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Cuween Hill Chambered Cairn: Das Grab mit den 24 Hundeschädeln

Cuween Hill Chambered Cairn: Das Grab mit den 24 Hundeschädeln

Cuween Hill Chambered Cairn liegt auf einem Moorhang bei Finstown auf der Orkney-Hauptinsel und ist ein jungsteinzeitliches Kammergrab des Maeshowe-Typs aus der Zeit zwischen 3000 und 2400 v. Chr. Durch einen Gang führt der Weg in eine kleine Mittelkammer mit vier Nebenzellen, in der 24 Hundeschädel gefunden wurden.

Cuween Hill Chambered Cairn ist eines der Gräber, die man auf Orkney in Gedanken mitnimmt. Von außen ein grasbewachsener Hügel auf einem Hang über dem Wide Firth, von innen ein Raum aus aufeinandergeschichteten Steinplatten, dessen Wände sich nach oben zu einem Kraggewölbe verengen. Wer hineinkriecht, steht in einer Dunkelheit, die sich seit dem Bau der Anlage kaum verändert hat, denn im Inneren gibt es kein elektrisches Licht.

Berühmt wurde das Grab durch seinen Fund: Bei der Erforschung im Jahr 1901 kamen die Schädel von 24 kleinen Hunden zutage. Dieser Befund ist aus keinem anderen Grab bekannt. Die Seite führt durch die Lage am Hang, den Aufbau von Gang und Kammer, die Funde, die Bedeutung des Orts im Netz der Orkney-Gräber und die Frage, was die Archäologie hier bis heute nicht weiß. Zum Vergleich bieten sich Maeshowe und das Dorf Skara Brae an.

LageHang oberhalb des Wide Firth, Gemeinde Firth, Orkney-Hauptinsel
ZeitJungsteinzeit, etwa 3000 bis 2400 v. Chr.
TypKammergrab des Maeshowe-Typs
AufbauGang, kleine Mittelkammer und vier Nebenzellen
Besonderheit24 Hundeschädel im Grab
Erforschung1901 erste Untersuchung des Inneren

Wo liegt Cuween Hill und was sieht man dort?

Das Grab liegt in der Gemeinde Firth auf der Orkney-Hauptinsel, an einem Moorhang mit rauem Weideland. Es wurde auf einer künstlich angelegten Terrasse errichtet und ist heute von einem Zaun umgeben. Der Hügel ist mit Gras bedeckt und kreisrund. Von der Hangseite aus blickt man über den Wide Firth zu anderen Inseln der Gruppe.

Die Erbauer wählten den Platz bewusst. Das Grab sollte gesehen werden, und es steht in Sichtverbindung zu anderen Monumenten der Umgebung, vor allem zum Grab auf dem Wideford Hill, das auf einem Nachbarhang ebenfalls über der Bucht liegt. Dieses Wechselspiel der Sichtachsen gehört zum Landschaftserlebnis. Wer beide Gräber besucht, erkennt, dass sie wie Nachbarn in einer gemeinsamen Gegend stehen. Die Seite zum Wideford Hill beschreibt den Zwilling.

Die Fläche ringsum ist ruhiges Weideland, und der Hang bietet lange Ausblicke. Dazu passt, dass die Archäologie den Ort heute nicht als einzelnes Grab betrachtet, sondern als Teil einer Landschaft aus Gräbern, Siedlungen und Feldern.

Wie ist das Grab von innen gebaut?

Vier Zellen öffnen sich von einer zentralen Kammer, und die Kammer wird über einen Gang erreicht. Die Zellen sind klein. Die Hauptkammer gehört zu den kleinsten ihres Typs, und doch wirkt der Raum nicht eng, weil die Wände sauber aus Steinplatten gesetzt sind und die Decke Stufe um Stufe nach innen rückt. Dieses Verfahren heißt Kraggewölbe: Jede Lage ragt ein Stück über die darunter liegende hinaus, bis sich das Gewölbe oben schließt.

Wände und Kraggewölbe stehen fast überall bis in beträchtliche Höhe. Einzelne Teile des äußeren Gangs sind rekonstruiert. Der Eingang, durch den man das Grab betritt, ist der ursprüngliche. In der Vorzeit wurde er zugesetzt. Der Gang ist also ein Bauteil aus der Zeit der ersten Benutzer.

