Der Sommer 2026 hat den Cairngorms National Park vor gewaltige Herausforderungen gestellt: Ein verheerender Waldbrand legte im Juli weite Teile der Glenmore-Region lahm, ein neues Lagerfeuer-Verbot gilt seit April und außerdem müssen Reisende aus der EU und anderen visafreien Ländern seit dem 25. Februar 2026 verpflichtend eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) vorweisen. Wer seinen Wanderurlaub in den schottischen Highlands plant, sollte sich deshalb gründlich vorbereiten – denn die gute Nachricht lautet: Der größte Teil des Nationalparks ist weiterhin geöffnet und wunderschön.

Der Waldbrand von Glenmore: Was ist passiert?
Am 15. Juli 2026 brach im Cairngorms National Park in den schottischen Highlands ein schwerer Waldbrand aus. Das Feuer breitete sich in Gebiete wie Glenmore und An Lochan Uaine aus und verursachte erhebliche Schäden am Kaledonischen Urwald – darunter auch an den seltenen Schottischen Kiefern, einer in der Region rückläufigen uralten Baumart. Das Ausmaß der Schäden wurde von Anwohnern und Einsatzkräften als „apokalyptisch“ bezeichnet.
Der Brand führte zur Evakuierung von Glenmore, Badaguish, dem Cairngorm Mountain Skigebiet und umliegenden Campingplätzen; ein späterer Wiederaufflammen löste zudem eine Evakuierung in Nethy Bridge aus. Die Feuerwehr kämpfte wochenlang gegen tief im Torfboden glimmende Brandherde an.
Der Scottish Fire and Rescue Service setzte täglich Drohnen mit Wärmebildkameras ein, um Glutnester in der betroffenen Glenmore-Region aufzuspüren – ein Einsatz, der angesichts des schwierigen Geländes auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden musste. Die Drohnen wurden zweimal täglich geflogen, unterstützt durch Ausrüstung von Forestry and Land Scotland und dem Cairngorms National Park.
Aktuelle Wegsperrungen: Welche Routen sind betroffen?
Für Wanderinnen und Wanderer ist es entscheidend, den aktuellen Stand der Wegsperrungen zu kennen. Die Waldbrandsituation in Glenmore und Strath Nethy verbessert sich zwar kontinuierlich, und der größte Teil des Nationalparks ist nicht betroffen – Glenmore, Aviemore und Nethy Bridge sind alle für Besucher geöffnet. Dennoch gelten weiterhin Einschränkungen auf einzelnen Routen.
Konkret gesperrt sind laut dem Cairngorms National Park Authority (Stand: September 2026):
- Der Ryvoan-Pass zwischen Glenmore und Forest Lodge (nahe Nethy Bridge) einschließlich des Ryvoan-Pfades und der Ryvoan-Bothy.
- Die Route vom Dorback-Weg in den Abernethy-Wald über Eag Mhor und Loch a’Chnuic ist aufgrund des Waldbrands und laufender Reparatur- und Sicherheitsarbeiten gesperrt.
- Der Lodge-Trail vom Allt Mor-Parkplatz / Glenmore Lodge ist gesperrt.
- Die Parkplätze Allt Ban und Allt More bleiben geschlossen.
Die Parkplätze Loch Morlich Lochside, Beach, Hayfield und Sugarbowl sind hingegen geöffnet. Besucherinnen und Besucher werden dringend gebeten, vor der Anreise die aktuellen Einschränkungen zu prüfen, da sich der Zugang je nach Bedingungen weiter öffnen kann.
Welche Alternativen gibt es für Wanderer?
Trotz der Sperrungen stehen attraktive Ausweichrouten zur Verfügung. Wer auf langen Touren von Glenmore nach Nethy Bridge unterwegs sein möchte, kann entweder den Weg über Badaguish – An Slugan – B970 – Track nach Tulloch nehmen oder dem Old Logging Way nach Aviemore folgen und dann den Speyside Way über Boat of Garten bis nach Nethy Bridge nutzen.
