Die Clava Cairns bei Inverness sind ein Friedhof der frühen Bronzezeit um 2000 v. Chr. an einer Flussterrasse des Nairn. Zwei Ganggräber, ein Ringcairn und ein Kerncairn stehen zwischen Steinkreisen aus Monolithen. Die Anlage gab einer eigenen Gruppe von Grabbauten rund um den Moray Firth ihren Namen und ist ganzjährig frei zugänglich.
Die Clava Cairns (Balnuaran of Clava) liegen zwischen Feldern und Bäumen etwa zehn Kilometer von Inverness entfernt. Hier verbinden sich Hügelgräber, Steinkreise und Plattformen zu einem Ensemble, das es so nur an wenigen Orten gibt.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Gräber gebaut sind, was die Ausgrabungen der 1990er-Jahre über ihr Alter ergeben haben, wie sie auf die Wintersonne ausgerichtet sind und welche Nachbarstätten dazugehören. Er sagt auch, warum die Stätte zum Ziel von Outlander-Fans wurde und wie Sie sie respektvoll besuchen. Die Stadt am Moray Firth stellt die Seite zu Inverness vor.
| Lage | Balnuaran of Clava, etwa 10 km (6 Meilen) von Inverness, an einer Terrasse des River Nairn |
|---|---|
| Alter | um 2000 v. Chr., frühe Bronzezeit; später erweitert |
| Anlage | zwei Ganggräber, ein Ringcairn, ein Kerncairn, Steinkreise und ein Kirchenrest |
| Staatliche Obhut | seit 1925 |
| Besuch | ganzjährig zugänglich, ohne Eintritt; Parkplatz neben der Anlage |
| Nachbarn | Culloden Battlefield und Cawdor Castle |
Fragen, die wir beantworten
Aus welchen Teilen besteht der Friedhof?
Die Fachliteratur teilt die Stätte in fünf Gruppen. Gruppe 1 ist der Balnuaran of Clava: zwei Ganggräber, ein Ringcairn und ein Kerncairn. Gruppe 2 ist ein Cairn mit Monolith bei Milton of Clava, Gruppe 3 ein einzelner Monolith bei Mains of Clava, Gruppe 4 ein Teil eines Ringcairns ebenfalls bei Mains of Clava und Gruppe 5 die Reste einer Kapelle, die aus dem Mittelalter stammt. Die Gruppen 1, 2 und 5 liegen in staatlicher Obhut und sind mit Infotafeln erschlossen.
Die Gräber reihen sich entlang eines Tals, das von Südwest nach Nordost verläuft, und gehören vermutlich zu einem, vielleicht zu zwei Friedhöfen der Bronzezeit. Dasselbe Prinzip kennt man vom Kilmartin Glen in Argyll, wo eine ähnliche Reihe von Gräbern zur gleichen Zeit angelegt wurde; die Seite zu Kilmartin Glen stellt sie vor.
Der Cairn von Milton of Clava (Gruppe 2) war vor der Ausgrabung 1990 ein ungefähr rechteckiger Steinhügel von 10 mal 6 Metern, etwa drei Meter vom südwestlichen Eck entfernt stand ein großer Monolith. Er ist weniger spektakulär als der Hauptfriedhof, zeigt aber, dass die Grabanlagen sich nicht auf das Balnuaran beschränken. Die Kapelle von Milton of Clava, vermutlich mittelalterlich, ist kaum untersucht; vielleicht erzählt sie von der langen Bedeutung des Ortes.
Die Stätte liegt im Conservation Area von Culloden Muir, das die Verwaltung der Region ausgewiesen hat. Dort liegt auch das Schlachtfeld von 1746, das mehrere Jahrtausende nach dem Bau der Gräber ebenfalls zu einem Ort des Gedenkens wurde.
Wie sind Ganggräber, Ringcairn und Kerncairn gebaut?
Der Nordost-Cairn ist ein gut erhaltenes Ganggrab. Eine Kammer von kreisförmiger Form liegt im Kern, ein Gang führt nach Südwesten. Der Hügel besteht aus Steinschutt und ist von einem inneren und äußeren Ring aufrechter Randsteine eingefasst, die zum Eingang hin höher werden. Daran schließt eine flache Plattform aus Erde und Stein an. Darum zieht sich ein Ring aus elf Monolithen, ursprünglich vielleicht zwölf; drei davon wurden wieder aufgerichtet. Die Kammer liegt heute offen, war aber wohl mit einem Kraggewölbe überdeckt.
