Caerlaverock Castle bei Dumfries ist die einzige dreieckige Burg Großbritanniens. Die Maxwells bauten sie um 1277 mit Wassergraben, Zwillingstorhaus und Rundtürmen. Edward I. belagerte sie im Juli 1300, die Covenanters 1640. Im Hof steht das Nithsdale Lodging von 1634, ein Renaissancebau. Der Eintritt ist kostenpflichtig, gebucht wird online.
Caerlaverock Castle sieht so aus, wie man sich eine mittelalterliche Burg vorstellt: ein Wassergraben, eine Zugbrücke, ein mächtiges Torhaus aus rotem Sandstein. Dazu kommt ein Grundriss, der in Großbritannien einmalig ist, denn die Mauern bilden ein Dreieck, an dessen Ecken Türme stehen. Im Hof wirkt der Renaissancebau der Maxwells wie ein Kontrast zu den strengen Mauern.
Dieser Ratgeber erklärt die beiden Burgen von Caerlaverock, den Bau um 1277, die Belagerung durch Edward I. im Jahr 1300, die Umbauten bis zur Zerstörung 1640, das Nithsdale Lodging mit seinen Steinmetzarbeiten, die Funde aus dem Graben und den Besuch. Die nahe Ruine Sweetheart Abbey liegt nur vier Meilen entfernt; einen Überblick über die Region gibt die Seite zu Südschottland.
| Lage | Castle Road End, Dumfries, DG1 4RU; etwa 8 Meilen von Dumfries |
|---|---|
| Gebaut | Neue Burg um 1277 durch die Maxwells; Vorgängerburg um 1229 |
| Grundriss | dreieckig, Rundtürme an den Ecken, Zwillingstorhaus im Norden |
| Belagert | 1300 durch Edward I., 1640 durch die Covenanters (13 Wochen) |
| Renaissancebau | Nithsdale Lodging, Datumsstein 1634 |
| Eintritt | kostenpflichtig, Online-Buchung empfohlen; Preise und Zeiten wechseln mit der Saison und stehen bei Historic Environment Scotland |
Fragen, die wir beantworten
- Warum gibt es zwei Burgen in Caerlaverock?
- Wer waren die Maxwells von Caerlaverock?
- Wie ist die dreieckige Burg gebaut?
- Was geschah bei der Belagerung von 1300?
- Was ist das Nithsdale Lodging?
- Wie endete die Geschichte der Burg 1640?
- Welche Natur und welche Umgebung gehören zu Caerlaverock?
- Wie besuche ich Caerlaverock Castle?
Warum gibt es zwei Burgen in Caerlaverock?
Caerlaverock hat zwei Burgen. Die ältere, die „Old Castle“, entstand in den 1220er-Jahren; ein Balken der Zugangsbrücke wird auf etwa 1229 datiert. Sie stand auf einer trapezförmigen Plattform von etwa 30 mal 27 Metern, umgeben von einem Wassergraben. Südlich lag ein 70 Meter langes Becken, das als Gezeitenhafen diente, nordwestlich und nordöstlich lagen zwei Vorhöfe. Zuerst bestand die Burg aus einer Holzhalle an der Südseite und einem davon getrennten Steinbau mit Kammern an der Ostseite. Im Lauf von rund fünfzig Jahren wurde die Holzhalle durch eine dreijochige Steinhalle ersetzt, ein Mauerring entstand, dazu kamen vier kleine Ecktürme.
Um 1277 baute man nur etwa 200 Meter nordwestlich eine neue, weit größere Burg. Der Anlass war wohl die Bodensenkung an der alten, die nahe an den Salzwiesen lag. Dass der Boden nachgab, zeigen Setzungen im Mauerwerk; die drei zusätzlichen Türme dienten wohl als Stütze. Die Ausgrabungen von 1998 und 1999 machten die alte Burg zur am besten untersuchten Wasserburg Schottlands: Man fand eine für Schottland sehr seltene Anlage aus Halle und Kammerbau, die sich in nur fünfzig Jahren von einem fast ganz hölzernen zu einem fast ganz steinernen Bau wandelte.
Heute sind von der alten Burg Steinfundamente auf einem grasbewachsenen Hügel zu sehen, umgeben von einem breiten Graben. Ein Naturlehrpfad verbindet beide Burgen. Der Name Caerlaverock lässt sich als „Burg der Lerche“ oder „Ulmenburg“ deuten; beide Herleitungen sind möglich.
Wer waren die Maxwells von Caerlaverock?
