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Craignethan Castle in Lanarkshire: Finnarts Burg über dem Nethan

Craignethan Castle in Lanarkshire: Finnarts Burg über dem Nethan

Craignethan Castle liegt auf einem Sporn über der Schlucht des River Nethan in Lanarkshire. James Hamilton of Finnart, Baumeister Jakobs V., errichtete um 1532 einen Wohnturm mit zwei Höfen, einem tiefen Graben und der frühesten erhaltenen Kaponniere Britanniens. 1579 ordnete der Privy Council den systematischen Abriss der Verteidigungsanlagen an.

Craignethan Castle zählt zu den letzten großen Privatburgen, die in Schottland entstanden. Sie liegt in einer bewaldeten Schlucht gut neun Kilometer westnordwestlich von Lanark und fügt sich so ins Gelände, dass sie von der Straße kaum zu sehen ist. Erst beim Näherkommen erscheint der breite Wohnturm hinter Mauern, Gräben und Türmen.

Dieser Ratgeber erklärt den Grundriss mit Turm, Innenhof und Außenhof, die Rolle der Familie Hamilton, die berühmte Kaponniere im Graben und den Abriss von 1579. Er beschreibt außerdem Natur und Umgebung und erklärt, wie Sie zur Burg gelangen. Wer sich für Hamiltons Arbeit als Baumeister des Königs interessiert, findet seine Spuren in Linlithgow Palace und Blackness Castle.

LageSpornlage über dem Nethan und dem Craignethan Burn, rund 9 km (5,5 Meilen) westnordwestlich von Lanark
Bauzeitab 1532, durch James Hamilton of Finnart
BesonderheitKaponniere im Graben, die früheste erhaltene Britanniens; Wohnturm mit Halle im Erdgeschoss
Abriss1579 per Beschluss des Privy Council; der Turm blieb stehen
Staatliche Obhutseit 1949

Warum liegt die Burg so versteckt in der Schlucht?

Craignethan sitzt auf einem Sporn, den die tief eingeschnittenen Betten des River Nethan und des Craignethan Burn bilden, etwa eine Meile vor ihrem Zusammenfluss mit dem Clyde. Der Name ist ein Rest des Königreichs Strathclyde, das 1018 in das gälische Alba aufging: Craig bedeutet Fels auf Kymrisch, der Nethan stammt aus dem alten Wort für den „reinen Fluss“. Auf der Karte von Timothy Pont von 1596 erscheint die Burg als „Kraignethan castel“. Ob dort zuvor eine ältere Burg namens Draffan stand, ist ungeklärt.

Das Gelände wirkt für eine Festung eigenartig: Im Westen steigt das Land an, und die Burg ist von der Zugangsseite verborgen, mit überraschenden Ausblicken beim Anstieg durch den Wald. Das spricht für eine Anlage, die ebenso Rückzugsort wie Stützpunkt war. Der größte Teil des Geländes in staatlicher Obhut liegt in der Nethan Gorge, einem Schutzgebiet von besonderem wissenschaftlichem Interesse, das zum Netz der Clyde Valley Woods gehört.

Urkunden führen den Besitz auch als „Strahills and Craignethan“ oder „Fence and Craignethan“. Zwischen Nethan und Burn lagen Waldstücke, aus denen nach Finnarts Hinrichtung Holz geschlagen wurde. Weitere Naturthemen des Landes behandelt die Seite zu Wildtiere.

Wer war James Hamilton of Finnart?

James Hamilton of Finnart, um 1496 geboren, war der älteste, aber uneheliche Sohn des ersten Earl of Arran. Er erbte den Titel nicht, wurde aber nach dem Tod des Vaters Oberhaupt der Familie und Vormund seines Halbbruders, des späteren zweiten Earl. Als Urenkel Jakobs II. stand er dem Königshaus nahe und war einer der engsten Vertrauten Jakobs V. 1531 erlaubte ihm der König, sein Wappen von dem Makel der Unehelichkeit zu befreien und das königliche Wappenschild aufzunehmen. 1539 wurde Finnart Master of Works Principal und leitete alle königlichen Bauvorhaben.

