Inverness liegt am Ufer des Flusses Ness. Weiter westlich liegt Loch Ness,
in dem das sagenhafte Monster leben soll.
Die stark vom Fremdenverkehr geprägte Hauptstadt der Highlands mit etwa 41.000
Einwohnern bietet an sich keine überragenden Bauten, ist aber Pflichthalt für alle,
die „Nessie“ aufspüren wollen und ihre Reise in Schottlands Norden fortsetzen. Die
Stadt beweist viel Charakter und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für
einen Ausflug nach Loch Ness.
Viele Autofahrer finden die Stadt wegen der vielen Einbahnstraßen unangenehm.
In den Sommermonaten ist die Stadt durch das hohe Touristenaufkommen recht quirlig.
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt kann man leicht zu Fuß besichtigen.
Von der ursprünglichen Burg des legendären Macbeth ist nichts mehr erhalten.
An seiner Stelle erhebt sich eine Nachbildung aus dem 19. Jahrhundert. Einige Denkmäler und typische Häuser findet man an der High Street. Hier steht
das gotische Rathaus mit dem Marktkreuz. Viele kleine Läden, bekannte Kaufhäuser und
der beliebte Victorian-Markt laden zu einem ausgedehnten Einkaufsbummel in
altmodischer Atmosphäre ein. Wer’s gern modern hat, schlendert durch das neue
Eastgate-Einkaufszentrum.
Gleich gegenüber, an der Ecke Bridge Street und Church Street, ragt ein Turm
als letzter Überrest des Stadtgefängnisses aus dem 18. Jahrhundert in die Höhe. In der Church Street stößt man auf das neulich renovierte
Albertaff House. Es wurde 1592 erbaut und ist das älteste Haus der Stadt.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erblickt man das Dunbar Centre, ein
rund zweihundert Jahre altes Krankenhaus mit ungewöhnlichen Dachfenstern.
Ein Besuch lohnt sich im Inverness-Museum im Castle Wynd. Das kleine Museum
veranschaulicht die Geschichte der Region und der Highlands. Interessant ist die Sammlung der Grabsteine aus
der Piktenzeit.
Reizvoll ist an einem schönen Sommerabend der Sonnenuntergang, den man am
besten von der Uferpromenade Huntly Street und der alten Hängebrücke, die dort
hinführt, erlebt. In der Douglas Row, der Verlängerung der Bank Street in Richtung
der Ness-Mündung, sieht man noch reihenweise hübsche Gebäude. Romantisch und
erholsam ist auch ein Spaziergang auf den von Grünflächen und Blumen gesäumten Wegen
unterhalb der Burg.
Ein schönes Gebäude ist das Station Hotel am Bahnhof. Der Aufgang ist elegant,
die Eingangshalle mit prächtigem Dekor aus dem 19. Jahrhundert versehen. Das
Restaurant ist ebenfalls eindrucksvoll, die Speisen sind erschwinglich.
Viele Restaurants, Pubs und Imbissbuden findet man in der Nähe der vielen
kleinen Läden und Kaufhäuser rings um die High Street. Ein besonders nettes kleines
Lokal mit gepflegter Küche ist „Coffee Pot“ am Eastgate, die Verlängerung der High
Street. Die Gerichte sind schmackhaft, einfach und preiswert. Im „Gellions“ in der
Bridge Street werden köstliche Kleinigkeiten wie lecker belegte Sandwichs und Toaste geboten.
Das Nachtleben in Inverness ist bescheiden, aber gemütlich. Es gibt zahlreiche
Pubs und Nachtclubs mit und ohne Musik, z. B. in der Market Lane.
In der näheren Umgebung lohnt sich ein Besuch des Culloden Memorial im
Culloden-Moor, etwa 8 Kilometer östlich der Stadt. Culloden war Schauplatz
kriegerischer Auseinandersetzung im frühen 18. Jahrhundert. Im Museum erfährt man
die Geschichte dieser Schlacht um die Unabhängigkeit Schottlands. Im Culloden-Moor
liegen die schlichten Steine der Grabstätten dieses Clans. Die Zeugnisse aus jener
Zeit sind in einem alten Bauernhof zu sehen. Die Gedenkstätte ist von April bis
Oktober geöffnet.
In unmittelbarer Nähe von Culloden liegt Clava Cairn, eine Grabstätte aus der
Bronzezeit mit aufrecht stehenden Steinen. Der Zugang ist nicht ganz einfach. Man
muss ab Culloden eine halbe Stunde zu Fuß gehen.
Etwa 3 Kilometer von Inverness an der B862 liegt die alteingesessene
Tweedfabrik Holm Woolen Mills. Sie stellt die edlen Stoffe schon seit 1780 her. Die
Fabrik kann täglich besichtigt werden. In einem angeschlossenen Geschäft kann man
Stoffe kaufen, aber auch andere Artikel schottischer Tradition.
Empfehlenswert ist eine Bahnfahrt von Inverness nach Kyle of Lochalsh, wo sich
der Hafen zur Überfahrt nach Skye befindet. Die Strecke führt durch atemberaubende
Landschaften, einem Teil des urwüchsigen Schottland mit seinen Seen, Bergen und Mooren. Zwischen Garve und Achnasheen geht es durch
fast pure Einsamkeit. Die Bahnfahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden.