20. September 2017 |
 
 
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Schottische Clans



Das Stammessystem der Clans geht vermutlich auf die keltischen Vorfahren der Schotten zurück. Das Wort leitet sich vom Gälischen her und bedeutet Abkömmlinge, Familie oder Stamm.

Die Geschichte der schottischen Clans

Schottische ClansDas Zusammengehörigkeitsgefühl der Clans wurde vor allem durch die Unabhängigkeitskriege (1296-1314) erzeugt. Die 21 Clans, die sich damals um Robert Bruce auf dem Schlachtfeld von Bannockburn versammelten, hatten ein gemeinsames Ziel: Die Freiheit des schottischen Volkes von jeglicher Fremdherrschaft. Doch die Gewinner durften sich auch der großzügigen Verteilung von Ländereien und Titeln sicher sein; die Besiegten wurden vertrieben. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hatten sich die meisten Clans etabliert.

Namen von Clans

In der Regel führen die Mitglieder eines Clans ihre Abstammung auf einen gemeinsamen Ahnherren zurück, der den Clan gegründet hat und ihm seinen Namen gab. „Mac“ oder „Mc“ ist vielen schottischen Familiennamen vorangestellt und bedeutet soviel wie „Sohn von“ (vergleichbar etwa mit dem Namenszusatz „Ben“ oder „Bin“, der bei den semitischen Völkern gebräuchlich ist). Manche Clans tragen auch den Namen ihres Heimatgebiets. Der Geschichtsschreibung zufolge bildeten sich die Clans in den schottischen Highlands zur Abwehr der einfallenden Normannen; vermutlich aber auch gegen die vordrängenden Angelsachsen im Südosten der britischen Insel.

Oberhäupter

Schottische ClansOberhaupt eines Clans war der Chief. Er war sowohl oberster Kriegsherr als auch Richter. Er garantierte den Mitgliedern des Clans Schutz, die ihrerseits im Falle der recht häufigen Streitigkeiten mit Nachbar-Clans mit ihm in die Schlacht zogen, ebenso wenn der König im Kriegsfalle die Clan-Aufgebote bestellte.

Wahlerben

Die nächste wichtige Person im Clan-Gefüge war der Wahlerbe. Er hatte die Clan-Interessen für die Zukunft zu wahren. Im Falle von Nachfolgestreitigkeiten entschied er, wer der neue Chief werden sollte. Dies konnte auch durchaus bedeuten, dass ein fähiger Krieger oder Anführer den Vorzug vor dem direkten Erben erhielt. Der Clan setzte sich aus Blutsverwandten des Clan-Chiefs als auch Fremden zusammen, die sich unter den Schutz des Clans stellten.

Die Clan-Gemeinschaft

Erreichte ein Clan eine gewisse Größe, wurde er in Zweige eingeteilt, die von Söhnen des Clan-Chiefs oder anderen wichtigen Personen des Clans geführt wurden. Die Herrschaft des Chiefs über den gesamten Clan berührte dies jedoch nicht. Um den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft zu stärken, wurden z.B. die eigenen Kinder bei Pflegefamilien untergebracht, um das Gefühl der Loyalität gegenüber dem Clan über die familiäre Bindung zu stellen. Einem Clan anzugehören, hieß nicht nur, in ein soziales Netz eingebunden zu sein, sondern beinhaltete auch die Zahlung von Abgaben und die Pflicht zum Kriegsdienst für den Herrn.

Clan-Streitigkeiten

Aufsplitterungen und Zerwürfnisse, von denen es zahllose Berichte gibt, waren innerhalb der Clan-Gruppierungen die Regel. Die einzige Zeit, in der eine wirklich beträchtliche Anzahl von Clans zusammenwirkte und an einem Strang zog, war während der Unterstützung der Stewart-Dynastie im 18. Jahrhundert.

Die ständig schwelenden Clan-Streitigkeiten, oftmals Jahrhunderte alt, schwächten zuweilen die Streitmächte. Es wurde eifersüchtig darauf acht gegeben, dass erhaltene Privilegien des Clans auch gewahrt wurden. So wurde die Kampfkraft und Moral der Truppe bei der ohnehin schon fast aussichtslosen Schlacht von Culloden noch dadurch unterwandert, dass der Clan der Stewarts die rechte Flanke der Front zugeteilt bekam. Dieses Privileg stand jedoch seit der Schlacht am Bannockburn 1314 den MacDonalds zu.

Folgen der Niederlage von Culloden für die Clans

Schottische ClansAls Folge der Niederlage von Culloden 1746 wurden alle Zeichen der Zugehörigkeit zu den Hochland-Clans, wie das Tragen des Kilts und das Spielen des Dudelsacks untersagt. Viele der beteiligten Clans wurden von ihrem Land vertrieben. Dies bedeutete den Niedergang des überlieferten Systems. Der Einfluss des Feudalsystems breitete sich auch über das Hochland aus. Die auf den angestammten Gebieten sesshaften Clan-Mitglieder waren nun in den Augen vieler Clan-Chiefs nicht mehr Schutzbefohlene, sondern unwirtschaftliche Pächter.