Rund um Aviemore gibt es sechs markierte Wanderwege, die durch Wälder, entlang von Flüssen und auf Hügel führen. Mit Längen zwischen einem halben und vier Meilen ist für jedes Fitnesslevel etwas dabei. Rund um Nethy Bridge laden acht markierte Pfade zu Erkundungen am Fluss Nethy, zum historischen Castle Roy und durch uralten Kiefernwald ein. Zudem verbindet der Speyside Way das Dorf mit Boat of Garten, und eine alte Bahntrasse führt nach Grantown-on-Spey.
Abseits der brandbetroffenen Zone bietet der Nationalpark im Rest seines riesigen Gebietes nach wie vor alle Möglichkeiten: Als größter Nationalpark des Vereinigten Königreichs bietet er eine Fülle an Wandermöglichkeiten – darunter einige der höchsten Berge Schottlands wie Ben Macdui, Cairn Toul und Braeriach.
Das neue Lagerfeuer-Verbot: Was gilt im Cairngorms?
Unabhängig vom Waldbrand trat am 1. April 2026 eine grundlegende neue Regelung in Kraft: Das Feuer-Byelaw trat erstmals am 1. April 2026 in Kraft. Es handelt sich um das erste derartige Verbot in der Geschichte des Parks.
Vom 1. April bis zum 30. September sind Lagerfeuer und Grillfeuer im gesamten Nationalpark nicht mehr gestattet. Das Verbot wurde von den schottischen Regierungsministern nach einer umfangreichen Konsultation genehmigt, bei der 79 Prozent der 1.600 Befragten eine saisonale Feuer-Byelaw befürworteten.
Ab April 2026 haben Countryside Ranger die Befugnis, das Verbot über den Procurator Fiscal durchzusetzen. Ein Verstoß gegen die Regelung kann mit einer Geldstrafe von bis zu 500 Pfund geahndet werden – wobei Aufklärung und Prävention Vorrang haben.
Was ist noch erlaubt – und was nicht?
- Das Verbot untersagt Lagerfeuer und Grillfeuer vom 1. April bis 30. September. Campingkocher hingegen sind weiterhin erlaubt.
- Das saisonale Verbot gilt im gesamten Park, einschließlich beliebter Outdoorbereiche wie Glenmore, Aviemore und Glen Doll.
- Das Verbot gilt nicht für Innenräume, also etwa für Bothies, sofern diese über einen geschlossenen Kamin verfügen.
- Eine Rekordzahl an Countryside Rangern ist in diesem Jahr im Einsatz – darunter zusätzliche Wochenend-Ranger und ein neuer Vollzeit-Ranger in den Angus Glens. Insgesamt sind mehr als 100 Ranger im gesamten Park unterwegs.
Der Hintergrund ist klar: Der Klimawandel macht die Wälder und Moore der Cairngorms zunehmend brandgefährlich. Der Waldbrand von Juli 2026 hat eindrücklich gezeigt, warum diese Maßnahme notwendig ist. Wer auf seiner Wanderreise durch Schottland im Nationalpark campiert, sollte unbedingt einen guten Campingkocher einpacken.
ETA-Pflicht seit Februar 2026: Das müssen Sie vor der Einreise erledigen
Neben den Regelungen im Park gibt es eine wichtige Neuerung für die Einreise selbst: Am 25. Februar 2026 wurde das Electronic Travel Authorisation (ETA)-System des Vereinigten Königreichs vollständig eingeführt. Reisende aus 85 Ländern – darunter die USA, Kanada, Australien und alle EU/EWR-Mitgliedstaaten – müssen vor der Reise in das Vereinigte Königreich eine gültige ETA besitzen.
Dies markiert den Beginn einer strikten „No permission, no travel“-Politik, die das Vereinigte Königreich mit dem amerikanischen ESTA und dem kanadischen eTA-System gleichstellt.
Was ist die ETA genau – und wie beantrage ich sie?
- Die ETA ist eine digitale Reisegenehmigung – sie ist kein Visum und keine Steuer, und sie garantiert nicht die Einreise ins Vereinigte Königreich, sondern berechtigt lediglich zur Anreise.
