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Crossraguel Abbey bei Maybole: Cluniazenserkloster in Ayrshire

Crossraguel Abbey bei Maybole: Cluniazenserkloster in Ayrshire

Crossraguel Abbey bei Maybole in Ayrshire ist eines der vollständigsten großen Klosterareale Schottlands. Cluniazensermönche lebten hier über vier Jahrhunderte. Erhalten sind Chor, Kapitelsaal, Kreuzgang, Torhaus, Wohnturm der Äbte und ein Taubenhaus. Die Anlage zeigt, wie ein spätmittelalterliches Kloster aufgebaut war.

Crossraguel Abbey liegt zwischen Weiden und Feldern in Carrick, rund zwei Kilometer südlich von Maybole an der A77. Von der Straße aus sieht man zuerst ein Torhaus, dann Mauern, die weit mehr umschließen als nur eine Kirche: Kreuzgang, Wohnräume, Höfe und ein Taubenhaus. Gerade diese Vollständigkeit macht den Ort besonders.

Dieser Ratgeber erzählt, wie die Mönche lebten, was Robert Bruce mit ihrem Schicksal zu tun hat und warum Abt Colin im 15. Jahrhundert das Kloster umbaute. Er führt durch die Gebäude und gibt Hinweise für den Besuch. Weitere Abteien finden Sie im Sehenswürdigkeiten-Überblick.

Lagean der A77, rund 2 km südlich von Maybole in Carrick, Ayrshire
OrdenCluniazenser, ein Zweig der Benediktiner; in Schottland nur Paisley und Crossraguel
Gegründetim 13. Jahrhundert, zunächst als Tochterhaus von Paisley Abbey
ErhaltenChor, Sakristei, Kapitelsaal, Kreuzgang, Wohnturm der Äbte, Torhaus, Taubenhaus
Staatsobhutseit 1913
BetreuungHistoric Environment Scotland

Was bedeutet Cluniazenser, und warum nur zwei Klöster?

Die Mönche von Crossraguel gehörten zum Orden von Cluny, benannt nach der französischen Abtei. Er folgte der Regel des heiligen Benedikt, legte aber besonderen Wert auf prachtvolle Gottesdienste: Gott sollte das Beste dargebracht werden, was man sich leisten konnte. Das zeigt sich in Crossraguel vor allem am Chor, den man im späteren 15. Jahrhundert neu baute. In Schottland gab es nur zwei Cluniazenserklöster, Paisley und Crossraguel.

Crossraguel entstand im 13. Jahrhundert als Tochterhaus von Paisley. Ein Streit mit Paisley über die Selbstständigkeit, über Kirchen und Einkünfte verzögerte das Klosterleben vermutlich bis ins späte 13. Jahrhundert. Das Kloster war für das „Opus Dei“ gedacht, das „Werk Gottes“, den Chorgebet- und Messdienst, der den Tag der Mönche ordnete.

Der Name bedeutet wohl „das Kreuz des Riaghail“, nach einem irischen Heiligen der frühchristlichen Zeit, den man meist mit dem heiligen Regulus oder Rule gleichsetzt, dessen Schrein in St Andrews stand. Möglicherweise war der Ort schon vorher heilig. Was aus dem Kreuz des Riaghail wurde, ist unbekannt.

Wie überstand das Kloster die Unabhängigkeitskriege?

Während der Unabhängigkeitskriege stand die Gemeinschaft auf der Seite von Robert Bruce, der im nahen Turnberry geboren wurde und Earl of Carrick war. Die Treue kostete die Mönche viel: Die Kirche und die anderen Hauptgebäude wurden schwer beschädigt. Im 14. Jahrhundert baute man eine neue, schlichte Rechteckkirche und die Ost- und Südflügel, die den Kreuzgang und das Haus des Abtes umschlossen.

Die Gebäude, die heute zu sehen sind, stammen überwiegend aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Aus dem 13. Jahrhundert hat sich im Wesentlichen nur die Südwand des Kirchenschiffs erhalten. Der Plan der Anlage ist dagegen noch gut zu lesen: Mitten im Kloster lagen die Klostergebäude um den Kreuzgang, umgeben von einem ausgedehnten Bezirk, dessen Grenzen man noch bestimmen kann. Die moderne Straße schneidet den Bezirk.

