Shetland-Inseln

Shetland-Inseln

Die Shetland-Inseln sind Schottlands hoher Norden: ein subarktisches Archipel, das Bergen näher liegt als London. Steile Klippen mit Papageitauchern am Sumburgh Head, das 4.000 Jahre alte Jarlshof, das Wikinger-Feuerfest Up Helly Aa und im Winter die Nordlichter machen sie zu einem Ziel wie kein zweites.

Wer ganz in den Norden Schottlands reist, erreicht schließlich Shetland – ein Archipel aus rund 100 Inseln, das so weit oben liegt, dass es auf britischen Landkarten meist in einen eigenen Kasten verbannt wird. Von hier ist es nach Bergen in Norwegen kürzer als nach Edinburgh, und dieses nordische Erbe prägt alles: die Ortsnamen, den Dialekt, die Feste. Baumlos, windgepeitscht und von zahllosen Meeresarmen zerschnitten, wirkt Shetland rau und weit, doch das Klima bleibt dank des Golfstroms überraschend mild. Es ist ein Ziel für alle, die Seevögel, Archäologie und echte Abgeschiedenheit suchen – und die Belohnung dafür, sich bis an den nördlichsten Rand Großbritanniens vorzuwagen. Weitere Regionen im Norden zeigt der Hub Regionen.

Lagenördlichstes Archipel Schottlands, rund 170 km nördlich des Festlands
Inselnrund 100 Inseln, davon etwa 15 bewohnt; Hauptinsel „Mainland“
HauptortLerwick, der nördlichste Ort Schottlands mit Fährhafen
HighlightsSumburgh Head, Jarlshof, Up Helly Aa, Mousa Broch, St Ninian’s Isle
Beste ReisezeitMai bis Juli für Seevögel und lange Tage; Januar für Up Helly Aa
AnreiseNachtfähre ab Aberdeen (NorthLink); Flug nach Sumburgh ab Aberdeen, Inverness, Edinburgh
Aufenthalt3 bis 4 Tage für die Hauptinsel und einen Ausflug

Was macht Shetland so besonders und so nordisch?

Shetland ist geografisch schottisch, kulturell aber ein Kind des Nordens. Über 500 Jahre lang gehörten die Inseln zu Norwegen und Dänemark, bis sie 1469 als Pfand für die Mitgift einer dänischen Prinzessin an Schottland fielen. Dieses Erbe ist überall spürbar: In Ortsnamen wie Lerwick oder Scalloway steckt Altnordisch, der Shetland-Dialekt ist von norwegischen Wörtern durchsetzt, und die Inselflagge ist ein skandinavisches Kreuz. Die Landschaft ist baumlos und weit, geprägt von Torfmooren, Heide, Schafweiden und den berühmten kleinen, robusten Shetlandponys. Nirgends ist man mehr als fünf Kilometer vom Meer entfernt, das sich in unzähligen Buchten, den „Voes“, tief ins Land frisst. Der Hauptort Lerwick mit seinem geschäftigen Hafen und den grauen Steinhäusern ist der nördlichste Ort Schottlands und bildet die praktische Basis für jede Erkundung. Wer von hier weiter Richtung Süden reist, findet mit den Orkney-Inseln ein zweites, ebenso geschichtsträchtiges Archipel auf dem Weg zum Festland.

Wo sehe ich Papageitaucher und Seevögel am Sumburgh Head?

Shetland ist eines der besten Seevogel-Reviere Europas, und der zugänglichste Ort dafür ist der Sumburgh Head an der Südspitze der Hauptinsel. Rund um den weißen Leuchtturm, der auf einer steilen Landzunge über dem Atlantik thront, brüten von Mai bis Anfang August Tausende Vögel: Papageitaucher mit ihren bunten Schnäbeln, dazu Trottellummen, Tordalken, Dreizehenmöwen und Basstölpel. Die Puffins landen oft nur wenige Meter neben dem Weg, was Sumburgh zu einem der einfachsten und schönsten Orte macht, um diese charismatischen Vögel aus der Nähe zu beobachten. Noch spektakulärer, aber aufwendiger zu erreichen sind die riesigen Kolonien auf der Insel Noss und am dramatischen Kliff von Hermaness ganz im Norden, wo man am Ende des Wegs auf den letzten Felsen Großbritanniens blickt. Mit etwas Glück zeigen sich vor der Küste außerdem Schweinswale, Delfine, Kegelrobben und im Spätsommer sogar Orcas. Ein Fernglas gehört auf Shetland unbedingt ins Gepäck.