Die Maxwells gehörten zu den wichtigsten Adelsfamilien der Westmark im Süden Schottlands. In vierhundert Jahren hielten sie hohe Staatsämter, darunter Kämmerer von Schottland, Oberrichter von Galloway und Sheriffs von Dumfries und Teviotdale. Zu ihrem Besitz gehörten neben Caerlaverock die königlichen Burgen Lochmaben und Threave. Die Familie stammt von einem Gut namens Maccuswell bei Roxburgh. Die alte Burg ließ wohl John de Maxwell bauen, Kämmerer Alexanders II.; die neue wohl sein Sohn Herbert, als die Familie im Rang stieg.
Herbert Maxwell war 1291 einer der Adligen, die über die Thronfolge entschieden, nachdem Königin Margarete 1290 ohne Erben gestorben war. Er stimmte für seinen Nachbarn John Balliol. In den Unabhängigkeitskriegen wechselte die Familie mehrmals die Seiten. 1424 erhob Jakob I. Herbert Maxwell zum Lord Maxwell, weil er ihm bei der Rückkehr aus englischer Gefangenschaft geholfen hatte. Nach dem Sturz der Black Douglas 1455 verdrängten die Maxwells diese als führende Macht der Westmark. Im Jahr 1513 fiel der vierte Lord bei Flodden, doch die Familie erholte sich. Robert, der fünfte Lord, gehörte 1536 und 1537 zu sechs Regenten während der Abwesenheit Jakobs V. in Frankreich.
Die Maxwells blieben Katholiken. Nach der Reformation von 1560 und der Flucht der Maria Stuart 1568 unterstützten sie die Königin weiter. Nach ihrer Hinrichtung 1587 plante John, der achte Lord, mit Spanien gegen England. Er verstärkte dafür die Verteidigung von Caerlaverock. Trotz der Niederlage der Armada behielt die Familie ihre Stellung: Jakob VI. gab ihr Burgen und Güter zurück und machte Robert Maxwell 1620 zum ersten Earl of Nithsdale. Die Krone konnte offenbar auf das Wissen der Familie in der Grenzverwaltung nicht verzichten.
Wie ist die dreieckige Burg gebaut?
Die neue Burg ist eines der am besten erhaltenen Beispiele für eine Burg des 13. Jahrhunderts mit Ringmauer in Großbritannien. Ihr Grundriss ist ein Dreieck, etwa doppelt so groß wie die alte Burg. Rundtürme stehen im Südwesten und Südosten, im Norden das Zwillingsturm-Torhaus gegenüber dem Landzugang; dort lagen die Haupthalle und die privaten Räume der Maxwells. Ein breiter, wassergefüllter Graben umgibt die Mauer; eine Zugbrücke führte durchs Torhaus, an der Südseite gab es eine Hinterpforte. Die Fallgatter, die zahlreichen schaufelförmigen Schießscharten und die gleichförmige Anlage gehören zum 13. Jahrhundert. Das Torhaus ist der einzige Bau, der unmittelbar auf dem Felsen steht, der Rest ruht auf aufgeschüttetem Grund. Dass der Boden nachgab, zeigen Setzungen am Südwestende des Torhauses.
Im 14. Jahrhundert wurde die Burg nach Zerstörungen mehrfach repariert. Aus den Brückenhölzern lassen sich Jahre ablesen: Die erste Brücke stammt von etwa 1277, eine große Reparatur von 1333, eine ganz neue Brücke mit Hubteil von 1371. Im frühen 15. Jahrhundert folgte die dritte Brücke; um diese Zeit wurden die Mauerkronen erhöht und mit dreifach gestuften Zinnen versehen, die denen von Bothwell Castle auffallend ähneln. Die Pechnasen an den Türmen stammen aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert. Im Inneren entstand um 1500 ein neuer Westflügel mit schönen Kaminen.
Im 16. Jahrhundert rüstete man die Burg für Feuerwaffen auf: Die Türme des Torhauses erhielten weite Geschützscharten, wie sie in Schottland nach 1513 aufkamen, und außerhalb des alten Grabens wurde ein neuer Außengraben ausgehoben. Eine königliche Residenz der Renaissance zeigt die Seite zu Linlithgow Palace.
Was geschah bei der Belagerung von 1300?