Die Ruine von Crossraguel Abbey mit Chor, Mauern und Rasen unter wolkigem Himmel

Was ließ Abt Colin im 15. Jahrhundert bauen?

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts folgte unter Abt Colin eine große Bauphase. Man erneuerte den Chor mit einem vieleckigen Ostabschluss und baute Sakristei und Kapitelsaal vollständig neu. Der Chor gehört zu den schönsten Teilen der Anlage: Er hat einen eleganten polygonalen Abschluss und Priestersitze, die Sedilien. Sakristei und Kapitelsaal, zwei der wichtigsten Räume eines Klosters, sind weitgehend erhalten. Sie lassen erahnen, wie eindrucksvoll die Gebäude im vollständigen Zustand waren. Der Kapitelsaal von Crossraguel diente als Vorbild für den von Glenluce.

Im Kapitelsaal sind die schlichten Steinbänke der Mönche erhalten, dazu ein kunstvoll gewölbter Sitz für den Abt. Hier versammelte sich die Gemeinschaft. Zwei winzige Wohnstätten mit je zwei Räumen jenseits des Kreuzgangs boten im 15. Jahrhundert alten und gebrechlichen Mönchen ein Zuhause.

Abt Colin ließ auch die private Unterkunft der Äbte bauen. In der Südostecke der Anlage entstand um einen eigenen Hof ein Wohnturm mit Küche und Nebenflügel, in dem die letzten Äbte und die weltlichen Verwalter der Pfründe wohnten, die auf sie folgten. Dass spätmittelalterliche Äbte so aufwendig lebten, zeigt kaum ein Kloster so anschaulich wie Crossraguel.

Wer liegt im Kirchenschiff, und was ist die Lady Chapel?

Im späteren Mittelalter teilte eine massive Wand die Kirche in zwei Teile. Der westliche Teil wurde zur Lady Chapel, die Mönche und Laien gemeinsam nutzten. Hier ließ sich im Jahr 1530 Lady Row in einem kunstvollen Grab unter einem reich verzierten Fenster beisetzen. Sie hatte verfügt, neben dem Marienaltar in der Nordostecke des Schiffs begraben zu werden, und finanzierte den Umbau des benachbarten Fensters, das nun wie ein Baldachin über ihrem Grab steht. So bereicherte sie den Bau und sicherte ihren Leichnam an einem Platz, der als besonders heilig angesehen wurde.

Einige Grabplatten, darunter Lady Rows Platte, hat man aus der Kirche entfernt und im Untergeschoss des Ostflügels aufgestellt. Zwei davon wurden kopiert; die Abgüsse liegen an ihrem ursprünglichen Platz in der Kirche. Die Sammlung der Grabplatten ist wichtig für das Verständnis mittelalterlicher Grabmäler.

Ein überwölbter Steinraum in einer Klosterruine mit schlichten Steinbänken und einer abgetretenen Steinplatte am Boden

Was zeigen Torhaus, Höfe und Taubenhaus?

Spät in der Geschichte des Klosters legte man im Osten und Süden des Kreuzgangs drei neue Höfe an. Zu den Gebäuden dort gehörten ein neues Torhaus und eine Reihe kleiner Häuser, in denen die Mönche vermutlich einzeln wohnen durften, entgegen der ursprünglichen Regel des gemeinsamen Lebens. Das Torhaus südwestlich des Kreuzgangs stammt aus dem 16. Jahrhundert, ebenso das Taubenhaus.

Das Taubenhaus ist eines der erhaltenen Bauwerke. Die Tauben lieferten Eier und junge Vögel, „Peavers“ genannt, die als Delikatesse galten, und ihr Kot düngte die Klostergärten. Im Torhausturm und im äußeren Sprechzimmer zeigt eine der besten und modernsten Steinausstellungen des Landes Bauteile des Klosters. Die Häuser zeigen, wie sich das Klosterleben in der Spätzeit vom Ideal entfernte.

Wie endete das Klosterleben, und wer rettete die Ruine?

1561 zerstörten Reformer Teile der Gebäude. Die Mönche blieben dennoch bis 1592 im Kloster. 1617 gliederte man die gesamten Einkünfte dem Bistum Dunblane an. Wie man die Gebäude nach der Reformation nutzte, ist nicht geklärt.