Was erzählt Jarlshof über 4.000 Jahre Geschichte?

Direkt neben dem Flughafen von Sumburgh liegt eines der bemerkenswertesten archäologischen Fenster Europas: Jarlshof. Hier haben sich auf engstem Raum die Siedlungsspuren von rund 4.000 Jahren übereinandergeschichtet – von bronzezeitlichen Rundhäusern über einen eisenzeitlichen Broch und Wohnräder, ein ganzes Wikingerdorf mit Langhäusern bis hin zum Herrenhaus eines schottischen Lairds aus dem 16. Jahrhundert. Ein Sturm legte die Anlage im 19. Jahrhundert frei; ihren romantischen Namen erhielt sie erst durch den Schriftsteller Walter Scott. Ein Rundgang mit Audioguide führt durch die Epochen und macht anschaulich, wie Menschen an diesem exponierten Ort über Jahrtausende hinweg lebten. Zusammen mit dem noch besser erhaltenen Mousa Broch auf einer nahen Insel – dem höchsten erhaltenen eisenzeitlichen Rundturm der Welt – erzählt Jarlshof die tiefe Geschichte dieser scheinbar so abgelegenen Inseln. Weitere historische Bauwerke Schottlands versammelt der Hub Sehenswürdigkeiten.

Was ist das Feuerfest Up Helly Aa?

Einmal im Jahr verwandelt sich das winterliche Lerwick in eine Bühne für eines der spektakulärsten Feste Europas: Up Helly Aa. Am letzten Dienstag im Januar ziehen fast tausend Männer in aufwendigen Wikingerkostümen, angeführt vom „Guizer Jarl“, mit brennenden Fackeln durch die dunkle Stadt. Höhepunkt ist die Verbrennung einer originalgetreu nachgebauten Wikinger-Galeere: Die Fackelträger werfen ihre Feuer in das Langschiff, das in einer gewaltigen Flammensäule aufgeht – ein archaisches, mitreißendes Schauspiel vor dem Nachthimmel. Danach ziehen die „Squads“ die ganze Nacht von Halle zu Halle und feiern mit Musik und selbst einstudierten Auftritten bis zum Morgen. Das Fest hat zwar seine Wurzeln erst im 19. Jahrhundert, feiert aber das nordische Erbe der Inseln so intensiv, dass es Besucher aus aller Welt anzieht. Wer im Januar dabei sein will, sollte Unterkunft und Fähre Monate im Voraus buchen. Mehr zu schottischen Bräuchen und Festen findest du im Hub Whisky & Kultur.

Kann ich auf Shetland Nordlichter sehen?

Ja – und die Chancen stehen besser als fast überall sonst in Großbritannien. Dank ihrer extrem nördlichen Lage auf dem 60. Breitengrad gehören die Shetland-Inseln zu den besten Orten des Landes, um das Polarlicht zu erleben, das die Inselbewohner liebevoll „Mirrie Dancers“ nennen. Die beste Zeit reicht von Oktober bis März, wenn die Nächte lang und dunkel sind; man braucht klaren Himmel, geringe Lichtverschmutzung fernab von Lerwick und eine erhöhte Sonnenaktivität. Selbst in schwächeren Nächten zeigt sich das Licht oft als grünlich-weißer Schimmer am Nordhorizont, bei stärkeren Stürmen als tanzende Vorhänge in Grün und Purpur. Dieselben dunklen Winternächte bescheren Shetland einen atemberaubenden Sternenhimmel. Wer die Inseln außerhalb der Vogelsaison besucht, sollte die Nordlichter fest einplanen – und Geduld sowie warme Kleidung mitbringen.

Wie komme ich nach Shetland?

