liegt auf einer Ebene mit Kiesweg und Bänken, der Pavillon ist 13 Meter vom Besucherzentrum entfernt und über 12 Stufen mit Handlauf zu erreichen.
Was kostet der Eintritt, und was ist gesperrt?
Vom 1. April bis 30. September ist die Burg täglich von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet. Vom 1. Oktober bis 31. März gelten Montag, Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr; donnerstags und freitags ist geschlossen. Mittags kann von 12.30 bis 13.30 Uhr geschlossen sein. Der letzte Einlass ist 30 Minuten vor Schluss. Vom 24. Dezember bis 4. Januar bleibt die Burg zu.
Der Eintritt kostet Erwachsene (16 bis 64 Jahre) 4,50 Pfund, Senioren ab 65 Jahren 3,50 Pfund und Kinder von 7 bis 15 Jahren 2,50 Pfund. Mitglieder kommen frei hinein, ebenso bis zu zwei Begleitpersonen von Besuchern mit Behinderung. Die Preise sind ermäßigt, solange Zugangsbeschränkungen gelten: Etwa ein Drittel der Ruinen ist wegen Konservierungsarbeiten nicht begehbar, darunter das Wachhaus, der Südeingang und der de-Vaux-Trakt. Offen sind die Great Hall, die Küche, die Gewölbe, die Kapelle, das Gelände und die Gärten.
Der öffentliche Parkplatz mit glatter Asphaltdecke liegt etwa 100 Meter von der Burg entfernt, der Weg führt leicht bergab durch ein Tor. Zum Aussteigen kann nach Absprache (Telefon 01620 850 330) 10 Meter vor dem Eingang gehalten werden. Öffentliche Toiletten liegen neben dem Parkplatz; die nächste behindertengerechte Toilette ist in der Quality Street in North Berwick. Hunde sind an der Leine erlaubt, aber nicht in überdachten Bereichen; Assistenzhunde dürfen überall hin. Vor Ort gibt es Shop, Picknickplatz, Selbstbedienungs-Tee und -Kaffee und eine Wasser-Nachfüllstation.
Wie komme ich nach Dirleton?
Die Burg liegt im Dorf Dirleton nahe der Hauptstraße. Für Bus und Bahn nutzt du die Fahrplanauskunft von Traveline Scotland, Radfahrer finden Routen auf der Seite der Walk Wheel Cycle Trust. Mit dem Auto findest du etwa 100 Meter von der Burg einen kleinen öffentlichen Parkplatz; Hinweise zu Linksverkehr und Mietwagen gibt der Beitrag Mietwagen in Schottland.
Dirleton lässt sich mit anderen Zielen der Küste verbinden. Eine Übersicht der Burgen findest du im Castle Trail, weniger bekannte Ruinen im Beitrag Geheime Burgen.
Wer baute Dirleton Castle?
John de Vaux im 13. Jahrhundert. Später folgten die Haliburtons und um 1510 die Ruthvens; ab den 1660er Jahren gehörte das Gut den Nisbets.
Warum wurde die Burg 1314 zerstört?
Robert I. ließ sie schleifen, damit die Engländer sie nicht als Stützpunkt nutzen konnten. Zwei Türme wurden bis auf die Fundamente abgetragen.
Gab es Hexenprozesse in Dirleton?
Ja. 1649 und 1650 wurden sechs Menschen aus der Pfarrei Dirleton beschuldigt, einige von ihnen waren in der Burg inhaftiert.
Was kostet der Eintritt?
4,50 Pfund für Erwachsene, 3,50 Pfund für Senioren, 2,50 Pfund für Kinder von 7 bis 15 Jahren (Stand Oktober 2026), ermäßigt wegen Zugangsbeschränkungen.
Wann ist Dirleton Castle geöffnet?
Von April bis September täglich 9.30 bis 17 Uhr, im Winter Montag bis Mittwoch sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr.
Passend dazu: Kildrummy Castle, Caerlaverock Castle.