- Die ETA ist ein digitale Vorab-Reisegenehmigung, sie ist bis zu 2 Jahre gültig, kostet 20 Pfund und ist für das Boarding von Flügen in das Vereinigte Königreich erforderlich.
- Eine UK-ETA gilt für mehrere Einreisen über zwei Jahre oder bis zum Ablauf des verwendeten Reisepasses – je nachdem, was früher eintritt. Sie kann für vorübergehende Aufenthalte zu Tourismus-, Familien-, Geschäfts-, Studien- und bestimmten Arbeitszwecken genutzt werden.
- Die meisten Antragsteller erhalten eine automatische Entscheidung in wenigen Minuten, wenn sie die Bewerbung über die UK ETA App einreichen.
- Es wird empfohlen, die ETA mindestens drei Werktage vor der Reise zu beantragen, um auch die wenigen Fälle abzudecken, die einer weiteren Prüfung bedürfen.
- Britische und irische Staatsbürger benötigen keine ETA, einschließlich Doppelstaatler.
- Reisende müssen mit demselben Pass einreisen, den sie bei der ETA-Beantragung verwendet haben.
- Reisende, die durch Heathrow und Manchester Airport transit ohne Grenzkontrolle benötigen, benötigen derzeit keine ETA.
Den offiziellen Antrag stellen Sie ausschließlich über die UK ETA App oder die Website GOV.UK – andere Websites verlangen möglicherweise mehr und sollten vermieden werden, da sie Regierungsdienste imitieren. Alle Infos zur Reiseplanung für Schottland finden Sie in unserem Ratgeber.
Cairngorms 2026: Die wichtigsten Praxis-Tipps für Wanderer
Der Cairngorms National Park bleibt trotz aller aktuellen Ereignisse eines der großartigsten Wanderziele Europas. Mit einer Fläche von 4.528 Quadratkilometern ist er der größte Nationalpark im Vereinigten Königreich. Es gibt Routen für alle Fitness- und Erfahrungsstufen – von gemütlichen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren. Ein besonderes Highlight: Das schottische Wildcamp-Recht erlaubt es, an magischen Orten am Ufer von Lochs, auf Hügeln oder in jedem unbegrenzten Bereich im Park sein Zelt aufzuschlagen. Eintritte oder Wanderpermits gibt es im Cairngorms nicht.
Besuchen Sie auch die schönsten Sehenswürdigkeiten Schottlands rund um den Park – etwa das königliche Anwesen bei Braemar oder die malerische Dee Valley. Besonders beliebt sind zudem ruhige Spaziergänge durch den Kaledonischen Urwald und Ausflüge in die Umgebung der Sommerresidenz der Königsfamilie nahe Braemar.
Wer einen mehrtägigen Städte- und Naturmix plant, findet in Aviemore eine ideale Basis: Das Zentrum des Nationalparks bietet gute Unterkunftsmöglichkeiten, Ausrüstungsgeschäfte und direkten Zugang zu Wanderwegen.
Checkliste: Das sollten Sie vor Ihrer Wanderreise in die Cairngorms erledigen
- ETA beantragen: Mindestens 3 Werktage vor Abreise über die offizielle UK ETA App oder GOV.UK – Kosten: 20 Pfund.
- Aktuelle Wegsperrungen prüfen: Auf cairngorms.co.uk/visiting/paths-and-trails vor der Anreise die tagesaktuellen Sperrungen checken.
- Kein Lagerfeuer von April bis September: Camping-Gaskocher statt Lagerfeuer einpacken – Verstoß kostet bis zu 500 Pfund.
- Glenmore-Bereich planen: Einige Wege rund um Glenmore, Loch Morlich und Ryvoan bleiben noch gesperrt – Alternativrouten über den Speyside Way nutzen.
- Wetter und Brandgefahr beachten: Trotz Waldbrandrisiko gibt es im Park keine Einschränkungen für normale Wanderungen – Ranger informieren vor Ort.
- Reisedokumente prüfen: Mit demselben Pass einreisen, der für die ETA-Beantragung verwendet wurde.
