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Castle Campbell bei Dollar: die Burg über dem Dollar Glen

Castle Campbell bei Dollar: die Burg über dem Dollar Glen

Castle Campbell steht auf einem schmalen Felssporn am Kopf des Dollar Glen in den Ochil Hills, eine Meile nördlich von Dollar. Als Castle Gloom entstand um 1400 ein Wohnturm, den die Earls of Argyll ab 1465 zu ihrer Residenz im Tiefland machten. John Knox predigte 1556 hier, Maria Stuart feierte 1563 eine Hochzeit, und nach 1654 verfiel die Burg.

Castle Campbell ragt hoch über einem Waldtal auf, zwischen den Schluchten der Burns of Care und Sorrow, mit Blick nach Süden über das Forth-Tal. Der Wohnturm, der Hallenbau von etwa 1500 und der Ostflügel von etwa 1590 zeigen in einer Anlage, wie sich eine Burg vom Erdhügel zum Hofschloss entwickelte.

Dieser Ratgeber erklärt, wie aus Castle Gloom die Residenz der Campbells wurde, was die Ausgrabungen verraten, welche Gäste die Burg beherbergte und wie Sie den Weg durch den Dollar Glen gehen. Die Campbells hatten ihren Hauptsitz in Inveraray; ihr Stadthaus in Stirling stellt die Seite zu Stirling vor.

LageFelssporn am Kopf des Dollar Glen, 1 Meile (rund 1,6 km) nördlich von Dollar, Clackmannanshire
AlterWohnturm um 1400; Hallenbau um 1500; Ostflügel und Turmaufbau um 1590
Namebis 1489 Castle Gloom, dann Castle Campbell
Staatliche Obhutseit 1950; Dollar Glen betreut der National Trust for Scotland
BesonderheitTerrassengarten, Loggia, Hallenbau nach dem Vorbild des King’s Old Building in Stirling
BesuchZugang zu Fuß durch den Dollar Glen oder mit dem Auto von Dollar

Wie liegt die Burg, und woher kommt der Name Gloom?

Castle Campbell steht auf einem schmalen Felssporn, der im Osten, Westen und Süden von den Schluchten der Burns of Care und Sorrow begrenzt wird. Im Norden steigen die Ochil Hills an. Die Namen der beiden Bäche sind offenbar Erfindungen der späten georgianischen Romantik. Der Platz hat wohl eine ältere Geschichte: Der grasbewachsene, künstlich wirkende Hügel unter dem Wohnturm deutet auf eine Motte des 12. oder frühen 13. Jahrhunderts, und ein zugeschütteter Graben trennte den Sporn vom Hinterland. Das Land gehörte damals den Bischöfen von Dunkeld, die bis zur Abschaffung des Bischofsamts in der schottischen Kirche 1698 die Lehnsherren blieben.

Die heutige Anlage geht überwiegend auf das frühe 15. Jahrhundert zurück. Ursprünglich hieß sie Castle Gloom; wer sie baute, ist ungewiss, vielleicht John Stewart, Lord of Lorn. Der Wohnturm misst 13 mal 9 Meter, hat vier Geschosse, dicke Mauern, grob behauene Quader und wenige Fenster. Bauweise und Datierung ähneln Crichton, das die Seite zu Crichton Castle beschreibt. Spuren von Brand und Wiederaufbau zeigen sich in der Halle des ersten Stocks.

Im Mittelalter lag Castle Campbell an einer Straße zwischen Stirling oder Alloa und Perth, die westlich der Burg vorbeiführte und durch die Ochils nach Glendevon lief. In den Hügeln ringsum finden sich zahlreiche Spuren, darunter möglicherweise ein Wildpark. 2012 grub die Ochil Landscape Partnership an einem Hügel westlich der Burg die Reste eines Steinbaus am Weg aus.

Wie kamen die Campbells an die Burg?