Trotz der abgelegenen Lage ist Shetland gut angebunden. Am stimmungsvollsten reist man mit der Nachtfähre von NorthLink: Sie legt am Abend in Aberdeen ab und erreicht Lerwick nach rund zwölf Stunden am nächsten Morgen – einige Fahrten halten unterwegs in Kirkwall auf Orkney, sodass sich beide Archipele elegant zu einer Reise verbinden lassen. Mit Kabine verbringt man die Überfahrt schlafend und spart eine Übernachtung. Schneller geht es per Flug: Loganair fliegt den Flughafen Sumburgh an der Südspitze mehrmals täglich aus Aberdeen, Inverness, Edinburgh und Glasgow an, die Flugzeit beträgt nur rund eine Stunde. Auf den Inseln selbst ist ein Mietwagen praktisch unverzichtbar, da die Höhepunkte weit verstreut liegen und der öffentliche Verkehr dünn ist; gut ausgebaute Straßen und ein Netz kleiner Insel-Fähren erschließen auch die abgelegenen Nord- und Westinseln.

Wie viele Tage brauche ich und wann ist die beste Reisezeit?

Für die Hauptinsel mit Sumburgh Head, Jarlshof, Lerwick und einem Ausflug solltest du mindestens drei bis vier Tage einplanen; wer auch die Nordinsel Unst mit Hermaness oder Mousa besuchen will, braucht länger. Die beste Reisezeit hängt vom Ziel ab: Für Seevögel und Papageitaucher ist die Zeit von Mai bis Anfang Juli ideal, wenn die Kolonien voll besetzt sind und die Tage extrem lang werden – im Hochsommer wird es kaum richtig dunkel. Wer die Nordlichter sehen oder Up Helly Aa erleben will, kommt dagegen im Winter, muss aber mit Sturm, Kälte und kurzen Tagen rechnen. Ganzjährig gilt: Der Wind ist der Hauptfaktor, gutes Regen- und Windzeug ist wichtiger als eine Sonnenbrille. Für die Planung von Fähren, Flügen und der besten Jahreszeit hilft der Hub Reiseplanung.

Liegt Shetland näher an Norwegen als an Schottland?

Kulturell ja, geografisch fast: Von Lerwick ist es nach Bergen in Norwegen kürzer als nach Edinburgh. Die Inseln gehörten über 500 Jahre zu Norwegen und Dänemark, was Dialekt, Ortsnamen und Feste bis heute prägt.

Wann kann ich auf Shetland Papageitaucher sehen?

Von etwa Mai bis Anfang August. Der zugänglichste Ort ist der Sumburgh Head an der Südspitze, wo die Puffins oft nur wenige Meter neben dem Weg landen. Größere Kolonien gibt es auf Noss und bei Hermaness auf Unst.

Wie lange dauert die Fähre nach Shetland?

Die NorthLink-Nachtfähre ab Aberdeen erreicht Lerwick in rund zwölf Stunden, teils mit Zwischenhalt in Kirkwall auf Orkney. Mit Kabine verschläft man die Überfahrt. Schneller ist der einstündige Flug nach Sumburgh.

Wann findet Up Helly Aa statt?

Das größte Feuerfest in Lerwick läuft am letzten Dienstag im Januar mit Fackelzug und der Verbrennung einer Wikinger-Galeere. Unterkunft und Fähre müssen dafür Monate im Voraus gebucht werden.

Lohnt sich Shetland zusammen mit Orkney?

Sehr gut. Die NorthLink-Fähre verbindet beide Archipele über Kirkwall, sodass sich Orkney mit seinem neolithischen Welterbe und Shetland mit Seevögeln und Wikinger-Erbe zu einer einzigen Nordreise kombinieren lassen.

Plane deine Reise an den nördlichsten Rand Schottlands

Von den Puffins am Sumburgh Head bis zu den Nordlichtern: Stelle deine Route über Fähren, Flüge und die beste Reisezeit zusammen – alles an einem Ort.

Zur Reiseplanung

Von Shetland führt der Weg zurück nach Süden: auf die geschichtsträchtigen Orkney-Inseln oder aufs Festland in die weiten Scottish Highlands. Zurück zur Übersicht der Regionen.