Im Juli 1300 belagerte Edward I. von England die Burg selbst. Die kleine Besatzung ergab sich innerhalb von zwei Tagen vor dem gesamten englischen Heer. Von der Belagerung berichtet ein zeitgenössisches Gedicht in französischer Sprache, das wohl ein Herold im Gefolge des Königs verfasste. Es besteht aus einem Wappenverzeichnis aller anwesenden englischen Ritter und einer genauen, wenn auch romantisierten Schilderung der Belagerung. Es enthält das wohl älteste erhaltene englische Wappenverzeichnis und ist ein Augenzeugenbericht über Logistik, Taktik und Ablauf einer Belagerung dieser Zeit.
Die Burg wird dort mit einem Schild verglichen: Sie habe nur drei Seiten, an jeder Ecke einen Turm, einer davon doppelt, so hoch, so lang und so breit, dass darunter das Tor mit der Zugbrücke liege. Daran erkennt man die dreieckige Burg sofort. Nach der Belagerung wurde die Burg stark beschädigt. Um 1312 belohnte Robert Bruce Eustace Maxwell dafür, dass er die Burg „zerstört“ hatte, um sie für die Engländer unbrauchbar zu machen. Wie weit die Zerstörung ging, lässt sich nicht mehr sagen. Zu den Funden zählen Speer- und Pfeilspitzen, Dolche und Äxte aus mehreren Epochen, zahlreiche Steinkugeln, die wohl Wurfmaschinen dienten, und eine Pulverkammer für ein kleines Geschütz des 16. Jahrhunderts.
Neben der Burg stehen im Besucherbereich zwei Nachbauten mittelalterlicher Belagerungsgeräte, ein Trebuchet und ein Mangonel. Wer den Kampf um Burgen noch genauer kennen will, findet auf der Seite zum Castle Trail weitere Anlagen.
Was ist das Nithsdale Lodging?
Mit dem Aufstieg zum Earl of Nithsdale 1620 ließ Robert Maxwell sein Wohnhaus großzügig umbauen. Ein Zeitgenosse nannte es das „zierliche Gebilde seiner neuen Wohnung“. Der Bau begann nach der Thronbesteigung Karls I. im Jahr 1625 und war Mitte der 1630er-Jahre fertig; der Datumsstein am erhaltenen Ostflügel nennt 1634. Der Earl rechnete wohl mit einem Besuch des neuen Königs bei dessen Krönungsreise, die 1633 stattfand. Es entstand ein L-förmiges Haus an Süd- und Ostseite des Hofs mit großen Fenstern in den Außenmauern und einer prunkvollen Fassade zum Hof.
Vom Südflügel mit den Prunkräumen blieb nach dem Beschuss wenig. Der Ostflügel steht aber fast unverändert, mit einer Fülle von Steinmetzarbeiten auf den Fensterverdachungen. Als Vorlagen dienten wohl die Emblembücher von Andrea Alciato (1621) und Francis Quarles (1635). Zu sehen sind etwa der geschändete Leichnam des Patroklos und der gefesselte Prometheus mit einem Vogel, der an der Kette pickt. Sie könnten auf Ereignisse im Leben des Earls anspielen. Der Earl war 1624 nach Rom gesandt worden, um die Dispens für die Heirat Henrietta Marias mit dem Prinzen Charles zu erwirken.
Dazu kam ein neuer, kleinerer fester Zugang mit Damm am Eingang und ein steinernes Außentor, das noch neben dem Besucherzentrum steht. Der Bau passt zum Frieden in den Borders seit der Union der Kronen 1603. Die Inventare von etwa 1640 nennen fünf Betten, zwei davon aus Seide, 20 Betten für Diener, 40 Teppiche und eine Bibliothek. Das sind die Möbel eines Landhauses, nicht einer Festung.
Wie endete die Geschichte der Burg 1640?
Der Streit Karls I. mit seinen schottischen Untertanen führte 1637 zum Nationalen Covenant, und die katholischen Maxwells waren für die presbyterianischen Covenanters ein Ziel. Am 29. Juni 1640 griffen sie die Burg unter Oberstleutnant John Home an. Die Belagerung dauerte bis zum 26. September, rund dreizehn Wochen, dann ergab sich die Besatzung auf Anweisung Karls I. Die Geschütze der Covenanters zerstörten die südliche Ringmauer, einen Großteil des Südflügels und den Südostturm. Danach wurde die Burg geplündert. Außer einer Reitereinheit der Covenanters, die 1644 hier lag, hat danach niemand mehr dort gewohnt.
Schon im 18. Jahrhundert war die Ruine ein Gegenstand antiquarischer Neugier. Zwischen 1955 und 1966 grub Iain MacIvor an der neuen Burg und fand aus dem Graben rund um die Brücken feines Leder, Holzgegenstände, Keramik und Waffen. Das Wasser im Boden erhielt Stoffe, die sonst vergehen: ein reich verzierter Stiefelteil des frühen 15. Jahrhunderts, ein Lederwams mit Fabelwesen und eine Lederhülle mit dem Wappen der Maxwells. Hinzu kommen Silberreste, Laternen, Messer, Schlüssel und Kämme. Bei der alten Burg fand man Scherben eines islamischen Glasgefäßes aus Syrien, dem Irak oder Ägypten, vielleicht ein Souvenir eines Kreuzfahrers.
Etwa 95 Prozent der Keramik der alten und 80 Prozent der neuen Burg stammen von Kannen, was für einen Sitz hohen Ranges spricht. Bei den Tierknochen überwiegen Rind, Schaf und Schwein.
Welche Natur und welche Umgebung gehören zu Caerlaverock?
Zu Caerlaverock gehören offene Wiesen und ein sumpfiger Erlenwald, der „Alder Carr“. Das Gelände grenzt an das Caerlaverock Nature Reserve; auf dem Burggelände liegen 15 Lebensräume, darunter halbnatürlicher alter Wald, Sumpf, Teiche und ungedüngtes Grasland. Dass sie so erhalten blieben, ist dem Schutz der Burg als Denkmal zu verdanken. Historic Environment Scotland zählt Caerlaverock zu den wichtigsten Naturflächen unter seinen Anlagen.
Die Küste war schon in der Römerzeit wichtig: Im 1. Jahrhundert n. Chr. bauten die Römer ein Fort auf dem Ward Law, möglicherweise zum Schutz eines Hafens. Der Hafen bei der alten Burg war im späten ersten Jahrtausend wohl ein Handelsplatz. Seit 2019 läuft ein Forschungsprogramm, das untersucht, wie Küstenstürme im Mittelalter die Burg beeinflussten und ob sie den Umzug ins Landesinnere auslösten.
Wie besuche ich Caerlaverock Castle?
Die Burg liegt an der Castle Road End, rund 8 Meilen südlich von Dumfries. Der Eintritt ist kostenpflichtig, die Buchung erfolgt am besten online im Voraus; Mitglieder von Historic Environment Scotland haben freien Eintritt. Öffnungszeiten, Preise und gesperrte Bereiche wechseln und stehen auf der Seite von Historic Environment Scotland. Im Besucherzentrum gibt es Funde aus den Grabungen, einen Shop und Toiletten. Für Kinder gibt es Angebote: Sie können sich verkleiden, dazu gibt es einen Kinderpfad und ein Quiz.
Das Besucherzentrum ist stufenlos erreichbar, zur Burg geht es rund 200 Meter bergauf, in Grabennähe steigt das Gras steil an. Zwei Parkplätze mit verstärktem Rasen liegen leicht geneigt, am Besucherzentrum kann man aussteigen. Hunde sind im Freien willkommen, Assistenzhunde auch in überdachten Bereichen. Die meisten Gäste kommen mit dem Auto; die Anreise mit dem Bus ist möglich. Wie man nach Schottland kommt, steht auf der Seite zur Anreise.
Zur Burg passt ein Ausflug in die Umgebung: Sweetheart Abbey liegt vier Meilen entfernt, der New Abbey Corn Mill ebenfalls vier, das Ruthwell Cross fünf und Lincluden Collegiate Church neun Meilen.
Warum ist Caerlaverock Castle dreieckig?
Die Anlage ist ein Dreieck mit je einem Turm an den Ecken; diese Form ist in Großbritannien einmalig. Der Bau um 1277 war größer als die Vorgängerburg, die wegen Bodensenkung aufgegeben wurde.
Wann wurde die Burg belagert?
Im Juli 1300 von Edward I. von England und 1640 von den Covenanters; die zweite Belagerung dauerte rund dreizehn Wochen.
Was ist das Nithsdale Lodging?
Ein Renaissancehaus im Burghof, das Robert Maxwell, der erste Earl of Nithsdale, bis 1634 bauen ließ; der Ostflügel steht noch.
Wer waren die Maxwells?
Eine der wichtigsten Adelsfamilien im Süden Schottlands; sie besaßen Caerlaverock rund vierhundert Jahre als Hauptsitz.
Kostet der Besuch Eintritt?
Ja; Mitglieder von Historic Environment Scotland haben freien Eintritt. Eine Online-Buchung wird empfohlen.
