Blackness Castle liegt am Südufer des Firth of Forth bei Linlithgow und wird „das Schiff, das nie ausgelaufen ist“ genannt: ein Bug im Wasser, ein Heck an Land. Die Festung aus dem 15. Jahrhundert war Staatsgefängnis, Garnison und Munitionsdepot. Eintritt online 7,50 Pfund (Stand Oktober 2026).
Blackness Castle sieht aus wie ein Kriegsschiff aus Stein, das an einer Landzunge im Firth of Forth festgemacht hat. Drei Türme bilden Bug, Hauptmast und Heck, die Mauern fallen steil zum Wasser ab, und bei Ebbe liegt davor ein breiter Streifen Schlick. Wer von den Türmen und der Wehrmauer schaut, sieht über die Förde bis zu den Brücken über den Forth.
Dieser Ratgeber erklärt die Geschichte der Festung, ihre Rolle als Gefängnis und Filmkulisse, den Rundgang über Türme und Wehrgang sowie Zeiten, Preise und Anreise. Die nächste große Königsruine der Gegend ist Linlithgow Palace, der Bahnhof von Linlithgow ist zugleich dein Ausgangspunkt für beide.
| Lage | Blackness bei Linlithgow, EH49 7NH, Südufer des Firth of Forth |
|---|---|
| Bauzeit | 15. Jahrhundert, für die Familie Crichton |
| Umbau | 1537 bis 1542 zum Staatsgefängnis und zur Artilleriefestung |
| Belagerung | 1650 durch Oliver Cromwells Geschütze, danach Kapitulation |
| Öffnungszeiten | 1. April bis 30. September täglich 9.30 bis 17 Uhr, 1. Oktober bis 31. März täglich 10 bis 16 Uhr (Stand Oktober 2026) |
| Eintritt online | Erwachsene 7,50 £, Senioren 6 £, Kinder 7 bis 15 Jahre 3,50 £ |
| Anreise | Bahn bis Linlithgow, Bus F49 bis Blackness Square, Radroute NCR 76 |
Fragen, die wir beantworten
Wer baute Blackness Castle, und wozu?
Im 15. Jahrhundert ließ die Familie Crichton, eine der mächtigsten Familien Schottlands, hier eine Burg als Wohnsitz errichten. Im Mittelalter diente der Hafen von Blackness der königlichen Stadt Linlithgow, die ein Stück landeinwärts liegt.
Aus dem Herrenhaus wurde im 16. Jahrhundert ein Bollwerk. 1537 begann Jakob V. damit, die Anlage zum Staatsgefängnis und zur Artilleriefestung umzubauen. Auslöser war die Bedrohung durch das England Heinrichs VIII. 1542 waren die Arbeiten abgeschlossen und damit kurz vor den Kriegen des „Rough Wooing“.
Schon 1543 zeigte sich der neue Zweck der Festung: Kardinal David Beaton, Erzbischof von St Andrews, wurde hier als hochrangiger Gefangener festgehalten. Beaton war einer der wichtigsten Gegenspieler des Earl of Arran, der als Regent für die kleine Maria Stuart regierte. Blackness war damit mehr als ein Küstenfort, es war ein Ort, an dem die Politik des Königreichs entschieden wurde.
Im Jahr 1650 hatten Oliver Cromwells schwere Geschütze die Verteidigung so zerschlagen, dass die Besatzung kapitulierte. Die Narben dieser Belagerung sind bis heute an den Mauern zu sehen. In den 1670er und 1680er Jahren, der Zeit der Verfolgung, die als „Killing Time“ in Erinnerung blieb, sperrten Karl II. und Jakob VII. viele Covenanter hier ein, Protestanten, die sich der königlichen Kirchenpolitik verweigerten.
Auch später blieb Blackness ein Gefängnis: Im späten 18. Jahrhundert hielt man hier ausländische Seeleute und Soldaten fest, die in den Kriegen mit Frankreich, Spanien und den jungen Vereinigten Staaten gefangen genommen worden waren. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Festung zum Munitionsdepot. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie außer Dienst gestellt und kam in staatliche Obhut, seither ist sie für Besucher geöffnet.