Grasbewachsener runder Hügel eines jungsteinzeitlichen Kammergrabs auf einem Moorhang über einer Meeresbucht

Der Bau wirkt gut durchdacht. Gang, Kammer und Zellen sind so zueinander gesetzt, dass der Innenraum bei aller Enge übersichtlich bleibt. Die Erbauer arbeiteten mit dem Material, das Orkney ihnen gab: plattig brechendem Sandstein, der sich ohne Mörtel verlegen lässt.

Was bedeutet Maeshowe-Typ und wie viele Gräber gibt es?

Cuween Hill gehört zu einer kleinen Gruppe von Kammergräbern, die nach dem berühmtesten Beispiel Maeshowe-Typ heißen. Insgesamt sind zwölf Gräber dieser Art bekannt, und fast die Hälfte davon ist in staatlicher Obhut. Die Gräber unterscheiden sich in vielem, und es gibt Zweifel, ob die klassische Einordnung überhaupt trägt. Gerade diese Vielfalt macht sie als Gruppe und einzeln wichtig.

Zu den Verwandten zählen Wideford Hill, Maeshowe, Quoyness, Holm of Papa Westray South, Isbister, Vinquoy und Quanterness. Außerdem gehören zur Landschaft der Gräber die Anlagen von Midhowe, Knowe of Yarso, Blackhammer und Taversoe Tuick auf der Insel Rousay, die einem anderen Bautyp folgen. Die Nähe zu den jungsteinzeitlichen Häusern von Skara Brae und Barnhouse ist kein Zufall: Die Grundrisse der Häuser und der Gräber ähneln einander.

Das Datum folgt aus dem Vergleich mit ähnlichen Gräbern, denn es gibt nur wenige naturwissenschaftliche Daten für dieses Grab. Die Spanne von 3000 bis 2400 v. Chr. gilt für die Gruppe der Maeshowe-Typ-Gräber, und Cuween Hill steht darin.

Was bedeutet der Fund von 24 Hundeschädeln?

Bei der Untersuchung von 1901 lagen in der Kammer die Schädel von 24 kleinen Hunden. Diese Zahl und dieser Befund sind einzigartig. In anderen Gräbern der Gegend ist die Auswahl der Tiere eine andere: Im Grab von Isbister fällt die Häufung von Seeadlerknochen auf. Die Gemeinschaften der Jungsteinzeit hatten also verschiedene Tiere, die sie mit ihren Toten in Verbindung brachten.

Was der Hund den Menschen von Cuween bedeutete, ist offen. Die Grabbräuche waren vielschichtig und das Grab wurde über viele Jahre hinweg benutzt. Ob die Tiere von Menschen niedergelegt wurden oder auf andere Weise in die Kammer gerieten, lässt sich heute nicht mehr sicher klären. Wenn Menschen sie niedergelegt haben, spricht das dafür, dass auch Tieren ein Leben nach dem Tod zugetraut wurde.

Für die Deutung des Grabs bleibt entscheidend: Es zeigt den Glauben an ein Leben nach dem Tod vor rund 5.000 Jahren. Im Westen des Hügels liegen spätere Nachbestattungen.

Niedriger Eingang und Gang aus geschichteten Sandsteinplatten in einen jungsteinzeitlichen Grabhügel

Gibt es Ritzzeichnungen und Spuren späterer Besucher?

Im Grab sind sehr schwache Beispiele jungsteinzeitlicher Ritzkunst vorhanden. Sie sind selten und wichtig, weil sie die Beziehung zwischen den Siedlungen der Rillenkeramik-Kultur, zu denen Skara Brae gehört, und den aufwendigen Gräbern stärken. Diese Verbindung zeigt sich auch an den Grundrissen von Häusern und Gräbern.

Eine Zweigrune im Inneren ist eine Zutat der Neuzeit und gleicht einer Ritzung in Maeshowe. Bemerkenswert ist, dass die Kammer kaum durch modernes Graffiti beschädigt wurde, anders als andere frei zugängliche Gräber. Im Inneren ist es völlig dunkel. Ohne Taschenlampe sieht man nichts, und wo kein Licht ist, wächst auch kaum grüner Algenbelag, wie er in anderen Gräbern in staatlicher Obhut auftritt.

