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Clickimin Broch: Broch, Blockhaus und Mauer bei Lerwick

Clickimin Broch: Broch, Blockhaus und Mauer bei Lerwick

Clickimin Broch steht am Stadtrand von Lerwick auf Shetland, auf einer ehemaligen Insel im Loch of Clickimin. Die Anlage der Eisenzeit vereint Außenmauer, Blockhaus und Broch an einem Ort, was bisher von keiner anderen Stätte bekannt ist. Der Broch misst rund 20 Meter im Durchmesser. Seit 1888 steht die Stätte in staatlicher Obhut.

Clickimin Broch liegt dort, wo man es nicht erwartet: zwischen Wohnsiedlungen, Straße und Sportzentrum am Südrand von Lerwick. Ein kurzer Pfad führt hinab zu einem kleinen See, und auf einer Landzunge darin erhebt sich ein Ring aus dicken Trockenmauern, davor ein langer Block mit Kammern. Hier hat sich Schottlands einzigartige Bauform der Eisenzeit, der Broch, mit einer zweiten, nur auf Shetland bekannten Bauform zu einem seltenen Ensemble verbunden.

Die Seite beschreibt die Gebäude, die Landschaft und die lange Geschichte ihrer Erforschung, die mit einem Besuch von Sir Walter Scott beginnt und über eine Gerichtsverhandlung in einer Kleinstadt bis zu Ausgrabungen der 1950er-Jahre führt. Als Ergänzung bieten sich der vollständig erhaltene Mousa Broch und Jarlshof an.

LageSüdrand von Lerwick, Shetland, auf einer Halbinsel im Loch of Clickimin
ZeitEisenzeit
Brochrund 20 m Durchmesser, Innenraum rund 10 m, Höhe rund 5 m
Blockhausüber 12 m lang, 3 m breit, über 2 m hoch
Obhutseit 1888 in staatlicher Obhut, Grabungen 1907 bis 1909 und 1953 bis 1957
BesonderheitAußenmauer, Blockhaus und Broch auf einer Stätte

Wo liegt Clickimin Broch, und woher kommt der Name?

Clickimin Broch liegt unmittelbar südlich von Lerwick, der Hauptstadt von Shetland, an der Straße, die aus der Stadt nach Süden führt. Das Gelände ist von Siedlungen umgeben, und ein Sportzentrum sowie ein neuer Schulcampus rahmen den See beinahe vollständig ein. Früher war die Umgebung Ackerland, wenn auch von mäßiger Qualität.

Der Name der Anlage und des Sees geht auf ein Gasthaus zurück, das um 1740 in der Nähe eröffnet wurde. Zuvor hieß der See „Peaches“ oder Pikten-See. Auch die Anlage selbst trägt den Namen „Picts’ Castle“, Pikten-Burg, seit mindestens zwei Jahrhunderten. Eine andere Schreibweise des Namens lautet Clickhimin.

Die Landzunge war früher eine Insel. Erst als man ab 1874 den Wasserspiegel des Sees absenkte, verlor sie ihre Lage mitten im Wasser. Ein schmaler Damm aus Stein führte zur Anlage und ist in Teilen erhalten, früher reichte er weiter. Um 1930 legte man vom Straßenrand einen gepflasterten Pfad an, der auf den Damm trifft.

Der Standort ist erstaunlich: Er liegt abseits der Küste, auch wenn von der Insel aus einst der Blick über die Einfahrt zum heutigen Hafen von Lerwick ging. Besser gelegene Plätze am Meer hätte es gegeben. Eine Landzunge, die man nur über einen schmalen Damm erreicht, ist als Mittelpunkt eines Bauernhofs unpraktisch. Das spricht dafür, dass Schutz oder der Anschein von Schutz bei der Wahl des Platzes eine Rolle spielte.

Was ist ein Broch, und wie sieht er hier aus?

Brochs sind die einzige Bauform, die es nur in Schottland gibt. Sie haben einen kreisrunden Grundriss und turmartige Mauern mit Gängen, Treppen und kleinen Kammern im Mauerwerk. Manche, wie Mousa Broch, stehen als einzelne Türme. Andere, wie Clickimin, sind von weiteren Bauten umgeben. Wozu die Brochs ursprünglich dienten, wie sie entstanden und ob sie ein Dach trugen, ist nicht gesichert.

Der Broch von Clickimin hat einen Durchmesser von rund 20 Metern, der Innenraum misst rund zehn Meter. Das Mauerwerk steht rund fünf Meter hoch, der Turm war einst höher, die ursprüngliche Höhe lässt sich nicht mehr bestimmen. Der Broch besaß im Mauerfuß mindestens zwei ovale Kammern. Darüber ist die Mauer doppelschalig mit einem schmalen Gang, der um den gesamten Ring läuft.