Eine Urkunde von 1532 bestätigt seinen Besitz an Nauthane, wie Craignethan damals hieß, und hält fest, dass er dort eine Burg gebaut hat. Er leitete auch die königlichen Arbeiten an Blackness, Linlithgow und Stirling. 1540 wurde er wegen Hochverrats hingerichtet, für Zeitgenossen eine Überraschung; sein Halbbruder war einer seiner Ankläger. Der Wohnturm folgt einem durchdachten Plan, doch ob Craignethan allein Finnarts Werk ist, bleibt Gegenstand der Debatte: Im Bau gibt es Unstimmigkeiten, die auf Planänderungen oder weitere Bauherren deuten.

Nach Finnarts Tod fiel die Burg an die Krone und kam zwei Jahre später an den zweiten Earl of Arran, der 1542 Regent von Schottland wurde. Möglicherweise vollendete er den Außenhof, und er weilte im Winter gern hier, einmal mit dem Earl of Angus, einmal mit dem französischen Gesandten Henri Cleutin. Auch Stirling Castle gehörte zu Finnarts königlichen Bauvorhaben; die Stadt stellt die Seite zu Stirling vor.

Die bewaldete Schlucht des River Nethan mit klarem Wasser und herbstlichen Bäumen

Wie ist der Wohnturm aufgebaut?

Der Turm ist eigentlich kein Turm, denn er hat nur drei Geschosse und wirkt mehr breit als hoch. Er hat einen Doppelgrundriss mit einer Mittelmauer, in der auch die Kamine liegen, und misst etwa 16 mal 21,2 Meter bei Mauern von rund 2,5 Metern Dicke. Bis zur Brüstung ragt er etwa 10,6 Meter auf. Der Wehrgang sitzt auf einer doppelten Reihe von Konsolsteinen im Schachbrettmuster, mit Erkertürmchen an den Ecken und in der Mitte der Westfront.

Der Eingang liegt in der Westfront und führt in einen Quergang. Von dort gelangt man zu zwei Treppen, in die Halle und über eine Durchreiche zur Küche. Die tonnengewölbte Halle liegt im Erdgeschoss, was für Schottland zu dieser Zeit ungewöhnlich war; sie misst 9,37 mal 6,25 Meter und ist 7,4 Meter hoch. Eine schmale Galerie läuft an der Westseite entlang, am Podiumsende fällt Licht durch ein großes Fenster. Daneben liegen zwei übereinanderliegende Kammern des Herrn mit Aborten. Im Keller gibt es vier Vorratsgewölbe und ein kleineres mit einem Brunnen, das auch als Gefängnis diente.

Um den Turm liegt der Innenhof mit einer hohen Ringmauer, Ecktürmen und einem Torhaus im Norden. Der Südostturm ist am besten erhalten und hat im Obergeschoss Scharten für Geschütze; vielleicht war er ursprünglich Finnarts Kapelle, die Urkunden als prächtig ausgestattet beschreiben. Der Ostflügel wurde nie über den Keller hinaus gebaut, wie Grabungen von 1995 zeigten.

Warum ist die Kaponniere im Graben so bedeutsam?

Westlich schließt der Außenhof an, getrennt durch einen tiefen, steingefassten Graben. Auf seiner Innenseite stand eine hohe, dicke Mauer, die als Geschützplattform diente und den Turm vom Westen her verdeckte. Im Graben liegt die Kaponniere, ein steingewölbter Schießgang, mit dem man den Grabenboden bestreichen konnte. Sie ist das früheste erhaltene Beispiel dieser italienisch geprägten Verteidigungsform in Britannien und ausgezeichnet bewahrt.

Zwischen der Übernahme 1949 und der Mitte der 1960er-Jahre räumte und sicherte die staatliche Denkmalpflege die Anlage, mit Einheimischen im Rahmen eines staatlich geförderten Programms. Die Ausgrabungen unter Iain MacIvor legten Graben und Außenhof frei und zeigten ein Maß an Artillerieplanung, das niemand erwartet hatte. Im Außenhof fand man eine Straße zur Zugbrücke am Nordende des Grabens und Spuren hölzerner Schwellen für Anbauten an der Mauer. Auch die Ostbauten und die Küche im Nordostturm, die später zur Brauerei wurde, waren Gegenstand späterer Grabungen im Jahr 1984.