Warum heißt Blackness das Schiff, das nie ausgelaufen ist?
Der Spitzname beschreibt die Form genau. Auf der Wasserseite läuft die Festung in einem spitzen Bug aus, einem kleinen Turm am Vorsteven. Dahinter erhebt sich der hohe Mittelturm, der „Großmast“, und am anderen Ende steht ein massiver, fast quadratischer Block, das „Heck“. Spitz zur Förde, breit zum Land: Die Linie wirkt, als sei ein Schiff im Moment des Ablegens versteinert.
Der Heckturm ist ein gewaltiger Mauerblock. Durch Schießscharten für Kanonen konnte aus ihm in alle Richtungen gefeuert werden, sodass die Festung nach allen Seiten Feuerkraft hatte.
Auf dem Rundgang kannst du die Türme besteigen und über die Wehrmauer gehen. Der Weg ist abwechslungsreich, aber nicht für jeden gleich gut machbar: Der Südturm ist über eine rohe Felstreppe und eine Wendeltreppe aus Stein mit 51 Stufen zu erreichen, der Wehrgang beginnt im Südturm. Im Nordturm führen 16 Holzstufen mit Handlauf in das erste Obergeschoss, in den oberen Ebenen von Mittel- und Nordturm geht es über steinerne Wendeltreppen ohne Handlauf.

Welche Filme und Serien wurden in Blackness gedreht?
Die Festung ist eine der gefragtesten historischen Kulissen Schottlands. In der ersten Staffel der Serie Outlander steht sie für Fort William, den Sitz des Hauptmanns Black Jack Randall; dort wird Jamie ausgepeitscht. Im Film Mary Queen of Scots (2019) mit Saoirse Ronan und Margot Robbie diente sie ebenfalls als Kulisse, und in Outlaw King spielt sie das Yorkshire Castle, in dem Elizabeth, gespielt von Florence Pugh, gefangen gehalten wird.
Älter sind Hamlet von 1990 mit Mel Gibson und Glenn Close sowie The Bruce von 1996 mit Brian Blessed und Oliver Reed. Wer weitere Drehorte der Region besuchen möchte, findet sie im Beitrag Filmdrehorte in Schottland. Zu den Orten in staatlicher Obhut, die in Outlander vorkommen, gehören außerdem Doune Castle als Castle Leoch, Craigmillar Castle als Ardsmuir-Gefängnis und Linlithgow Palace als Wentworth-Gefängnis.
Was gibt es rund um die Festung zu sehen?
Die Küste östlich der Burg gehört zum Schutzgebiet „River Forth Site of Special Scientific Interest“. Der Strand und die Schlickflächen sind ein wichtiges Nahrungsgebiet für Vögel, die im Winter hier bleiben. Auf dem Vorland wächst Queller, eine seltene Pflanze, die Salzwasser verträgt. Nimm Ferngläser mit, wenn du im Winterhalbjahr kommst, und bleib auf den Wegen, damit die Tiere nicht aufgescheucht werden.
Der Ort Blackness selbst ist klein; vom Parkplatz der Festung bis zum Dorfplatz ist es nicht weit. Eine Ergänzung zum Burgenbesuch ist der Weg zum Nachbarort: Auf der National Cycle Route 76 erreichst du Blackness mit dem Fahrrad, die Strecke folgt der Küste des Forth. Wer Zeit hat, verbindet die Festung mit dem Besuch von Linlithgow Palace, denn beide Ruinen erzählen die Geschichte der Stewart-Könige aus verschiedenen Blickwinkeln.

Was kostet der Eintritt, und welche Regeln gelten?
Vom 1. April bis 30. September ist die Festung täglich von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet, vom 1. Oktober bis 31. März täglich von 10 bis 16 Uhr. Der letzte Einlass ist 45 Minuten vor Schluss. Geschlossen ist am 25. und 26. Dezember sowie am 1. und 2. Januar.