1463 wurde John Stewart auf Dunstaffnage Castle ermordet, ohne männlichen Erben. Colin, der erste Earl of Argyll, nutzte die Lage: Durch seine Heirat mit Isabel, Johns ältester Tochter, besaß er bis 1466 alle nicht gebundenen Güter. Johns Bruder Walter wollte die Ländereien zurückholen und wurde von Papst Paul II. exkommuniziert, weil er angeblich ein Haus samt Turm in Glowm zerstört hatte; Colin war 1465 und 1466 selbst in Rom. Vermutlich ließ er den Wohnturm instand setzen und umbauen.

1488 und 1489 führte Colin den Aufstand gegen Jakob III. mit an. Nach dem Tod des Königs bei Sauchieburn wurde er zum einflussreichsten Politiker der Regierung für den minderjährigen Jakob IV. Er erreichte, dass Castle Gloom in Castle Campbell umbenannt wurde, ein Zeichen dafür, dass er das Ansehen der Familie im Tiefland heben wollte. Castle Campbell wurde ihre wichtigste Residenz im Tiefland, neben dem Hauptsitz Inveraray am Loch Fyne.

Colins Sohn Archibald, der zweite Earl, baute nach 1492 einen neuen Hallenbau gegenüber dem Turm. Er fiel 1513 bei Flodden. Der Hallenbau ähnelt dem King’s Old Building, das Jakob IV. in Stirling Castle bis 1496 errichten ließ; vermutlich arbeiteten dieselben königlichen Maurer an beiden. Die Rollen der Familie in der Geschichte des Landes erläutert die Seite zur Geschichte.

Der Dollar Glen mit einem Bach in der moosigen Schlucht und herbstlichem Laub

Wie wurde die Anlage erweitert und umgebaut?

Der Hallenbau enthielt im ersten Stock einen großen Saal, eine Nebenkammer und eine Küche über gewölbten Kellern. Zwei Treppentürme mit achteckigen Aufsätzen flankierten den Hof und waren durch eine hölzerne Galerie verbunden. Die Südwand der Halle hatte große Fenster mit Blick über das Forth-Tal; der Terrassengarten davor entstand vermutlich zur selben Zeit. Die Halle war hoch überdacht, an den Enden lagen zwei Geschosse mit privaten Kammern.

Um 1590, nicht erst um 1600, wie oft zu lesen ist (das Inventar von 1595 belegt es), bauten die Campbells den Ostflügel und die oberen Geschosse des Turms um. Im Inneren erhielten das oberste Geschoss des Turms und die Erdgeschossräume des Ostflügels steinerne Gewölbe mit parallelen Rippen. In der Turmdecke sitzen zwei „grüne Männer“, aus deren Mündern Öllampen hingen. Der Hof zeigt eine feine Fassade mit Gesimsen und zweiteiligen Fenstern; zwei Galerien und eine Loggia mit zwei Jochen öffnen sich zum Hof.

Eine Loggia ist in Schottland eine große Seltenheit. In Crichton blieb eine noch prächtigere vollständig erhalten, von weiteren sind Reste in Huntly Castle und St Andrews zu sehen. Sie deutet auf klassische Einflüsse aus dem Renaissance-Europa hin, die damals das Land erreichten. Ähnlich wie bei Huntly und Rowallan entwickelte sich die Burg von der Motte zum ausgereiften Hofschloss.

Welche Gäste und Ereignisse prägten die Burg?

1556 wohnte John Knox mehrere Tage als Gast des vierten Earl, eines der ersten großen Adligen, die die Reformation unterstützten. Knox predigte vor einer großen Gemeinde und schrieb vor seiner Abreise nach Genf den „Letter of Wholesome Counsel“, in dem er Lairds und Hausherren zu christlichem Leben, täglichem Gebet und wöchentlicher Bibellesung ermahnte.

1563 feierte Maria Stuart auf Castle Campbell die Hochzeit ihres Verwandten James Stewart, Lord Doune, mit Margaret, der Schwester des fünften Earl. Zu den Festlichkeiten gehörten Bankette und Maskenspiele, bei denen Gäste als Schäfer mit Lauten auftraten. Zwei Jahre später schloss sich der Earl im „Chase-about Raid“ dem Aufstand gegen Maria an, und die Königin und Darnley nahmen die Übergabe der Burg entgegen.