Wer die Ritzungen in Maeshowe kennt, erkennt das Motiv wieder. Es zeigt, wie lange Menschen an solchen Orten ihre Spuren hinterlassen.

Wo lebten die Menschen, die das Grab bauten?

Unterhalb des Grabs haben jüngere Grabungen eine Siedlung entdeckt, die zum Teil gleichzeitig mit der Benutzung des Grabs bestand. Auch an den Gräbern von Wideford und Quanterness liegen jungsteinzeitliche Siedlungen innerhalb weniger hundert Meter, und das Dorf von Barnhouse steht in der Nähe der Steine von Stenness. Dieses wiederkehrende Muster aus Siedlung, Grab und Steinkreis ermöglicht ein ungewöhnlich genaues Bild vom Leben auf Orkney vor etwa 5.000 Jahren, genauer als in den meisten Gegenden Europas.

Die ausgegrabene Siedlung von Cuween liegt heute unter einem bestellten Feld. Bei gutem Licht und mit etwas Hilfe lässt sich ihre Lage vom Grab aus erkennen. Wie das Leben dort ablief, erschließt sich besser auf der Seite zu Skara Brae, wo die Häuser erhalten sind, oder bei den Steinen des Ring of Brodgar.

Was weiß die Forschung bis heute nicht?

Die Lücken sind größer, als der gute Erhaltungszustand erwarten lässt. Zum einen wurde das Grab nach den Methoden früherer Zeiten untersucht, wodurch Informationen verloren gingen. Zum anderen gibt es nur wenige naturwissenschaftliche Daten, sodass die Datierung aus Vergleichen folgt. Über die unmittelbare Umgebung ist wenig bekannt, auch wenn die Siedlung am Hang und weitere Fundstellen der Gegend Hinweise geben.

Die soziale und die geistige Bedeutung des Grabs sind nicht ausgewertet. Das zeigt, wie jung die Forschung auf diesen Feldern ist. Jede neue Grabung in der Gegend verändert das Bild: Die Verbindung zwischen Siedlung, Grab und Landschaft lässt sich erst seit wenigen Jahrzehnten systematisch untersuchen.

Wie plant man den Besuch zwischen den Orkney-Gräbern?

Cuween Hill liegt auf der Orkney-Hauptinsel, in Reichweite der großen Stätten der Insel. Ein Tag reicht, um Cuween Hill mit dem Hügelgrab Maeshowe, dem Erdhaus von Rennibister und dem Nachbargrab am Wideford Hill zu verbinden. Wer Ruhe sucht, findet sie hier: Das Grab liegt abseits der Hauptrouten und wirkt gerade deshalb unverfälscht.

Für den Gang ins Innere sollten Sie sich auf Dunkelheit einstellen und eine Lampe mitbringen. Die Kammer ist klein, und wer sich Zeit nimmt, sieht im Schein der Lampe die sauber geschichteten Platten und die Zellen. Einen Überblick über die Inselgruppe bietet die Seite Orkney.

Wie alt ist Cuween Hill Chambered Cairn?

Das Grab gehört in die Jungsteinzeit und ist rund 5.000 Jahre alt. Die Datierung auf etwa 3000 bis 2400 v. Chr. folgt aus dem Vergleich mit ähnlichen Gräbern.

Wie viele Hundeschädel wurden gefunden?

Bei der Untersuchung 1901 kamen 24 kleine Hundeschädel zutage. Ein solcher Befund ist aus keinem anderen Grab bekannt.

Wie ist das Grab aufgebaut?

Ein Gang führt in eine kleine Mittelkammer, von der vier Zellen abgehen. Wände und Kraggewölbe sind aus Steinplatten ohne Mörtel gesetzt.

Was ist ein Grab vom Maeshowe-Typ?

Eine kleine Gruppe von Kammergräbern auf Orkney, benannt nach Maeshowe. Es sind zwölf bekannt, fast die Hälfte steht in staatlicher Obhut.

Gibt es dort Ritzkunst?

Ja, sehr schwache jungsteinzeitliche Ritzungen. Eine Runenritzung ist eine neuzeitliche Kopie nach einem Vorbild in Maeshowe.

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