Clan-Kategorien

Unterschieden wird zwischen drei verschiedenen Kategorien von Clans. Zur wichtigsten Gruppe gehörten die Clans der Campbells, der MacDonalds, der Gordons und vielleicht noch der Chattans und MacKenzies, die über große Gebiete herrschten. Sie alle zerschlugen kleinere Clans oder übernahmen sie mitsamt ihren Ländereien entweder mit Gewalt, durch Einheirat oder geschicktes politisches Taktieren. Darüber hinaus hatten sie oft auch auf nationaler Ebene großen politischen Einfluss.

Die zweite Kategorie mit etwas weniger Einfluss waren die Frasers, die Gunns, die MacPhersons, die MacLachlans, die MacLeans und die MacLeods. Dazu gehörten ebenfalls kleine Familiengruppen wie der Kennedy-Clan.

Schließlich gab es Clans, die Titel oder Namen hatten, beispielsweise „Clan der Nacht” (die Morrisons von Mull), „Clan der Briten” (die Galbraith-Familie von Gigha) oder der „Clan der Kinder Raigns” (die Rankins).

Heimat der Clans

Generell sind die Clans mit dem Hochland und den Inseln verbunden und nur zu einem geringeren Teil mit Zentralschottland, wo solche Verwandtschaftsgruppen schon sehr früh durch das Feudalsystem verdrängt worden.

Als Schottland und England längst unter der britischen Krone vereint und die Lowlands befriedet waren, verschanzten sich einige Clans immer noch im unwegsamen Bollwerk des Hochlandes.

Zerschlagung des Clan-Wesens

Nach dem letzten Jakobiten-Aufstand von 1746 und der Schlacht von Culloden waren die Hochländer vernichtet, und ihre Streitkraft wurde mit dem neuen Entwaffnungsgesetz endgültig gebrochen. Zusätzlich zur Niederlage wurde die Hochlandkultur, das Sozialgefüge und das Clan-Wesen mit Gesetzesmitteln zerschlagen. Für das schottische Tiefland war die Auslöschung des Hochlandwiderstands eine Erleichterung.

Bis zur Auflösung des Clan-Wesens im Hochland war Schottland in zwei Nationen geteilt: Die eine war kommerziell ausgerichtet und bemühte sich, englische Gepflogenheiten anzunehmen, die andere war landwirtschaftlich orientiert, in weiten Teilen gegen die südlichen Nachbarn eingestellt und machte aus ihrem keltischen Temperament keinen Hehl.

Die heutige Situation der schottischen Clans

Die Clans leben heute nur noch in den historischen Dimensionen und inspirieren Buchautoren und Filmemacher. Zum Zeitpunkt ihrer endgültigen Niederlage waren sie aus der Sicht der Tiefländer längst eine wirtschaftliche und soziale Belastung geworden und stellten das Volk vor eine Zerreißprobe. Doch für die Menschen des Hochlands bedeutete die Aufhebung der alten Ordnung den tragischen und unwiederbringlichen Verlust eines wichtigen Elements ihrer Kultur.

Nach der Schlacht von Culloden flohen viele Clan-Chiefs und Familien ins Ausland. Die Folgen der daraus resultierenden Umverteilung der Ländereien an zugewanderte Hochländer waren das Desinteresse der neuen Herren an dem Sozialgefüge der jeweils lokalen Clans und stattdessen die Durchsetzung eigener Wirtschaftsinteressen, die Verbreitung der Beweidung durch Schafe im großen Stil und die Vertreibung der auf dem Land lebenden Bevölkerung.

Das größte Problem lag nunmehr in der Verantwortung der Landherren für die Bevölkerung auf ihrem Land. Das alte Clan-System war gestorben, und selbst dort, wo die Chiefs das Land noch besaßen, konnten sie die durch Zuwanderung gewaltig gewachsene Bevölkerung nicht mehr ernähren. Die verbliebenen alten Clan-Chiefs und Familienoberhäupter fühlten sich trotzdem noch verantwortlich für die auf ihrem Grund lebenden Menschen und saßen damit in einer Zwickmühle.

Auf den riesigen Weideflächen, die einst erträglich genug waren, Rinder zu mästen und Getreide anzubauen, wurden bald Schafe gehalten, die den Landherren schnelle und bessere Profite brachten. Die Clan-Mitglieder wurden oft gewaltsam von ihrem Pachtgrund vertrieben. Hütten, die nicht freiwillig geräumt wurden, steckten Verwalter in Brand. Zehntausende wanderten nach Nordamerika, Australien und Neuseeland aus.