Online im Voraus zahlen Erwachsene (16 bis 64 Jahre) 7,50 Pfund, an der Kasse 8,50 Pfund. Senioren zahlen online 6 Pfund, vor Ort 6,80 Pfund. Kinder von 7 bis 15 Jahren zahlen online 3,50 Pfund, vor Ort 4 Pfund. Schottische Jugendliche und junge Erwachsene von 7 bis 25 Jahren mit Young-Scot- oder National-Entitlement-Karte zahlen 1 Pfund. Mitglieder kommen frei hinein, ebenso bis zu zwei Begleitpersonen von Besuchern mit Behinderung. Wer ohne Auto anreist, erhält bei Online-Buchung mit dem Code GOOD25 25 Prozent Rabatt, wenn er bei Ankunft Bus- oder Bahnticket oder das Fahrrad vorzeigt.
Der Parkplatz ist klein und nur für Ticketinhaber, er wird vom Personal kontrolliert. Im Sommer darfst du 90 Minuten stehen, im Winter 75 Minuten. Für größere Fahrzeuge ist der Platz sehr knapp, melde dich vorher. Ein Behindertenstellplatz mit rauem Kiesbelag ist vorhanden. Der Eingang des Besucherzentrums hat drei Betonstufen mit Handläufen; von dort sind es etwa 30 Meter über eine ebene Kiesstraße und dann etwa 10 Meter steil bergab zur Burg.
Vor Ort findest du Toiletten, Wickelraum, einen Shop, Selbstbedienungs-Tee und -Kaffee, eine Wasser-Nachfüllstation sowie Picknickbänke auf dem Rasen. Fahrradständer für bis zu zwölf Räder und Busparkplätze sind vorhanden. Hunde sind in den Außenbereichen willkommen. Die nächste behindertengerechte Toilette liegt bei Tesco in Bo’ness, 3,4 Meilen entfernt.
Bis zum 7. März 2027 läuft an ausgewählten Terminen die Ausstellung „Marking Time“ über die Geschichte des Zeichenmachens in Schottland, von heutigen Arbeiten bis zu einigen der ältesten Markierungen des Landes; sie wird an mehreren Orten gezeigt, auch hier.
Wie komme ich nach Blackness Castle?
Mit der Bahn fährst du von Glasgow und Edinburgh regelmäßig und direkt nach Linlithgow. Von dort verkehrt der Bus F49 nach Bo’ness und hält am Blackness Square, 0,3 Meilen von der Burg entfernt; er fährt nicht am Wochenende. Radfahrer nutzen die National Cycle Route 76. Mit dem Auto beachte die kurze Parkdauer und die geringe Zahl der Plätze, im Dorf selbst gibt es wenig Parkraum, deshalb wirbt der Betreiber für die Anreise ohne Auto.
Die Planung für die Region Edinburgh findest du bei Edinburgh, für Linksverkehr und Mietwagen im Beitrag Mietwagen in Schottland. Rechne an Wochenenden damit, den Fußweg von Linlithgow zu planen, weil der Bus dann nicht fährt.
Warum heißt Blackness Castle „das Schiff, das nie ausgelaufen ist“?
Wegen der Form: spitzer Bugturm zur Förde, hoher Mittelturm als Großmast und massiver Heckturm zum Land hin.
Welche Serie wurde in Blackness Castle gedreht?
In der ersten Staffel von Outlander ist die Festung Fort William. Auch Mary Queen of Scots (2019) und Outlaw King wurden hier gedreht.
Was kostet der Eintritt?
Online 7,50 Pfund für Erwachsene, 6 Pfund für Senioren, 3,50 Pfund für Kinder von 7 bis 15 Jahren (Stand Oktober 2026).
Wie komme ich ohne Auto hin?
Mit der Bahn nach Linlithgow, dann Bus F49 bis Blackness Square (nicht am Wochenende) oder mit dem Rad auf der Route 76.
Wann ist Blackness Castle geschlossen?
Am 25. und 26. Dezember sowie am 1. und 2. Januar; im Winterhalbjahr schließt die Festung täglich um 16 Uhr.
Passend dazu: Craignethan Castle.
Passend dazu: Lochleven Castle.
