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Castle Sween in Argyll: die älteste datierbare Steinburg des Festlands

Castle Sween in Argyll: die älteste datierbare Steinburg des Festlands

Castle Sween am Loch Sween in Knapdale, Argyll, ist die älteste sicher datierbare Steinburg auf dem schottischen Festland. Eine viereckige Ringmauer mit Strebepfeilern entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts, später kamen Türme hinzu. Die MacSweens, die Stewarts, die Lords of the Isles und die Campbells hielten sie, bis 1647 die Zerstörung folgte.

Castle Sween liegt auf einem niedrigen Felsrücken am Ostufer des Loch Sween. Vor der Mauer fällt der Blick über das Wasser hinaus bis zur Insel Jura. Die Burg ist eine Ruine, doch ihre Mauern sind so dick und hoch, dass sie bis heute wie eine Festung wirken. Vor ihr liegt eine kleine Insel, die man freiräumte, um dort Boote anlegen zu lassen.

Dieser Ratgeber erzählt, wer die Burg baute, wie sie sich über fünf Jahrhunderte veränderte und warum sie für das Verständnis der Seeherrschaft an Schottlands Westküste so wichtig ist. Er erklärt auch, was Archäologen fanden. Weitere Burgen und Stätten dieser Küste finden Sie im Sehenswürdigkeiten-Überblick.

LageOstufer des Loch Sween in Knapdale, Argyll; Blick über das Wasser bis zur Insel Jura
AlterRingmauer gegen Ende des 12. Jahrhunderts; älteste sicher datierbare Steinburg des Festlands
BauherrenMacSweens; später Stewarts, Lords of the Isles, MacNeils, MacMillans und Campbells
Bauwerkviereckige Ringmauer mit Strebepfeilern, Türme des 14. und 15. Jahrhunderts, Bootslandeplatz
Zerstörung1647 durch Sir Alexander Macdonald
BetreuungHistoric Environment Scotland; seit 1933 in staatlichem Besitz

Warum ist Castle Sween die älteste Burg des Festlands?

Die Burg hat nicht nur ein hohes Alter, sondern auch ein gesichertes. Ihre Datierung ruht auf der Bauweise: Die Mauern haben außen Eck- und Pilasterstrebepfeiler, aber keine Fenster, nur die Eingänge. Diese Merkmale gehören ins 12. Jahrhundert. Sie ist damit die älteste Steinburg auf dem schottischen Festland, die sich mit einiger Sicherheit datieren lässt. Gebaut wurde sie, als Argyll noch außerhalb des Königreichs Schottland lag.

Der Name geht auf Suibhne zurück, einen Häuptling irischer Abstammung und Vorfahr der MacSweens, nach dem auch der Loch benannt ist. Eine irische Chronik des 16. Jahrhunderts bestätigt, dass er die Burg errichtete. In einer Campbell-Geschichte heißt es später von „Dugal MacSwine von Skipnish“, seine Vorfahren hätten Knapdale und Kelislate besessen und „das große Haus Castle Swine“ gebaut.

Der Platz war schon vor der Burg besiedelt. In einer Höhle unter dem Fels fand man eine Steinaxt und einen Wetzstein, bei der Südwestmauer eine jungsteinzeitliche Steinkugel mit sechs Knoten, außerhalb des Tores eine Pfeilspitze. Die Funde zeigen, dass dieser Felsrücken schon lange Menschen anzog. Gefunden wurden sie bei Räumungsarbeiten des Ministry of Works in den 1920er Jahren. Sie liegen heute im Royal Museum of Scotland.

Wie ist die Ringmauer gebaut?

Der Kern der Burg ist ein viereckiger Hof, den eine Mauer aus Bruchstein umschließt. Sie ist rund zwei Meter dick und etwa acht Meter hoch. An den Ecken und in der Mitte der Seiten stützen flache Strebepfeiler die Wand. Das Hauptor sitzt im Sockel eines Pilasterstrebepfeilers und ist rundbogig. Auf der Südseite führt ein tonnengewölbter Durchgang ins Innere, auf der Westseite lag ein Tor zum Meer. Im Hof befindet sich ein Brunnen.