1913 nahm der Staat die Anlage in Obhut. Schon 1912 gab es einen Zustandsbericht mit Empfehlungen für Räumung und Sicherung. Bis 1924 räumte man Schutt, legte die Mauern frei und konsolidierte sie. Dabei verlor die Archäologie manches: Die freigelegten Grabplatten im Kirchenboden litten stark. Der größte Teil der Anlage ist aber noch unberührt. Auf dem Friedhof östlich der Kirche rechnet man mit Gräbern dicht unter der Oberfläche.

Offene Fragen bleiben: Was gab es vor dem 13. Jahrhundert an dieser Stelle, wann genau entstanden die frühen Bauten, und wie wurden die Gebäude nach der Reformation genutzt? Die erhaltenen Gebäude und die vergrabenen Reste zeigen, wie Gottesdienst, Wohnen und Wirtschaft in einem großen Kloster ineinandergriffen.

Ein steinernes Taubenhaus mit Spitzdach neben einer Wiese und einer Klostermauer

Warum ist die Anlage so bedeutend?

Crossraguel gehört zu den vollständigsten großen Klosteranlagen, die Schottland bewahrt. Die erhaltenen Gebäude und das, was unter dem Boden liegt, zeigen, welche Räume und Aufgaben ein solches Haus brauchte: Kirche für den Gottesdienst, Kreuzgang und Kapitelsaal für das Gemeinschaftsleben, Wirtschaftsräume, Wohnungen und ein Bezirk mit Mauer. An keinem anderen Ort lässt sich das Zusammenspiel von Liturgie, Alltag und Wirtschaft so gut verfolgen.

Die Anlage zeigt außerdem, was der Krieg mit einem Kloster machte. Der Grundriss der Spätzeit unterscheidet sich deutlich vom ursprünglichen: Aus dem Haus der gemeinsam lebenden Mönche wurde eine Anlage mit eigenen Wohnungen, einem Abtspalast und neuen Höfen. So wird sichtbar, wie sich das Klosterleben im späten Mittelalter veränderte.

Der Ort vermittelt auch etwas von der geistigen Welt des Mittelalters. Besonders im Kapitelsaal, der fast vollständig erhalten ist, spürt man ein Leben, in dem Glaube und Alltag untrennbar waren. Die Ruinen liegen in den weiten Feldern von Carrick.

Welche Orte passen dazu?

Die Abtei liegt inmitten der Weiden und Felder von Carrick. In der Nähe liegt Culzean Castle an der Küste von Ayrshire. Wer mehr über Klöster erfahren möchte, vergleicht Crossraguel mit der Sweetheart Abbey, der Melrose Abbey und der Dunfermline Abbey. Die Mutterabtei Paisley liegt bei Glasgow.

Wie plane ich den Besuch bei Maybole?

Die Abtei liegt an der A77, etwa zwei Kilometer südlich von Maybole. Historic Environment Scotland betreut sie. Rechnen Sie mit etwa einer Stunde für Kirche, Kreuzgang, Kapitelsaal, Wohnturm, Torhaus mit Ausstellung und Taubenhaus.

Beginnen Sie mit dem Torhaus und der Steinausstellung, gehen Sie dann durch den Kreuzgang zum Kapitelsaal und zum Chor und enden Sie am Wohnturm der Äbte. Weitere versteckte Orte finden Sie auf der Seite zu den geheimen Burgen.

Wer gründete Crossraguel Abbey?

Das Kloster entstand im 13. Jahrhundert als Tochterhaus von Paisley Abbey und gehörte zu den Cluniazensern. In Schottland gab es nur zwei Klöster dieses Ordens.

Warum wurde das Kloster beschädigt?

Die Mönche unterstützten Robert Bruce, den Earl of Carrick, im Unabhängigkeitskrieg gegen England. Deshalb wurden Kirche und Hauptgebäude schwer beschädigt.

Was baute Abt Colin?

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erneuerte er den Chor mit vieleckigem Ostabschluss, Sakristei und Kapitelsaal und ließ einen Wohnturm für die Äbte errichten.

Wozu diente das Taubenhaus?

Die Tauben lieferten Eier und junge Vögel, die als Delikatesse galten; ihr Kot diente als Dünger für die Klostergärten.

Seit wann gehört die Ruine dem Staat?

Seit 1913. Danach folgten Räumung und Sicherung der Mauern, die bis 1924 dauerten.

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Zu den Sehenswürdigkeiten

Passend dazu: Glenluce Abbey.

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