Das Inventar von 1595 für den siebten Earl liefert wertvolle Auskünfte zu Räumen und Möblierung. 1641 wurde der achte Earl zum ersten Marquis of Argyll ernannt, führte aber bald die Covenanters an, und die Burg wurde zu einem Stützpunkt der Bewegung. 1645 verwüstete Montrose das Umland auf dem Marsch nach Kilsyth; die MacLeans, lange mit den Campbells verfeindet, scheiterten bei dem Versuch, die Burg zu nehmen.

Wie endete die Zeit der Campbells auf der Burg?

1651 setzte Archibald Karl II. in Scone die Krone auf, erklärte sich kurz darauf aber für Oliver Cromwell. Englische Soldaten besetzten die Burg. 1654 griff eine royalistische Truppe sie an, und ein Brand richtete schwere Schäden an. Bei Grabungen im Hallenbau 1982 fanden Archäologen stark verkohlte Holzböden als Beleg. Archibald wurde 1661 als Hochverräter hingerichtet. Sein Sohn erhielt 1663 den Earlstitel zurück und zog ins Stadthaus nach Stirling, das er zum Argyll’s Lodging ausbaute. Die Burg verfiel.

1715 besetzte der zweite Duke of Argyll sie während des Jakobitenaufstands mit einer kleinen Truppe, doch es kam zu keinen Kämpfen. 1805 verkaufte der sechste Duke die Burg an Crawford Tait von Harvieston, womit die Verbindung der Campbells endete. 1874 und 1875 ließ Sir James Orr die Burg untersuchen und sichern. 1948 vertraute Mr. Kerr von Harvieston Burg und Glen dem National Trust for Scotland an; seit 1950 sorgt der Staat für die Burg und der Trust für den Glen. 1956 erhielt der Turm ein Satteldach mit Treppenturm.

In den frühen Jahren der Staatsobhut wurden der Terrassengarten teilweise ausgegraben und rekonstruiert und der Hof bis auf den Fels geräumt. Weite Teile, darunter der Hügel unter dem Turm und der Garten im Westen, wurden nie berührt.

Der Hof mit der Ruine des Hallenbaus und den großen Fenstern von Castle Campbell

Wie komme ich nach Castle Campbell?

Sie erreichen die Burg mit dem Auto von Dollar aus oder, anstrengender und eindrucksvoller, auf dem Weg durch den Dollar Glen entlang der Burns of Care und Sorrow. Die Schlucht ist ein eigenes Ziel. Eintritt, Zeiten und Hinweise zu Wegen und Einschränkungen veröffentlicht Historic Environment Scotland auf der Seite zur Burg; prüfen Sie diese vor der Reise.

Die Burg liegt in Clackmannanshire am Fuß der Ochils. Die Region beschreibt die Seite zu Zentralschottland, die Anreise ins Land die Seite zur Anreise.

Woher kommt der Name Castle Campbell?

Die Burg hieß zuerst Castle Gloom; Colin, der erste Earl of Argyll, ließ sie nach 1488 in Castle Campbell umbenennen.

Was geschah 1556 auf der Burg?

Der Reformator John Knox wohnte mehrere Tage hier, predigte und schrieb den „Letter of Wholesome Counsel“, bevor er nach Genf ging.

Wann kam Maria Stuart nach Castle Campbell?

1563 feierte sie hier die Hochzeit von James Stewart, Lord Doune, mit Margaret Campbell.

Wer betreut Burg und Glen?

Die Burg betreut seit 1950 der Staat, den Dollar Glen der National Trust for Scotland.

Wann gaben die Campbells die Burg auf?

Nach 1663 zog der neunte Earl nach Stirling und ließ die Burg verfallen; 1805 verkauften die Campbells das Anwesen.

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