Fenster hat die Mauer nicht. Innen lehnten an drei Seiten leichte Gebäude an die Wand, deren Form man nicht mehr genau kennt. Gut möglich ist ein turmartiger Bau im Nordosten. Die Strebepfeiler ähneln denen der frühesten Phase von Aberdour Castle in Fife, was den Zeitraum bestätigt.

Dass die Burg am Meer steht und ein Tor zur See hat, ist kein Zufall. Das Wasser war der wichtigste Verkehrsweg des Westens. Der Bootslandeplatz auf der Insel vor der Burg zeigt, wie wichtig die See war. Dazu gab es vermutlich weitere Bauten, in denen man die Flotte versorgte und ihre Mannschaften unterbrachte. Bis heute sind sie nicht gefunden.

Die dicke Ringmauer von Castle Sween mit Strebepfeilern auf einem Felsrücken über dem Loch

Welche Türme kamen später hinzu?

Als die Stewarts die Burg übernahmen, begann ein umfassender Umbau. Im Jahrhundert nach 1262 errichteten sie an der Westseite zwei Türme. Der viereckige Turm entstand im frühen 14. Jahrhundert und bezieht Reste eines Flügels des 13. Jahrhunderts ein. An seine Nordseite lehnt sich ein kleiner runder Turm, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Der dreigeschossige Turm um 1300 bildet die Seeseite der Anlage.

Im 15. Jahrhundert folgte an der Nordostecke der rechteckige Wohnturm, der nach den MacMillans benannte Macmillan Tower. Im Keller lag die Küche, darüber die Wohnung des Herrn mit mindestens zwei Geschossen hochwertiger Räume. Vom ersten Stock ging es in eine große Halle im Hof, die die MacNeils von Gigha im 15. Jahrhundert in einem kräftigen Ostflügel bauten. Alle mittelalterlichen Gebäude im Hof wurden später abgebrochen, als man dort einen Brennofen errichtete, wahrscheinlich für Metallverarbeitung.

Zwei kleine Grabungen in den 1980er Jahren in der Osthälfte des Hofes zeigten, wie dicht der Platz genutzt wurde: Wohn- und Wirtschaftsbauten folgten aufeinander, am Ende stand ein Werkstattbereich. Mindestens fünf Nutzungsphasen ließen sich erkennen. Zu den Funden gehört ein Harfenwirbel aus dem 15. Jahrhundert, sehr ähnlich denen von Finlaggan auf Islay, dem Sitz der Lords of the Isles. Er weist auf Musik und Hofkultur der Herren des Westens hin.

Wer besaß die Burg, und wer kämpfte um sie?

Dougal MacSween und sein Vetter Murchadh gehörten Mitte des 13. Jahrhunderts zu den wichtigen Grundherren. Dougal erscheint als Zeuge in einer Urkunde der Abtei Paisley bald nach 1232. 1261 war er auch Herr des Hallenhauses von Skipness und schenkte der Abtei Paisley die Einkünfte der Kirche von Kintyre. Eine Urkunde von 1262, in der Walter Stewart, Earl of Menteith, die Schenkung bestätigt, erwähnt seinen eigenen Erwerb von Skipness von Dougal. Es ist die einzige Spur des Verlusts ihrer Güter.

Der Hintergrund ist das Ringen um den Westen. Im 13. Jahrhundert stritten der norwegische und der schottische König um Argyll und die Inseln. 1266 trat der norwegische König Magnus die Oberhoheit an den schottischen König ab. Die Stewarts hatten Knapdale da schon an sich gebracht. Die MacSweens versuchten während der Unabhängigkeitskriege, das Land von ihrer Burg Fanad in Donegal aus zurückzugewinnen. Ein Mitglied der Familie, John, führte im Auftrag von Edward I. von England eine Flotte im Firth of Clyde und besuchte Sween. Ein gälisches Gedicht im „Book of the Dean of Lismore“ feiert diesen Besuch. Der Versuch scheiterte.

Bis 1376 blieb die Burg bei den Stewarts, dann ging sie an John, den Herrn der Inseln. Ab 1430 hielten wechselnde Burgvögte die Anlage für die Lords of the Isles, darunter die MacNeils von Gigha und nach 1472 die MacMillans. Als die Lords of the Isles 1478 ihre Güter verloren, erhielt der Earl of Argyll wenige Jahre später ihre Länder in Knapdale. Seitdem waren Campbells die Burgvögte. So wurde Knapdale in den Besitz des Earl of Argyll eingegliedert.