Das Südwest-Ganggrab ist ähnlich gebaut. Von ursprünglich zwölf Monolithen im Ring sind elf erhalten; zwei wurden 1870 entfernt, als man die alte Straße verlegte. Mehrere Randsteine tragen Schälchen und Ringe, die Spuren von Felskunst. An der Kammer ist noch Kraggewölbe erhalten, ein Hinweis darauf, dass beide Ganggräber überdacht waren.
Zwischen den beiden Ganggräbern liegt der Ringcairn. Ein Ring aus Steinschutt ist von zwei Randsteinreihen eingefasst, von einer Plattform umgeben und von neun Monolithen umstellt; ursprünglich waren es vermutlich elf, drei wurden im 19. Jahrhundert wieder aufgerichtet. Drei lange Steinbänke, die „Rays“ oder Dämme, verbinden einige Steine mit dem äußeren Kerb. Zwei Randsteine mit Schälchen liegen dort, wo eine der Bänke auf den Ring trifft. Der Ringcairn hat weder Gang noch Dach; seine Kammer war offenbar immer offen und wurde in einer zweiten Phase gefüllt.
Der Kerncairn, in schlechterem Zustand, besteht aus 15 Randsteinen, die Baumwurzeln gestört haben. Der Archäologe Piggott grub hier 1953 und fand eine mögliche Grabgrube in der Mitte. Ein flacher roter Sandsteinblock auf der Ostseite trägt Schälchen und Ringe und bildet mit seinem Nachbarn eine symbolische Schwelle.

Welche Steine und welche Symbolik fallen auf?
Alle Gräber bestehen aus Material der Umgebung. Die Bauleute mischten Flusskiesel, gebrochene Platten aus rotem Sandstein und eiszeitliche Findlinge unterschiedlicher Geologie, darunter gebänderter Gneis und Konglomerate. Die Auswahl nach Farbe, Größe und Gestein war wohl eher symbolisch als praktisch: Rote und helle Steine, geordnet nach Höhe, bilden Muster. Die höchsten Randsteine stehen immer an der Seite des Eingangs, im Süden.
Die Felskunst ist absichtlich eingebaut: Schälchen und Ringe auf Randsteinen stammen von älteren Steinen, die die Erbauer wiederverwendeten. Daraus lässt sich schließen, dass der Ort schon vor dem Bau eine Bedeutung hatte. Die ganze Gestaltung, von der Wahl der Steine bis zur Gliederung des Monuments, deutet auf einen Gedankenreichtum, der zu den Besonderheiten der Gruppe zählt.
Die Gruppe verbindet Merkmale, die man sonst getrennt kennt: Ringcairns, Ganggräber und Steinkreise. Sie ähnelt jungsteinzeitlichen Bauten, die etwa tausend Jahre früher entstanden. Gerade diese Mischung machte die Clava-Cairns zum Namensgeber einer eigenen Gruppe ähnlicher Bauten, die es nur im Gebiet des Moray Firth und um Inverness gibt.
Was weiß man über das Alter und die Ausrichtung?
Lange hielt man die Cairns für jungsteinzeitlich. Die Untersuchungen des Archäologen Richard Bradley von 1994 bis 1996 lieferten die ersten wissenschaftlichen Daten: Nach den Radiokarbondaten stammen sie aus der Zeit um 2000 v. Chr., der frühen Bronzezeit. Bradleys Buch „The Good Stones“ von 2000 fasst diese Arbeit zusammen. Der Friedhof wurde in der späten Bronzezeit stark wiederverwendet und erweitert, und die Landschaft blieb über Jahrtausende heilig.