Der UK National Parks Conference-Gipfel in Aviemore
Der Cairngorms National Park steht auch im Herbst 2026 im Rampenlicht: Im September 2026 findet in Aviemore die alle zwei Jahre stattfindende UK National Parks Conference statt, bei der über 150 Delegierte aus den 15 britischen Nationalparks zusammenkommen. Die Veranstaltung fand vom 16. bis 18. September 2026 im Macdonald Aviemore Resort statt. Auch König Charles III. hat dem Park bereits persönlich einen Besuch abgestattet: Er besuchte den Lochan Uaine im Cairngorms National Park, um einen Gedenkstein zu enthüllen und Gemeindemitglieder zu treffen, die vom jüngsten Waldbrand betroffen waren.
Planen Sie Ihren Aufenthalt mit unserem Geheimtipps-Guide – viele der schönsten Winkel des Parks liegen weit abseits der brandbetroffenen Zonen und warten auf Entdeckung.
Häufige Fragen zum Cairngorms-Wanderurlaub 2026
Ist der Cairngorms National Park 2026 noch sicher zum Wandern?
Ja – der größte Teil des Parks ist vollständig geöffnet und sicher. Lediglich einige Pfade rund um Glenmore, Ryvoan und Abernethy Forest sind aufgrund des Waldbrandes vom Juli 2026 noch gesperrt. Prüfen Sie vor Ihrer Anreise die aktuellen Sperrungen auf cairngorms.co.uk.
Welche Wanderwege sind aktuell noch gesperrt?
Gesperrt sind unter anderem der Ryvoan-Pass zwischen Glenmore und Nethy Bridge, der Lodge-Trail vom Allt Mor-Parkplatz sowie Teile des Abernethy-Waldes südlich von Forest Lodge. Die Parkplätze Allt Ban und Allt More bleiben ebenfalls geschlossen. Aviemore, Nethy Bridge und Glenmore selbst sind für Besucher geöffnet.
Darf ich im Cairngorms National Park noch ein Lagerfeuer machen?
Nein – seit dem 1. April 2026 gilt ein neues Feuer-Byelaw: Vom 1. April bis 30. September sind Lagerfeuer und Grillfeuer im gesamten Nationalpark verboten. Verstöße können mit bis zu 500 Pfund geahndet werden. Campingkocher bleiben weiterhin erlaubt.
Benötige ich als Deutscher eine ETA für Schottland?
Ja. Seit dem 25. Februar 2026 müssen alle Reisenden aus EU/EWR-Ländern – also auch deutsche Staatsbürger – vor der Einreise ins Vereinigte Königreich eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) beantragen. Die ETA kostet 20 Pfund, ist zwei Jahre gültig und kann bequem über die UK ETA App auf dem Smartphone beantragt werden.
Wie beantrage ich die britische ETA?
Ausschließlich über die offizielle UK ETA App oder GOV.UK. Beantragen Sie die ETA mindestens drei Werktage vor Abreise. Die meisten Anträge werden innerhalb von Minuten automatisch genehmigt. Reisen Sie immer mit dem Pass ein, den Sie bei der Beantragung angegeben haben.
Was sind gute Alternativen zu den gesperrten Cairngorms-Wegen?
Empfehlenswert sind die sechs markierten Wanderwege rund um Aviemore, der Speyside Way (Aviemore – Boat of Garten – Nethy Bridge), der Old Logging Way sowie die acht Wanderwege rund um Nethy Bridge. Außerhalb der brandbetroffenen Zone stehen alle klassischen Munros wie Ben Macdui, Braeriach und Cairn Toul uneingeschränkt zur Verfügung.
Gilt das ETA auch für die Einreise nach Schottland direkt?
Ja. Schottland ist Teil des Vereinigten Königreichs, daher gilt die UK-ETA für alle Einreisen – egal ob über Edinburgh, Glasgow, Inverness oder einen englischen Flughafen. Wer transit durch Heathrow oder Manchester fliegt, ohne die Grenzkontrolle zu passieren, benötigt derzeit keine ETA für den Transit selbst.