Auffällig ist der niedrige, nicht ganz waagerechte Gang, der sich aus der Wiederherstellung im 19. Jahrhundert erklären kann. An der Nordostseite sitzt ein kleiner zweiter Eingang auf der Höhe des ersten Ganges, der älter ist als das Jahr 1860. Im Inneren hat man den Raum durch später eingezogene Mauern verkleinert. Zwischen dem Broch und der Außenmauer liegen Reste mehrerer kleiner Gebäude.

Kreisrunde Trockenmauer eines Broch mit dicker Wand auf einer Landzunge an einem kleinen See bei Lerwick

Was ist das Blockhaus, und wozu dient die Außenmauer?

Gleich hinter dem Eingang der Außenmauer steht ein langer rechteckiger Block aus Trockenmauerwerk, das Blockhaus. Dieser Bautyp ist nur von Shetland bekannt. Das Blockhaus von Clickimin ist über zwölf Meter lang, drei Meter breit und biegt sich leicht im Einklang mit der Außenmauer. Es steht gut zwei Meter hoch, so hoch wurde es 1907 bis 1909 wieder aufgebaut. In seinem Inneren liegen kleine Kammern und ein Gang. Einige Merkmale gleichen denen von Brochs.

Eine weitere Stätte dieser Art liegt in Shetland am Ness of Burgi. Auch das Blockhaus am Loch of Huxter auf Whalsay ist eng verwandt.

Um die Landzunge läuft eine stark erneuerte Trockenmauer, die Außenmauer. Außerhalb des Eingangs führt der Damm zum Ufer. Zusammen bilden Mauer, Blockhaus und Broch ein Ensemble, wie es sonst nirgends bekannt ist. Dass diese drei großen Bauten nebeneinander bestehen, zeigt ein abgestimmtes Zusammenspiel der Teile und hilft, andere verwandte Anlagen zu verstehen.

Im Damm liegt am Nordende eine große Steinplatte mit zwei eingemeißelten Fußabdrücken. Zwei kleine Schälchen sitzen zwischen den Fersen und vor den Zehen. Wann die Platte angebracht wurde, ist nicht bekannt. Ein Schutzdach aus einer weiteren Platte auf niedrigem Mauerwerk sitzt darüber.

Wer besuchte Clickimin vor den Archäologen?

Der Schriftsteller Walter Scott kam im August 1814 auf Shetland an den Ort, zuerst am 8. August mit Captain McDiarmid von der Garnison Lerwick. Der erste Eindruck war nüchtern: Diese Duns oder Pikten-Burgen seien so klein, dass sie nur als zeitweiliger Zufluchtsort für den Häuptling denkbar seien. Am nächsten Tag besuchte er die Anlage ein zweites Mal, auf Drängen eines Grundbesitzers, und schrieb eine ausführlichere Beschreibung. Er beschrieb einen Bau aus gewaltigen Steinen ohne Mörtel, schmale Gänge im Mauerwerk und einen Gang, der sich wie ein Korkenzieher nach oben wand. Die Größe, schrieb er, bestätige die Überlieferung, die Pikten seien ein kleinwüchsiges Volk gewesen.

Diese Beschreibung ist die ausführlichste vor den großen Arbeiten ab 1861. Sie ist an manchen Stellen unklar: Aus drei Mauerringen bei Scott wird heute einer. 1822 folgte der Besucher Hibbert mit einer Schilderung der Kammern im Mauerwerk und der Trittsteine zum Ufer. Skizzen aus den folgenden Jahrzehnten zeigen eine Ruine, die weiter abgetragen wurde. 1849 hieß es, es seien nur noch sehr wenige Spuren des ursprünglichen Baus übrig.

Sir Henry Dryden zeichnete die Anlage 1855 und besuchte sie 1866 erneut. Seine Reise nach Shetland führte zur Räumung und Ausbesserung des Mousa Broch. Die Shetland Literary and Scientific Society sammelte daraufhin Geld für eine Ausgrabung in Clickimin. Unter ihrem Sekretär Robert Neven Spence grub sie den Broch aus und legte einen Gang im Mauerzentrum, Treppen, Türen und Kammern frei. Im Januar 1862 endete die Arbeit, als das Geld ausging.

Wie wurde Clickimin gerettet und wieder aufgebaut?

Nach 1862 setzten Vandalismus und das Abtragen von Steinen für Bauzwecke wieder ein. 1882 wurde Clickimin durch das Denkmalschutzgesetz dieses Jahres unter Schutz gestellt. 1884 kündigte die Eigentümerin, Lady Eliza Nicholson, Strafverfahren an. 1888 schickte der Metzger Hugh Mackay Maurer nach Clickimin, um Steine zu brechen und abzutransportieren. Er wurde vor Gericht gestellt und verurteilt und musste die Steine zurückgeben.