Besonders eindrucksvoll ist die Ausrichtung. Die Gänge der beiden Ganggräber zeigen nach Südwesten, dorthin, wo die Sonne zur Wintersonnenwende am Horizont untergeht. Der Gang des Nordost-Cairns weist zudem auf den Südwest-Cairn. Die Anlage liegt in einem Tal, das ebenfalls von Südwest nach Nordost verläuft. Die Präzision der Ausrichtung am Untergang der Wintersonne ist bemerkenswert und deutet auf Bezüge zu Jahreszeiten, Sonne und Mond hin; Zeremonien dürften diese Zyklen begleitet haben.
Von der Entdeckung bis zur Sicherung gibt es einen langen Faden an Berichten: Cosmo Innes beschrieb die Gräber 1858, ein Plan von Somerville stammt von 1910, 1924 entstand ein Foto vor Räumungsarbeiten, und in den 1930er-Jahren wurden Teile rekonstruiert. 1925 kam die Stätte in staatliche Obhut. Auch die Kapelle von Milton of Clava ist kaum erforscht, obwohl sie vielleicht auf eine lange Verbindung zum Friedhof deutet.
Warum kommen so viele Besucher, und was bedeutet das?
Die Stätte zählt zu den meistbesuchten vorgeschichtlichen Orten des schottischen Festlands. Besucherzähler wurden 2019 und 2020 eingebaut; geschätzt kamen über 111.000 Gäste. Der Zuwachs und die vielen organisierten Touren gehen vor allem auf die Romane und die Fernsehserie Outlander von Diana Gabaldon zurück; der erfundene Steinkreis Craigh na Dun wurde vermutlich von dieser Stätte angeregt. Mehr über Drehorte und Filmschauplätze steht auf der Seite Filmdrehorte.
Viele Menschen besuchen die Gräber auch aus spirituellen Gründen, besonders zu Ostern und zur Wintersonnenwende. Das macht die Pflege schwieriger, denn Besucherdruck gefährdet die Steine: Der Stumpf eines zehnten Steins im Ringcairn kam 1995 durch Erosion der Besucherwege zutage. Gehen Sie deshalb nur auf den markierten Wegen, klettern Sie nicht auf die Cairns und lassen Sie nichts zurück.
Vergleichbare Stätten finden Sie auf Orkney im Maeshowe und auf Lewis bei den Calanais Standing Stones.

Wie besuche ich die Clava Cairns?
Die Stätte ist ganzjährig geöffnet und ohne Eintritt. Neben dem Balnuaran of Clava gibt es einen Besucherparkplatz, und Tafeln erläutern die Anlage. Aktuelle Hinweise zu Anfahrt und Zugang gibt Historic Environment Scotland auf der Seite zum Ort. Bei Nässe sind die Wege weich; feste Schuhe sind sinnvoll.
Die Denkmalverwaltung betreut in der Region auch den Corrimony Chambered Cairn, einen weiteren der besterhaltenen Cairns dieser Gruppe, der sich gut mit einem Besuch in Clava verbinden lässt. Wer die Gräber im Zusammenhang sehen will, vergleicht die Anlage mit der Reihe im Kilmartin Glen und mit den Steinkreisen auf Lewis.
In der Nähe liegen das Schlachtfeld von Culloden und Cawdor Castle. Auch Fort George ist von Inverness aus ein naheliegendes Ziel. Die Anreise nach Schottland erklärt die Seite zur Anreise.
Wie alt sind die Clava Cairns?
Die Radiokarbondaten stellen sie in die frühe Bronzezeit um 2000 v. Chr.; der Friedhof wurde später erweitert.
Was ist der Unterschied zwischen Ganggrab, Ringcairn und Kerncairn?
Ganggräber haben einen Gang in die Kammer, der Ringcairn hat eine offene Kammer ohne Gang, und der Kerncairn ist ein bescheidener Ring aus 15 Randsteinen.
Wohin weisen die Gänge?
Nach Südwesten, zum Untergang der Sonne zur Wintersonnenwende.
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein, die Stätte ist ganzjährig frei zugänglich.
Hat die Stätte mit Outlander zu tun?
Der erfundene Steinkreis Craigh na Dun wurde vermutlich von den Clava Cairns angeregt; deshalb kommen viele Fans.
Passend dazu: East Aquhorthies, Tomnaverie.
Passend dazu: Loanhead of Daviot.
Passend dazu: Grey Cairns of Camster.