Der Rundturm und die Hofmauer von Castle Sween vor dem Loch bei bewölktem Himmel

Wie endete die Zeit der Burg?

Im 17. Jahrhundert wurde die Burg noch einmal Schauplatz größerer Ereignisse. 1615 sammelte der Earl of Argyll hier seine Streitmacht für den Zug gegen Macdonald von Islay. 1646 diente sie als Umschlagplatz für Mehl, das aus Irland für die Regierungstruppen eingeführt wurde. Royalisten unter Colkitto, dem Leutnant von Montrose, griffen sie an. 1647 zerstörte Sir Alexander Macdonald sie endgültig. Danach teilten bäuerliche Pächter das Gelände unter sich auf, und die Mauern verfielen.

Der Hof ist heute offen, die Türme sind Ruinen, doch der Umriss der Anlage ist klar erkennbar. Der Charakter der Küste, mit Meerblick, Wald und kleinen Buchten, verleiht dem Ort einen malerischen Reiz.

Was gibt es in der Umgebung zu sehen?

Einige Kilometer südlich liegt die Kapelle von Kilmory Knap; in Sween selbst hat man keine Kapelle gefunden. Die Burg steht im Zusammenhang mit anderen Stätten der Küste: Skipness Castle und Lochranza Castle auf Arran sind verwandte Stätten; Fanad in Donegal, das ebenfalls den MacSweens gehörte, war ihr Ausgangspunkt im Kampf um Knapdale. Dunstaffnage Castle bei Oban, Finlaggan und viele weitere Burgen der Westküste, von Kisimul und Tioram im Norden bis zur Isle of Man im Süden, gehören zum Reich der Herren der Inseln.

Die nahe gelegene Landschaft von Kilmartin Glen liegt ebenfalls in Argyll und verbindet die Küstenfahrt mit Denkmälern der Vorzeit. Auf der Insel Jura, die man von der Burg aus sieht, setzt sich die Landschaft der Inseln fort.

Ungeklärt ist bis heute vieles: wie die frühe Burg geplant war, wann genau jedes Element entstand, wie weit die Siedlung vor der Burg reichte und wie man Galeeren und Mannschaften außerhalb der Mauern unterbrachte. Antworten darauf könnten nur Grabungen geben.

Wie plane ich den Besuch am Loch Sween?

Castle Sween liegt in Knapdale an der Westküste von Argyll, am Ufer des Loch Sween. Historic Environment Scotland betreut die Anlage; sie ist seit 1933 in Staatsbesitz. Rechnen Sie mit einem kurzen Besuch von etwa einer Stunde: Gehen Sie einmal um die Mauer, treten Sie durch das rundbogige Tor in den Hof und suchen Sie die Strebepfeiler, den Brunnen und den Macmillan Tower.

Der Besuch lässt sich gut mit der Küstenfahrt verbinden. Planen Sie die Fahrt über die Westküste auf der Seite zu den Rundreisen und suchen Sie mit unserem Ratgeber für den Mietwagen nach passenden Straßen.

Wann wurde Castle Sween gebaut?

Die viereckige Ringmauer entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts, die Türme des 14. und 15. Jahrhunderts kamen später hinzu.

Wer war Suibhne?

Ein Häuptling irischer Abstammung und Vorfahr der MacSweens. Nach ihm sind Burg und Loch benannt.

Wer hielt die Burg später?

Die Stewarts bis 1376, dann die Lords of the Isles mit Burgvögten wie den MacNeils von Gigha und den MacMillans, ab dem späten 15. Jahrhundert die Campbells, Earls of Argyll.

Wann wurde die Burg zerstört?

1647 zerstörte Sir Alexander Macdonald sie endgültig. Danach teilten Pächter das Gelände unter sich auf.

Was ist der Bootslandeplatz?

Eine kleine Insel westlich der Burg wurde freigeräumt, damit Boote dort anlegen konnten. Sie zeigt, wie wichtig die See als Verkehrsweg war.

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