Die Zeitungen im ganzen Land berichteten. Der Inspektor für Altertümer, General Pitt-Rivers, besuchte Lady Nicholson in Cheltenham und überzeugte sie, die Stätte in staatliche Obhut zu geben, was noch 1888 geschah. Eine Tafel wies Vandalen auf die Strafverfolgung hin. Doch bis 1906 war der Verfall so weit fortgeschritten, dass der Abgeordnete für Orkney und Shetland, Cathcart Wason, das Thema im Unterhaus ansprach.

Zufällig begann das Bauamt zu dieser Zeit mit dem Neubau des Postamts von Lerwick. Der Bauleiter (Clerk of Works) dieses Projekts, Henry Macleod, bekam den Auftrag, auch den Broch auszubessern. Mit einer Arbeitsgruppe war er in den folgenden drei Jahren immer wieder vor Ort. Fotos zeigen, dass er das Blockhaus erhöhte, die Außenmauer ausgrub und etwa drei Viertel davon vom Boden aus neu aufbaute, die Bauten dazwischen sicherte und die Arbeiten der 1860er am Broch auffrischte. Ein Archäologe war nicht beteiligt, es wurde nichts veröffentlicht. 1910 sagte ein Stadtrat über das Ergebnis: „Das ist jetzt ein modernes Bauwerk, kein altes Denkmal.“

Langer rechteckiger Mauerblock mit dicker Trockenmauer vor einem Rundturm-Rest an einem kleinen See

Wie veränderten die Grabungen der 1950er-Jahre das Bild?

1930 besuchten Untersucher der Königlichen Kommission für Denkmäler die Stätte und fertigten Pläne an. Einer von ihnen schloss aus dem Mauerwerk, Broch, Blockhaus und Außenmauer seien gleichzeitig entstanden. 1951 beschrieb Stewart Cruden vom Arbeitsministerium die Bauten in einem Führer, ohne eine Reihenfolge zu nennen.

Zwischen 1953 und 1957 führte John Hamilton vom Arbeitsministerium Ausgrabungen durch. Er entwickelte eine ausführliche Erzählung der Entstehung der Stätte, die über Jahrzehnte beeinflusste, wie Brochs und die Gesellschaft dahinter verstanden und gezeigt wurden. In den Jahren danach folgte die letzte große Sicherungsmaßnahme, die das sichtbare Mauerwerk weit weniger veränderte als frühere Arbeiten. Die Anlage zeigt sich seither in dieser Gestalt.

Hamiltons Deutung ist später stark überarbeitet worden. Die heutige Darstellung weicht deutlich von ihr ab. Wegen der vielen Eingriffe lässt sich die Abfolge der Bauten nicht endgültig beweisen. Die Funde von Hamilton liegen größtenteils im Shetland Museum in Lerwick, einige im Nationalmuseum von Schottland. Weil die genaue Fundlage nicht überliefert ist, sind sie für neue Forschung nur eingeschränkt nutzbar.

Gerade diese Wandlung macht Clickimin interessant: Es zeigt, wie sich Deutungen über Generationen verändern und wie dieselben Funde unterschiedliche Theorien stützten. Weil die Stätte so lange und gründlich untersucht und erneuert wurde, ist unsicher, wie viel des heutigen Mauerwerks genau dem ursprünglichen entspricht. Wer am Broch steht, sieht also zugleich eine Ruine der Eisenzeit und ein Denkmal der Denkmalpflege.

Welche anderen Brochs und Stätten gibt es auf Shetland?

Die Stätte ist nicht in Sichtweite eines anderen bekannten Broch. Doch auf Shetland liegen viele weitere Zeugnisse der Eisenzeit, von denen einige als Vergleich dienen. Der Mousa Broch ist als einzelner Turm erhalten, und sein Aufbau hilft, die ursprüngliche Form der Brochs zu verstehen. Auch in Jarlshof, in Old Scatness und in Scalloway wurden Brochs ausgegraben, die helfen, die Funde von Clickimin einzuordnen.

Auf Orkney stehen vergleichbare Anlagen: der Broch of Gurness mit seinem Dorf und der Midhowe Broch auf Rousay. Einen Überblick über die Inselgruppe bietet die Seite zu Shetland.

Was ist ein Broch?

Ein turmartiger Rundbau der Eisenzeit mit Gängen und Kammern im Mauerwerk. Brochs gibt es nur in Schottland.

Was ist ein Blockhaus?

Ein langer rechteckiger Bau mit Kammern und Gang im Mauerwerk, der nur von Shetland bekannt ist. Ein weiteres Beispiel steht am Ness of Burgi.

Wann kam Clickimin in staatliche Obhut?

1888, nachdem ein Prozess wegen Steindiebstahls Aufsehen erregt hatte.

Wie viel vom Mauerwerk ist ursprünglich?

Schwer zu sagen. Die Anlage wurde 1861/62, 1907 bis 1909 und in den 1950er-Jahren erneuert, ein Teil der Außenmauer wurde ganz neu aufgebaut.

Was liegt in der Nähe?

Mousa Broch und Jarlshof auf Shetland sowie der Broch of Gurness auf Orkney.

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