Fachleute streiten, ob die ausgefeilte Verteidigung eine ernstgemeinte Wehr oder ein Schaustück war. Beide Lesarten haben die schottische Architekturgeschichte seit den 1970er- und 1980er-Jahren geprägt. Ob Craignethan Schutzraum oder Luxusschloss war, ist offen; sicher ist, dass die Anlage, anders als die Burgen der älteren Zeit, auf Feuerwaffen zielt. Zum Vergleich dient Bothwell Castle am Clyde.

Warum ordnete der Privy Council 1579 den Abriss an?

Der dritte Earl of Arran wurde für geistig krank erklärt und lebte von etwa 1570 bis 1579 auf Craignethan unter Verwahrung. Die Hamiltons waren dem Thron nahe, bis ihre Treue zu Maria Stuart nach deren Flucht 1567 sie zu Fall brachte. 1579 gab der Privy Council genaue Anweisungen, die Burg „cast doun“, also niederzuwerfen. Der innere Wall im Westen mit seinen Türmen wurde eingeebnet, der Graben aufgefüllt, damit die Burg militärisch nutzlos war.

Archäologische Arbeiten bestätigten, dass der Befehl buchstabengetreu ausgeführt wurde. Der Wohnturm blieb vollständig. Das ist ein seltener Glücksfall: Man kennt den Zustand von 1579 recht genau, und seither wurde kaum etwas verändert. 1665 baute der Covenanter Andrew Hay im Südwesten des Außenhofs ein L-förmiges Haus mit Wirtschaftsgebäuden, das heute noch steht.

Im 19. Jahrhundert diente die Burg als Vorbild für „Tillietudlem Castle“ in Walter Scotts Roman Old Mortality. 1949 kam sie in staatliche Obhut, danach folgten Räumung und Sicherung der Mauern.

Der steingefasste Graben von Craignethan mit dem gewölbten Schießgang der Kaponniere

Wie besucht man Craignethan Castle?

Craignethan Castle liegt bei Blackwood nahe Lesmahagow in Lanarkshire, gut neun Kilometer westnordwestlich von Lanark. Vom Parkplatz auf dem Höhenzug im Westen führt ein etwa 110 Meter langer Weg aus Teer und Kies zur Burg; die ersten 85 Meter fallen mit 1:4 steil ab, die restlichen 25 Meter verlaufen eben. Auf dem Gelände gibt es unebenen Boden, viele Stufen und Treppen. Ein Besucherzentrum bietet einen Führer zum Kauf an, Tafeln erläutern die Anlage.

Von außen fällt zuerst die Lage ins Auge: Die Burg bleibt bis kurz vor dem Eingang im Wald verborgen. Innen sehen Sie den Wohnturm mit der tonnengewölbten Halle, die beiden Höfe, den Graben mit der Kaponniere und das Haus des Andrew Hay. Rund um die Burg liegt die Nethan-Schlucht mit dichtem Laubwald. Zeiten, Zugang und Tickets prüfen Sie vor der Reise bei Historic Environment Scotland.

Wer in der Gegend ist, verbindet den Besuch mit Lanark und dem Clyde-Tal. Die Anreise von Glasgow beschreibt die Seite zu Glasgow; das Land insgesamt behandelt die Seite zur Anreise.

Wer baute Craignethan Castle?

James Hamilton of Finnart errichtete sie um 1532; sein Halbbruder, der zweite Earl of Arran, hat sie vermutlich vollendet.

Was ist eine Kaponniere?

Ein steingewölbter Schießgang im Graben, von dem aus Verteidiger den Grabenboden bestreichen. Die von Craignethan ist die früheste erhaltene Britanniens.

Warum wurde die Burg 1579 zerstört?

Der Privy Council wollte die Anlage militärisch unbrauchbar machen und befahl, Wälle und Türme niederzuwerfen und den Graben zu verfüllen. Der Wohnturm blieb ganz.

Seit wann ist die Burg in staatlicher Obhut?

Seit 1949.

Wo liegt Craignethan Castle?

Auf einem Sporn über der Nethan-Schlucht, rund neun Kilometer westnordwestlich von Lanark. Zeiten und Zugang prüfen Sie vor der Reise bei Historic Environment Scotland.

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